Expertenpanel Mikroelektronik 2010: Positionspapier von Führungskräften aus Unternehmen und Forschungsinstituten der Mikroelektronik.

Expertenpanel Mikroelektronik 2010: Positionspapier von Führungskräften aus Unternehmen und Forschungsinstituten der Mikroelektronik.

Einerseits bleibt die Mikroelektronik wichtige Basistechnologie für Leitmärkte wie Automotive, Energie- und Medizintechnik: Sie treibt die Volkswirtschaft voran und eröffnet dem Standort Deutschland gute Chancen, sich in der aktuellen Umbruchsphase mit intelligenten Verbindungen aus Technologie und Produkt sowie neuen Geschäftsmodellen weiter zu behaupten. Andererseits vermisst die Branche laut dem Expertenpanel Mikroelektronik des VDE/?ZVEI eine gesamteuropäische Strategie, mit der Mikroelektronik als Innovationsmotor gefördert wird. Erste Ansätze dazu seien mit der Key-Enabling-Technology-Initiative der EU-Kommission vorhanden, die müssten aber weiter vorangebracht werden. Denn die nationalen Forschungsbudgets in Europa sind für sich genommen jeweils zu klein, um eine stabile und zukunftsfähige Kompetenzplattform für die Mikroelektronik zu schaffen. Da sich Halbleiter-Know-how durch voranschreitende Integration auf Systeme­bene immer stärker mit dem Systemwissen der Firmen verzahnt, könnte sich ein Abwandern von Chipfertigung und -Design aus Deutschland negativ auf die mikroelektronische Forschung und die industriellen Anwenderbranchen auswirken. Folge: Verstärkte Abhängigkeit von subventionierten Standorten außerhalb Europas.
Beim Erhalt des Mikroelektronikstandorts Deutsch­land geht es um den Erhalt von Halbleiter-Fabriken, den Ausbau des Systemwissens und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas. Weitere Probleme laut den Experten: der Fachkräftemangel, Finanzierungsengpässe, Steuer- und Abgabenlast sowie bürokratische Barrieren. Dies sind warnende Kernbotschaften des Expertenpanels Mikroelektronik 2010.