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Die vierte internationale Obsoleszenz-Konferenz findet am 20. Mai virtuell statt. (Bild: COG Deutschland)

| von Martin Large

Die wegen der Corona-Pandemie erstmals ausschließlich virtuell stattfindende Veranstaltung mit neun Vorträgen internationaler Experten steht in diesem Jahr unter dem Motto „Obsoleszenz-Management – der Schlüssel zur Nachhaltigkeit“.

Immer mehr Hersteller und Anwender besonders langlebiger Wirtschaftsgüter sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, dass für die Fertigung oder Instandhaltung ihrer Anlagen oder Geräte dringend benötigte Bauteile, Systeme oder Materialien oft schon nach kurzer Zeit wieder abgekündigt werden oder aus anderweitigen Gründen nicht mehr verfügbar sind. Die Folge: Schon heute sind bis zu 50 Prozent der Gesamtlebenszykluszeiten direkt oder indirekt auf Obsoleszenzen unterschiedlichster Art zurückzuführen. Im schlimmsten Fall können diese Versorgungsprobleme sogar zu einer vorzeitigen Einstellung der Fertigung oder einer Stilllegung von Anlagen und Geräten führen.

Unkalkulierbare Obsoleszenz-bedingte Risiken eliminieren

Ziel der im IIOM vertretenen Verbände, Institutionen, Unternehmen und Einzelpersonen ist es deshalb, gemeinsam Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, mit denen sich unkalkulierbare Obsoleszenz-bedingte Risiken eliminieren oder zumindest minimieren lassen. Das diesjährige Konferenzthema hebt die positive Rolle hervor, die ein professionelles, sich an der internationalen Norm IEC 62402:2019 orientiertes Obsoleszenz-Management dabei spielt.

Die aus dem wissenschaftlichen Bereich (Universität Madrid, Institut Francais de l‘Obsolescence), der Industrie (Alstom, BP, Rolls-Royce) und von Lösungsanbietern (D+D+M, Rochester Electronics, Winslow Adaptics ) zur IIOM Online Conference 2021 eingeladenen Referenten beleuchten in ihren praxisorientierten Vorträgen dazu strategische, technische und kommerzielle Aspekte aus unterschiedlichsten Perspektiven. Die Themenpalette reicht von der grundlegenden Bedeutung des Obsoleszenz-Managements im Zeitalter der Kreislaufwirtschaft über die Implementierung von Obsoleszenz-Managementplänen in der gesamten Lieferkette bis hin zu Lebenszyklus-Simulationen auf Basis eines Life Cycle Index.

Aussteller und Delegierte aus mehr als 15 Ländern

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Dr. Wolfgang Heinbach, IIOM International President und Vorstandsvorsitzender der COGD e.V. COG Deutschland

Nachdem Aussteller und Delegierte aus mehr als 15 Ländern erwartet werden, wurde das Tagesprogramm so gestaltet, dass die Teilnehmer aus Amerika, Asien, Europa und Indien trotz der regionalen Zeitverschiebungen an allen Präsentationen teilnehmen können. Zudem besteht die Möglichkeit, sich mit den Referenten und anderen Teilnehmern zu vernetzen und die Aussteller im virtuellen Ausstellungsbereich zu treffen. Wie schon in den Vorjahren bietet die Veranstaltung damit interessierten Managern, Entwicklern, Einkäufern, Wissenschaftlern und Studenten aus aller Welt die Gelegenheit, mit international anerkannten Experten über alle Facetten des Obsoleszenz-Managements zu diskutieren und eigene Erfahrungen auszutauschen.

„Die Corona-Pandemie und die damit einhergehende aktuelle Bauelementeknappheit führen uns gerade wieder einmal erschreckend vor Augen, wie anfällig vermeintlich sicher geglaubte Lieferketten in der Praxis für unterschiedlichste äußere Einflüsse sind. Fakt ist, dass die Zahl der schon nach kurzer Zeit wieder abgekündigten oder aus anderen Gründen nicht mehr verfügbaren elektronischen Einzelbauteile, Systemkomponenten oder Softwareprogramme in den letzten zehn Jahren massiv zugenommen hat. Es ist zu befürchten, dass die Corona-Pandemie diesen Negativtrend sogar noch weiter beschleunigen wird. Erklärtes Ziel der IIOM-Obsoleszenz-Konferenz 2021 ist es deshalb, den Dialog zwischen Verursachern und Betroffenen weiter zu intensivieren und gemeinsam nach für alle Marktteilnehmer praktikablen und nachhaltigen Lösungsansätzen zu suchen“, so Dr. Wolfgang Heinbach, IIOM International President und Vorstandsvorsitzender der COGD (Component Obsolescence Group Deutschland) e.V.

COGD (Component Obsolescence Group Deutschland) e.V.

COGD ist ein Chapter des IIOM und eine Vereinigung, die sich mit den Ursachen und Folgen von Produktabkündigungen und ihren Auswirkungen auf die eigene Lieferfähigkeit auseinandersetzt. Sie entwickelt Ideen, Konzepte und Hilfsmittel zur vorausschauenden Vermeidung und dem effizienten Umgang mit einmal eingetretenen Produktabkündigungen. Dabei wird auf pragmatische „Best Practices“-Lösungen gesetzt, die aus dem intensiven Erfahrungsaustausch der Mitgliedsfirmen erwachsen. Ziel ist es, die durch Abkündigungen verursachten wirtschaftlichen Folgekosten zu minimieren.

IIOM (International Institute of Obsolescence Management)

Das International Institute of Obsolescence Management (IIOM) ist eine globale Organisation mit vier eigenständigen Landesorganisationen, mehr als 300 Unternehmen und über 1000 Einzelpersonen. Gemeinsames Ziel aller Mitglieder ist es, durch aktives Obsoleszenzmanagement die Risiken, die durch die Verknappung und Veralterung von Materialien, Software sowie elektronischen, elektrischen oder mechanischen Komponenten entstehen, zu minimieren. Aufgabe des IIOM ist es dabei, hohe Praxisstandards und Fachkompetenz zu fördern, einheitliche Rahmenbedingungen für die berufliche Ausbildung im Bereich Obsoleszenzmanagement zu erarbeiten und bereitzustellen, sowie ein breites Bewusstsein und Verständnis für das Thema Obsoleszenzmanagement zu schaffen.

Seit dem Jahr 2015 hat das IIOM u.a. die Entwicklung der neuesten Revision der Obsoleszenz-Norm IEC62402 geleitet, ein anerkanntes Obsoleszenzmanagement-Ausbildungsprogramm für Einzelpersonen eingerichtet und zwei neue Chapter in den USA und Indien gegründet, welche die bestehenden Chapter in Großbritannien und Deutschland ergänzen. Die Gründung von weiteren lokalen Chaptern ist in Vorbereitung.

(neu)

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