Die Marktzahlen der Distribution im 2. Quartal 2021. Vor allem der Bauteilmangel verhindert ein noch besseres Ergebnis. (Quelle: FBDi)

Die Marktzahlen der Distribution im 2. Quartal 2021. Vor allem der Bauteilmangel verhindert ein noch besseres Ergebnis. (Quelle: FBDi)

Die im Fachverband der Bauelemente Distribution (FBDi) registrierten Distributoren verzeichneten von April bis Juni 2021 einen Umsatzzuwachs von 17,5 % auf 802 Mio. Euro. Im gleichen Zeitraum explodierte der Auftragseingang geradezu und erreichte mit 132 % Zuwachs und einem Gesamtvolumen von 1,43 Mrd. Euro Rekordmarken. Wie bereits im ersten Quartal 2021 bremste die mangelnde Verfügbarkeit das Wachstum erheblich. Die Book-to-Bill-Rate stieg erneut auf 1,79.

FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger geht angesichts der hohen Auftragslage davon aus, dass das Umsatzplus mehr von mangelnder Verfügbarkeit und Preiserhöhungen geprägt war als von echtem Wachstum, das sich dann hoffentlich in den nächsten Quartalen materialisiere. Wieviel von den fast 1,5 Mrd. Euro Neuaufträgen real ist, wird sich spätestens nächstes Jahr zeigen. Denn ein Großteil sind langfristige Vorbuchungen von Kunden, die eine Situation wie jetzt vermeiden wollen.

Umsatz FBDi nach Produkt
Auf Produktebene legten die passiven Bauelemente mit 35 % auf 104 Mio. Euro deutlich zu, ebenso die Elektromechanik mit 31 % auf 112 Mio. Euro. Die Halbleiter als stärkste Produktgruppe wuchsen nur um 11,2 % auf 520 Mio., haben aber einen massiven Zuwachs beim Auftragseingang auf über 1 Mrd. Euro. Elektromechanik-Sensoren wuchsen um 54 %, Displays um 3,9 %, Stromversorgungen um 28,2 % und Baugruppen und Geräte um 43,3 %. An der Umsatzverteilung zeigen sich leichte Verschiebungen: Halbleiter nehmen 65 % des Umsatzes ein, Passive 13 %, Elektromechanik 14 %, Stromversorgungen 4 %, die restlichen 4 % verteilen sich auf die übrigen Produkte. (Quelle: FBDi)

"Subventionen versickern in Großunternehmen"

Interessanterweise habe sich die Diskussion um Milliardenzuschüsse für 5-nm-Chip-Fabriken wieder etwas beruhigt, so Steinberger: „Wir nehmen an, dass im Verborgenen weiter an den Politikern gearbeitet wird, um Milliarden Steuergeschenke zu verteilen, aber die Differenzierung der Diskussion hat schon begonnen. Das europäische Problem lässt sich nämlich nicht in Nanometer messen, sondern im Mangel an interessanten, massentauglichen Chipdesigns im Stile von Smartphone- oder Tablet-Prozessoren. Und die rühren daher, dass im Vergleich zu USA, China und Japan hierzulande kaum nennenswerte Forschungs- und Bildungsstrukturen für Mikroelektronik existieren und ebenso wenig eine Investitions- und Support-Landschaft für Chip-Start-ups. Solange Subventionen immer in Großunternehmen versickern, um Dinge zu finanzieren, die diese ohnehin machen, wird sich das nicht ändern.“

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