Maschinen zur Rohrbearbeitung sind fast immer ein Unikat, da die Anforderungen der Kunden sehr unterschiedlich sind und kein Auftrag dem vorigen gleicht. Die genau angepasste Maschine für die jeweiligen Anfordernisse des Kunden ist in Bezug auf Materialien, Formen und Dimensionen meist eine technische Herausforderung für die Konstrukteure und nicht immer leicht zu realisieren.

Die Rahmengestelle von Rohrtrennmaschinen müssen robust gestaltet sein.

Die Rahmengestelle von Rohrtrennmaschinen müssen robust gestaltet sein. Häwa

Daher ist es für Unternehmen wie ASW-Haller aus Eriskirch am Bodensee wichtig, dass die Rahmenprofile, in die sie ihre Maschinen integrieren, möglichst flexibel einsetzbar, funktional, stabil und äußerst robust sind.

Modularer Aufbau

Das X-Frame-System von Häwa ist ein solches modulares Rahmengestell, das einem variablen Baukastensystem entstammt. Es basiert auf einem Plattformkonzept – ähnlich wie dies aus der Automobilindustrie bekannt ist. Mit X-Frame bleibt der Kunde während des gesamten Entwicklungsprozesses – und auch noch danach – flexibel in der Auslegung seiner Anlage.

Die Maschinengestelle passt der Hersteller auf die jeweiligen Anforderungen des Kunden genau an, um so ein optimiertes Gestell anbieten zu können. Sämtliche Standardteile, die zum Aufbau der Maschinengestelle erforderlich sind, lassen sich auf vielfältige Weise kombinieren. Das bedeutet, dass jegliche Nachrüstungen und Anpassungen der Steuerungstechnik einfach und schnell durchzuführen sind. Das Maschinengestell ist somit kein unflexibler Rahmen, sondern ein mit den Anforderungen wachsendes System. Dieser Punkt ist für ASW-Haller sehr wichtig, da das Unternehmen mit seinen Maschinen unterschiedliche Anforderungen der Kunden erfüllen muss.

Bei der Entwicklung einer präzisen Rohrtrennmaschine ging ASW-Haller sogar noch einen Schritt weiter und hat die komplette Entwicklung des Rahmengestells an Häwa abgegeben. Auf Basis von konstruktiven Angaben und Zielplanungen stellten die Konstrukteure dort das optimale Maschinengestell, inklusive aller notwendigen Halterungen und Adaptionspunkte, für die Maschine aus dem X-Frame-Baukastensystem zusammen.

Eine Detailansicht der Rohrtrennmaschine.

Eine Detailansicht der Rohrtrennmaschine. Häwa

Bei ASW-Haller konnte man so Entwicklungsressourcen einsparen und sich in der Zwischenzeit noch mehr auf das Herzstück der Maschine, die Bearbeitungseinheit, konzentrieren. „Wir hatten uns schon seit langem gewünscht, dass wir das Drumherum unserer Maschinen outsourcen können und haben jetzt mit Häwa einen sehr kompetenten und zuverlässigen Partner gefunden, der uns bei der Entwicklung unserer Maschinengestelle unterstützt“, freut sich ASW-Haller.

Ansprechende Gestaltung

Das Erscheinungsbild der Rohrtrennmaschine war dem Unternehmen wichtig, vor allem weil im Maschinen- und Anlagenbau heutzutage Verkaufsargumente wie Ästhetik, Design und eine schnelle und effektive Montage nicht mehr wegzudenken sind. Im letzten Jahrzehnt hat sich das Bild in den Produktionshallen völlig verändert. „Diesen Trend haben wir schon vor Jahren erkannt und liefern mit X-Frame ein patentiertes, hochflexibles und modulares Baukastensystem für Maschinengestelle an, das eine sehr gute Alternative zu teuren Spezialanfertigungen bietet“, kommentiert Volker Ott, der als Abteilungsleiter für X-Frame Maschinengestelle bei Häwa in Wain tätig ist. „Der Kunde kauft bei uns ein maßgeschneidertes System von der Stange, das sich flexibel an seine Bedürfnisse anpassen lässt.“

Auf einen Blick

Rohrbearbeitungsmaschinen unterscheiden sich stark voneinander. Daher sollten die eingesetzten Rahmenprofile zunächst einmal flexibel aber auch funktional, stabil und robust sein. Das X-Frame basiert auf einem Plattformkonzept; alle für eine Maschine notwendigen Halterungen und Adaptionspunkte finden sich im Baukasten. Ist dieser Service vergeben, kann sich der Kunde auf eigene Aufgaben konzentrieren.

