Elektrotechnik - Elektronik - Entwicklung

Die Corona-Krise hat vom ersten Quartal 2020 bis zum vierten Quartal 2020 zu einem deutlichen Einbruch der Gesamtzahl an offenen Stellen bei Ingenieuren geführt. (Bild: fotografiedk – Adobe Stock)

Seit dem Tiefpunkt der Corona-Krise ist die Zahl der offenen Stellen für Ingenieure und Ingenieurinnen in den letzten Quartalen stetig gestiegen: 140.000 offene Stellen waren im vierten Quartal 2021 monatsdurchschnittlich zu besetzen – der höchste Quartalswert seit Beginn der Aufzeichnungen des VDI-/IW-Ingenieurmonitors im Jahr 2011. Mehr als 91.000 Jobs verteilen sich auf die klassischen Ingenieurberufskategorien; knapp 49.000 offene Stellen auf Informatikerberufe. Im Vergleich zum Vorjahresquartal zeigte die Arbeitskräftenachfrage mit einem Plus von 51,4 Prozent einen deutlichen Zuwachs. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle VDI/IW-Ingenieurmonitor, den das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für den VDI erstellt. Der Quartalswert vor der Corona-Krise lag bei 117.400 zu besetzenden Positionen.

Für das erste Quartal 2022 ist mit einer weiteren Zunahme der offenen Jobs zu rechnen. Wie sich die konjunkturelle Abkühlung durch den Krieg in der Ukraine auf den Ingenieurarbeitsmarkt auswirkt, bleibt abzuwarten.

Engpässe bei Ingenieuren für Bau und Energie

Im vierten Quartal 2021 weisen die Informatikerberufe mit 48.800 die meisten offenen Stellen auf. Direkt dahinter folgen die Bauingenieurberufe mit 41.700 Stellen. Mit etwas Abstand folgen an dritter Stelle die Ingenieurberufe der Energie- und Elektrotechnik mit 19.300 Stellen. Nach deutlichen Einbrüchen zu Beginn der Corona-Krise sind in den letzten Quartalen wieder deutliche Zuwächse auch in den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik zu verzeichnen. Mit 13.300 offenen Stellen im vierten Quartal 2021 wurde auch hier das Niveau vor der Corona-Krise im vierten Quartal 2019 mit 12.600 Stellen übertroffen.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal gibt es beim gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot ein sehr dynamisches Bild. Insgesamt ergibt sich ein Zuwachs an offenen Stellen in Höhe von 51,4 Prozent. Am stärksten war der Zuwachs des Stellenangebots im Jahresvergleich bei den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung mit 102,7 Prozent. Am zweitstärksten war der Zuwachs bei den Ingenieurberufen der Energie und Elektrotechnik mit plus 98,7 Prozent. Am geringsten war der Zuwachs bei den Ingenieurberufen Metallverarbeitung mit minus 2,0 Prozent und bei den Ingenieurberufen Rohstofferzeugung und -gewinnung mit plus 8,5 Prozent.

Regional gibt es deutliche Unterschiede bei den Engpässen. Am stärksten betroffen ist Sachsen-Anhalt/Thüringen mit 547 gesamtwirtschaftlichen Stellen je 100 Arbeitslosen (gemessen an der Engpassrelation). Darauf folgen Sachsen (523 zu 100) sowie an dritter Stelle Bayern mit einer Relation von 520 zu 100.

Der Ingenieurmonitor wird einmal pro Quartal gemeinsam vom VDI Verein Deutscher Ingenieure und dem Institut der deutschen Wirtschaft herausgegeben und präsentiert einen Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklung relevanter Indikatoren des Arbeitsmarktes in den Ingenieur- und Informatikerberufen.

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