Lederer Dieter Lederer Management Emotion

Mit dem richtigen Antrieb kommt jeder Mitarbeiter in Bewegung. (Bild: Heinrich Schwarze-Blanke)

Und wieder ist es passiert: Ich hatte mir so fest vorgenommen, im neuen Jahr regelmäßig Joggen zu gehen, wenigstens zweimal die Woche, weil es meiner Fitness guttut. Zwei Monate sind inzwischen um, und wie häufig war ich draußen? Ganze drei Male. Das ist nicht mal ein Viertel der Mindest-Performance, die ich mir vorgenommen hatte.

Vielleicht kennen Sie das aus eigener Erfahrung, nicht nur beim Sport, sondern auch beim Rauchen aufhören, Abnehmen, Aufgaben erledigen und dergleichen. Sie nehmen es sich fest vor, doch Sie tun es nicht. Im Kopf ist alles klar, Trainings-, Entwöhnungs- und Ernährungspläne sind durchdacht und verstanden, trotzdem passiert nichts. Warum? Weil das Herz nicht dabei ist und folglich der emotionale Antrieb fehlt. Mehr als Disziplin und Pflichtgefühl sind dann nicht zu erwarten – Freude macht das keine.

Sehr ähnlich ergeht es mir bei den derzeitigen Ankündigungen in der Automobilindustrie. Dabei stehen „fundamentale Veränderungen“, die „nötigen Maßnahmen“, der „fehlende Mut“, eine „intelligente Gesamtstrategie“, der „Fokus aufs Kerngeschäft“ und „Radikalumbau“ im Mittelpunkt. Wie geht es Ihnen damit? Wie klar ist Ihnen, wo es hingeht und wie emotionalisiert sind Sie dafür?

Andocken ans Erleben

Es scheint nach wie vor nicht in die Köpfe zu wollen, dass mit reinen Zahlen, Daten und Fakten, mit Management-Geschwurbel oder „Rumturnen auf der Meta-Ebene“ kein Mensch hinterm Ofen hervorzuholen ist. Unser Hirn ist im konkreten Erleben unterwegs und filtert all das, was nicht daran andockt, gnadenlos weg. Da nutzen auch resolutes Auftreten und markige Sprüche nichts. Was hilft? Ein Blick in die Salutogenese, die drei einfache Kriterien dafür benennt, dass Menschen sich als tatkräftig und veränderungsbereit erleben:

Sinnhaftigkeit: Ich sehe den Sinn hinter den Veränderungen, die auf mich zukommen, und es lohnt sich, dass ich mich dafür einsetze.

Verstehbarkeit: Ich kann Veränderungen, die auf mich zukommen, im spezifischen Kontext meines Erlebens nachvollziehen und erklären.

Handhabbarkeit: Ich habe die Ressourcen, um Veränderungen, die auf mich zukommen, zu bewältigen, oder bekomme die passende Unterstützung dafür.

In vielen Ankündigungen fehlen zwei oder alle drei Elemente. Kein Wunder, dass dann nichts vorangeht. Bei meinem Joggen lag es übrigens an der Sinnhaftigkeit: „Fitness“ hat nicht genug emotionalisiert.

 

Dr. Lederers Management Tipps

Dr. Dieter Lederer
Dr. Dieter Lederer (Bild: Dieter Lederer)

Management-Profi Dr. Dieter Lederer gibt in seiner Kolumne "Frisch vom Lederer" Einblicke in die Management-Welt deutscher und internationaler Unternehmen. Und Einblick hat der Unternehmensberater sicherlich: Coaching und Beratung von Führungskräften und Managern gehört zum Alltagsgeschäft.

Bisher gab es seine Kolumne nur in der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK, allerdings werden sie künftig auch hier auf all-electronics zu finden sein:

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