Neuartiges Reifegradmodell zur Bewertung der Umsetzung Digitaler Zwillinge

Neuartiges Reifegradmodell zur Bewertung der Umsetzung Digitaler Zwillinge (Bild: msg)

In einer gemeinsamen Studie haben msg und das Fraunhofer-Institut für Produktions­anlagen und Konstruktionstechnik IPK Digitale Zwillinge in der fertigenden Industrie untersucht. Ziel der Studie war es, Erkenntnisse über den konkreten Mehrwert von Digitalen Zwillingen zu gewinnen und eine Standortbestimmung der Unternehmen hinsichtlich dem Einsatzstadium von Digitalen Zwillingen vorzunehmen. Hierzu wurden insgesamt 26 Unternehmen im DACH-Raum befragt und eine – laut Pressemitteilung – neuartige Methode entwickelt, mit der sich der Reifegrad von Unternehmen bewerten lässt. Dabei zeigte die Auswertung, dass zwar ein breites Verständnis von Digitalen Zwillingen existiert, deren Potenzial aber bei weitem noch nicht gehoben wird. So haben 85 % der befragten Unternehmen zwar bereits Konzepte für den Digitalen Zwilling entwickelt. Jedoch verfügen nur 54 % über eine durchgängige Strategie für Digitale Zwillinge.

Konsolidierte Gesamtreife bei Digitalen Zwillingen liegt bei 51 %

Bitkom-Umfrage: So digital sind deutschlands fabriken

Die Digitalisierung der Industrieunternehmen in Deutschland macht derzeit Fortschritte: 59 % der Industrieunternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern nutzen spezielle Anwendungen aus dem Bereich Industrie 4.0. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren und gleichzeitig werden die „Verweigerer“ weniger.

Die Einführung Digitaler Zwillinge kann nach Angaben von msg erst gelingen, wenn die Unternehmen in allen Bereichen, vom Verständnis über die Konzeptentwicklung bis zu den Umsetzungsmaßnahmen, eine hohe Reife erlangt haben. Die konsolidierte Gesamtreife aller Unternehmen liegt derzeit bei 51 %.

„Wenn die europäischen Unternehmen mit ihren Digitalen Zwillingen wettbewerbs- und zukunftsfähig sein wollen, müssen die Unternehmen ihre internen Datensilos aufbrechen, aber auch den Informationsfluss zwischen Nutzer und Zulieferer zulassen“, meint Mitherausgeber Markus Samarajiwa, Lead Business Consultant bei msg. Und David Salamon, Senior Business Consultant bei msg, ergänzt: „Die für den Digitalen Zwilling relevanten Informationen müssen aus dem gesamten Produktlebenszyklus durchgängig bereitgestellt werden.“

„Erst durch die unternehmensübergreifende Kollaboration und eine Vernetzung der Digitalen Zwillinge entfaltet sich das ganze Potenzial des Ansatzes“, sagt Prof. Dr.-Ing. Rainer Stark, Leiter des Geschäftsfeldes Virtuelle Produktentstehung am Fraunhofer IPK und einer der Heraus­geber der Studie. „Hierfür wird eine Standardisierung der Plattformen und Kommuni­kationsschnittstellen erforderlich“, ergänzt Prof. Dr.-Ing. Stark. Künftig soll das Digital Twin Readiness Assessment auch für Unternehmen zugänglich gemacht werden, die nicht an der Studie teilnehmen konnten.

Die Studie lässt sich hier kostenlos downloaden. Eine Zusammenfassung, finden Sie hier

Neue Entwicklung durch das IDTA

Als wäre die Studie zeitlich abgestimmt, haben jetzt der VDMA, ZVEI und Bitkom zusammen mit 20 namhaften Firmen aus Maschinenbau und Elektroindustrie die „Industrial Digital Twin Association“ (IDTA) als Nutzerorganisation für Industrie 4.0 gegründet. Diese will die Entwicklung und den Einsatz von digitalen Zwillingen in Unternehmen vorantreiben.

(ml)

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