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Es ist erstaunlich, wie vielseitig und konträr der Begriff Offshore in den letzten Jahrzehnten verwendet wurde.

Es ist erstaunlich, wie vielseitig und konträr der Begriff Offshore in den letzten Jahrzehnten verwendet wurde.Wolfgang Reiss – Fotolia.com

Finden Sie es nicht auch erstaunlich, wie vielseitig und konträr der Begriff Offshore in den letzten Jahrzehnten verwendet wurde? Vom Horrorszenario bis zum Hoffnungsträger.

Anfang des 21. Jahrhunderts musste er herhalten als Synonym für den drohenden wirtschaftlichen Untergang Europas und steigende Arbeitslosigkeit. Offshore, das war in Indien, China oder auch Osteuropa. Dorthin verlagerten damals immer mehr Unternehmen einen Teil ihrer Arbeitsplätze. Im Jahr 2011 steht Offshore als Inbegriff für die Energiewende in Europa. Riesige Windparks vor den Küsten sollen CO2-freien Strom aufs Festland liefern und dabei auch noch Arbeitsplätze schaffen.

Ob die Weltmeere wirklich das neue Eldorado der Stromversorgung werden, ist heute – wie bei jeder Zukunftsvision – allerdings noch ungewiss. Die Herausforderungen sind groß: So sind die Anforderungen an Material und Mensch nicht zu vergleichen mit denen beim Bau einer Anlage auf dem Festland. Praktische Erfahrungen existieren bisher lediglich aus Testprojekten. Das Potenzial ist auf jeden Fall enorm. Neben der aktuellen Euphorie dürfen kritische Fragen jedoch nicht ignoriert werden. Ist es ökonomisch und ökologisch sinnvoll, Windkraft auf dem Meer zu erzeugen? Geht das nicht viel einfacher auf dem Festland, und was passiert mit den Anlagen nach Ablauf ihrer Lebenszeit von 20 Jahren? Lebenszyklusanalysen müssen zeigen, ob Vorteile wie höhere Windgeschwindigkeit und damit höhere Energieausbeute den Aufwand und Wartungsbedarf rechtfertigen.

Das Meer bietet aber noch eine weitere Energieressource: Wasser. Im Jahr 2050 wird es uns seltsam erscheinen, dass wir die Kraft der Wellen so stiefmütterlich behandelt haben. Der aktuelle Offshore-Wind-Boom könnte jedoch eine Art Sprungbrett sein: Kombiniert man beide Technologien, lassen sich Synergien nutzen und Kosten sparen. 

Johannes Mahn

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: Foresight Consulant bei Z_Punkt, Beratungsunternehmen für strategische Zukunftsfragen.

(hw)

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