Gerade im Bereich des Maschinenbaus bezeihungsweise des Sondermaschinenbaus hat das einen großen Vorteil: Man kann nahezu alle Prozessmaschinen, die oft unterschiedlich ausfallen, mit einem einheitlichen Gesicht versehen. Dabei ist man frei bei der Designgestaltung und Farbgebung. Die Oberflächen können zum Beispiel gepulvert oder aus Edelstahl ausgeführt sein. „Unsere neue Rohrtrennmaschine entspricht in allen Belangen den Erwartungen an Farbe, Form und Funktion“, zeigte sich der Auftraggeber begeistert. „Das optisch ansprechende Design der ASW-Haller-typischen silbergrauen Flächen, abgesetzt mit blauer Rahmung, ergibt einen nachhaltigen Eindruck von solider Machart und Stabilität“, fährt die Geschäftsführung fort.

Wenn Zuverlässigkeit zählt

Natürlich ist aber nicht nur das Aussehen der Maschine wichtig, sondern vor allem die Funktion. Gerade im Sondermaschinenbau sind Systeme gefragt, die sich durch hohe Stabilität und Belastbarkeit auszeichnen. Das ist auch eines der wichtigen Kriterien, denn je komplizierter die Form der Rohre ist, desto höher werden die Ansprüche an eine vibrationsfreie Stabilität. Ist das nicht gegeben, lassen sich Rohre nicht sauber trennen.

Je komplizierter die Form der Röhre ist, desto größer sind die Ansprüche an eine vibrationsfreie Stabilität. Ansonsten lassen sich die Rohre nicht mehr sauber trennen.

Je komplizierter die Form der Röhre ist, desto größer sind die Ansprüche an eine vibrationsfreie Stabilität. Ansonsten lassen sich die Rohre nicht mehr sauber trennen. Häwa

Die X-Frame-Maschinengestelle sind aus Stahl oder Edelstahl gefertigt. Durch große Streben-Querschnitte erreichte Häwa eine hohe Steifigkeit. Für Zellen ab 1,5 Tonnen fanden Pro-X-Streben aus 3 mm Stahlblech Verwendung, so auch bei der entwickelten Rohrtrennmaschine von ASW-Haller. „Zudem ist der gesamte X-Frame-Rahmen nicht nur ein tragendes Gestell sondern ein Funktionsrahmen, der als großer Kabelkanal dient und zur Unterbringung von pneumatischen und elektronischen Bauteilen konstruiert ist“, erläutert Volker Ott.

Mehrfach zugänglich

An den Verbindungsstellen der Streben sind Aussparungen angebracht, die ein einfaches Durchführen von Kabeln zur jeweiligen Nachbarstrebe ermöglichen. Die Kabel und die Bauteile lassen sich innerhalb kurzer Zeit montieren. Kundenservice, Reparaturen und Erweiterungen sind problemlos möglich. Die Kabel lassen sich auch nachträglich einfach und schnell verlegen oder ändern. Jede Strebe ist zudem mit einer eigenen Tür ausgestattet, die sich nach außen öffnen lässt und jederzeit einen freien Zugang zu den integrierten Bauteilen und Kabeln ermöglicht. Auch eine Nachrüstung mit elektrischen oder pneumatischen Baugruppen ist damit möglich.

„Das X-Frame-Rahmengestell unserer Rohrtrennmaschine sichert eine hochbelastbare Steifigkeit und die Stahlblechabdeckungen schützen darüber hinaus die Innenbereiche vor Verschmutzung, Nässe und Einwirkungen durch rollende oder herunterfallende Gegenstände. Mit den leicht zugänglichen und übersichtlich geordneten Kabeln, Schläuchen, Klemmen und Kontakten im Inneren der Streben sind Inspektionen an der Maschine überhaupt kein Problem mehr“, erläuterte die Geschäftsleitung bei ASW-Haller.