Aavid-Kunze

Der Stammsitz von Boyd im kalifornischen Modesto. (Bild: Boyd)

Bis spätestens 2018 will der US-Konzern Boyd die Verschmelzung von Aavid Kunze mit dem Mutterkonzern vollzogen haben. Wie der Konzern überraschend bekanntgab, soll der größte Teil der Produktion ins niedersächsische Syke sowie nach Bologna verlagert werden. Am bisherigen Unternehmensstandort in Oberhaching bei München soll lediglich eine kleine Vertriebseinheit verbleiben. Das Gros der 43 Mitarbeiter am oberbayerischen Standort wurde nach Informationen der Süddeutschen Zeitung entlassen. Zwar hatte das US-Unternehmen nach Angaben des Betriebsrats den Angestellten einen Arbeitsplatz im niedersächsischen Syke angeboten, doch einen Umzug in den 700 Kilometer entfernten Ort lehnten die meisten ab.

25 Jahre lang wurde Kunze Folien nach der Gründung als Familienunternehmen geführt, bevor 2015 die Übernahme durch das US-Unternehmen Aavid folgte. Unter der Ägide von Wolfgang Reitberger-Kunze, dem Sohn des Firmengründers, war zunächst ein Ausbau des Standorts Oberhaching angesetzt. Doch aus Erweiterungen wie dem Entwicklungszentrum wurde nichts: 2017 akquierierte Boyd das Unternehmen und führte es seitdem als untergeordnete Abteilung des Mutterkonzerns.

Während bei Boyd die Verschmelzung vollzogen wird, hat sich der frühere Aavid-Kunze-Geschäftsführer Wolfgang Reitberger-Kunze an die Spitze des Start-up-Unternehmens ICT Südwerk gesetzt: Am Standort Oberhaching bietet das 2017 gegründete Unternehmen maßgeschneiderte Thermal-Interface-Materialien mit Schwerpunkt Wärmeleitfolien, elektrische Isolationsmaterialien und technischer Keramik an. Gefertigt wird für die Elektronikindustrie, LED-Hersteller und den Automotive-Bereich.

(tm)

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