Der Cobot-Planer ist vor allem eine Planungshilfe für Roboter-Programmierer. Sie können damit die Bewegungsgeschwindigkeiten berechnen, bei denen ein nahezu beliebiger kollaborativer Roboter sicher mit einem Menschen zusammenarbeiten kann. Fraunhofer IFF

Der Cobot-Planer ist vor allem eine Planungshilfe für Roboter-Programmierer. Sie können damit die Bewegungsgeschwindigkeiten berechnen, bei denen ein nahezu beliebiger kollaborativer Roboter sicher mit einem Menschen zusammenarbeiten kann.





(Bild: Fraunhofer IFF / BGHM)

Der sogenannte Cobot-Planer soll die Planer/Betreiber von Arbeitsplätzen mit MRK unterstützen, die kollaborativen Roboter in der Planungsphase sicher und effizient auszulegen – nach den Grenzwerten aus der ISO/TS 15066. Dies soll den Arbeitsschutz verbessern. Präzise Modelle von Mensch und Roboter bilden die Grundlage für die Berechnungen des Cobot-Planers. Er ist als interaktive Web-Anwendung konzipiert, die allen Interessenten ab sofort über www.cobotplaner.de kostenfrei zur Verfügung steht.

Projektleiter Dr. Roland Behrens vom Fraunhofer IFF fasste die Aufgabe der neuen Planungshilfe so zusammen: Der Cobot-Planer zeigt den Roboter-Programmierern auf, bei welchen Geschwindigkeiten „ein sicherer Betrieb einer Mensch-Roboter-Kollaboration“ möglich ist und zwar vor allem dann, wenn sich Mensch und Roboter berühren können. Erik Sebastian, der das Projekt seitens der BGHM leitete, ergänzte, der Cobot-Planer sei für die Mitgliedsunternehmen der BGHM ein sehr zweckmäßiges Werkzeug: „Das haben bereits Tests in verschiedenen Betrieben gezeigt.“ Aber auch Fachkräfte für Arbeitssicherheit können den Cobot-Planer beispielsweise zur Gefährdungsbeurteilung nutzen.

Prof. Norbert Elkmann, Geschäftsfeldleiter Robotersysteme am Fraunhofer IFF, unterstreicht zudem, dass der Cobot-Planer ein wichtiger Meilenstein sei, um den Engineering-Aufwand bei der Umsetzung zukünftiger MRK-Applikationen deutlich zu reduzieren.

Modelle für die Gefährdungs-Simulation

Die Grundlage des Cobot-Planers bilden verschiedene Modelle, welche die Wirkung eines Kontaktes zwischen Mensch und Roboter präzise nachbilden. Bisher bekannte Modelle waren sehr ungenau. Zu den für den Cobot-Planer verwendeten Modellen zählen ein Gefährdungs- und ein Robotermodell sowie ein biomechanisches Modell des Menschen. Dank des parameterbasierten Robotermodells ist es grundsätzlich möglich, jeden Robotertyp, der sich für den kollaborativen Betrieb eignet, im Cobot-Planer zu verwenden. Das biomechanische Modell des Menschen geht zurück auf die Ergebnisse der Probandenstudien des Fraunhofer IFF, die es weltweit einmalig und im Auftrag der DGUV und BGHM zur Ermittlung biomechanischer Grenzwerte durchführte. Die Simulationsergebnisse des Cobot-Planers hat das Fraunhofer IFF zusammen mit Ärzten der Klinik für Unfallchirurgie der Universität Magdeburg und unter Einbindung der zuständigen Ethikkommission experimentell in Belastungsversuchen mit Probanden validiert.

(dw)

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