Herr Dr. Kästner, wie läuft das Automotive-Geschäft?

Dr. Matthias Kästner: Automotive ist für Microchip ein wichtiges Geschäftsfeld, in dem wir sehr breit aufgestellt sind und kontinuierlich wachsen. Mit seinem signifikanten Anteil am Gesamtumsatz steht das Automobilgeschäft innerhalb Microchip an zweiter Stelle, direkt hinter dem Industriebereich. Insgesamt hat Microchip im Automotive-Bereich einen Umsatz von über einer Milliarde Dollar, womit wir zu den Top 10 der Hersteller von Automotive-Halbleitern gehören.

„Microchip ist ein Konsolidator innerhalb dieser Konsolidierung“ der Halbleiterindustrie.

Dr. Matthias Kästner: „Microchip ist ein Konsolidator innerhalb dieser Konsolidierung“ der Halbleiterindustrie. Microchip

Stabilität, Kontinuität, langfristige Kundenbeziehungen und hohe Service- und Produktqualität sind Teil der Microchip-DNA – ein guter Match mit den Erwartungen unserer Kunden, insbesondere in den Geschäftsbereichen Automotive und Industrie.

Der Halbleitermarkt befindet sich derzeit in einer dynamischen Konsolidierungsphase, die auch in den nächsten Jahren anhalten wird. Microchip ist ein Konsolidator innerhalb dieser Konsolidierung; in den letzten Jahren übernahmen wir unter anderem die Firmen SMSC, Micrel, Atmel und zuletzt in 2018 Microsemi. Diese Akquisitionen trugen nicht nur zum Umsatzwachstum im Automobilbereich bei, sondern erweiterten unsere Produktpalette signifikant. Unser Spektrum an angebotenen Lösungen ist mittlerweile enorm.

Sie kamen mit der Akquisition von Atmel zu Microchip; wie lief die Eingliederung ab – auch bei den preissensiblen AVR- und PIC-MCUs?

Dr. Matthias Kästner: In dieser dynamischen Marktphase ist die Fähigkeit, ein übernommenes Unternehmen einzugliedern, eine wichtige Kernkompetenz. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Microchip extrem stark darin ist, gekaufte Firmen zu integrieren. Microchips klare Firmenkultur und vor allem die gelebten Werte sowie das Engagement des Top-Managements haben daran einen großen Anteil. Eine zugekaufte Firma wird nicht als selbstständige Einheit belassen: Personen, Prozesse, Systeme und Produkte werden vollständig integriert und werden damit rasch zu einem integralen Bestandteil von Microchip. Zum Teil haben wir im Rahmen von Akquisitionen gesehen, dass wir gefühlt nicht eine Firma kaufen, sondern eher fünf oder sechs Firmen mit unterschiedlichen Kulturen, die aus vorhergegangenen Akquisitionen entstanden sind, aber nie richtig integriert wurden. Wir setzen alles daran, eine akquirierte Firma so schnell wie möglich vollständig zu integrieren. Dabei ist es eine große Herausforderung, in dem schnellen Integrationsprozess die Stärken zu identifizieren und zu bewahren und diese dann auch als Best Practice in Microchip-Classic zu übernehmen.

Die konkrete Eingliederung von Atmel lief gut und zügig ab. Auf der Produktseite haben wir beispielsweise entschieden, dass wir die PIC- und die AVR-Mikrocontroller-Familien nebeneinander fortführen und auch beide langfristig aktiv weiterentwickeln, da es für beide Linien einen großen und loyalen Kundenstamm sowie lebendige Entwickler-Communities gibt. Die Entwicklungsteams wurden zusammengeführt, denn nur so können wir das Beste aus beiden Familien in neuen Produkten einführen. Generell ist langfristiges Denken und Handeln und Verlässlichkeit für unsere Kunden für uns besonders wichtig.

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