Mit dem Barryvox von Mammut lassen sich mehrere Personen gleichzeitig präzise orten.

Mit dem Barryvox von Mammut lassen sich mehrere Personen gleichzeitig präzise orten.Schreiner ProTech

Nach einem Lawinenabgang sind die ersten 20 Minuten für die Rettung von Verschütteten entscheidend. Danach nimmt die Überlebenschance rapide ab. Lawinenverschütteten-Suchgeräte wie das Barryvox helfen bei der raschen Bergung von Alpinsportlern. Wenn jede Minute zählt, ermöglicht die Kombination aus durchdachter Technik und einfacher Bedienbarkeit niedrige Suchzeiten. Stürze und Witterung dürfen dabei die Funktion der Lawinensuchgeräte nicht stören. Ausreichend Schutz für die komplexe Elektronik ist ein robustes Gehäuse und die Druckausgleichselemente (DAE) von Schreiner ProTech. Wichtig ist es die Be- und Entlüftung der Lawinenverschütteten-Suchgeräte sicherzustellen und das Eindringen von Nässe verhindern.

Drei Antennen, der Digital-Analogmodus sowie Distanz- und Richtungsanzeigen: Das Barryvox ist laut des Herstellers Mammut das erste Verschütteten-Suchgerät mit einer integrierten 360º-Richtungsanzeige; es wurde bereits mit dem Ispo-Outdoor- und dem Volvo-Design-Award ausgezeichnet. Das Gerät ortet im Digital- und Analogmodus präzise und schnell. Hilfsmittel wie Signalanaylse, akustische Suchunterstützung, Verschüttetenliste und Markierfunktion sorgen dafür, dass sich mehrere Verschüttete gleichzeitig in einer Verschüttetenliste anzeigen lassen. Die maximale Reichweite liegt bei 95 Metern (analog) und 60 Metern (digital), die Suchstreifenbreite bei 50 Metern. Auch Bewegungsaktivitäten, die als Lebenszeichen interpretierbar sind, sind feststellbar. Dafür verfügt das Pulse Barryvox über Sensoren, die Bewegungen des Körpers detektieren (wie sie in inneren Organen, Herz oder Lunge entstehen können). Jede Bewegung gilt als Lebenszeichen und erhöht die Chance auf Rettung. Distanz- und Überlebenswahrscheinlichkeitskriterien unterstützen die Auswahl der Suchobjekte. Zusätzlich zur 457-kHz-Frequenz übermittelt das Gerät die Daten über einen weiteren Kommunikationskanal (W-Link-Schnittstelle).

Druckausgleichselemente in Form von Membranen verschließen Gehäuseöffnungen wasser- und staubdicht.

Druckausgleichselemente in Form von Membranen verschließen Gehäuseöffnungen wasser- und staubdicht.Schreiner ProTech

Die integrierte Elektronik ist widrigen Bedingungen ausgesetzt und die Geräte müssen ständig ohne Wartezeit funktionstüchtig sein – bei Temperaturen bis -20° C und bis 15 cm unter Wasser. Ein wasserdichtes und stoßfestes Gehäuse ist daher unverzichtbar. Das Gerät darf aber nicht komplett luftdicht abgeschlossen sein. „Bei einer raschen Änderung von Temperatur und Höhe über dem Meeresspiegel – zum Beispiel beim Heliskiing oder einer rasanten Abfahrt – kann es zu Druckunterschieden kommen, die die Membrane des Lautsprechers in ihrer Funktion beeinträchtigen und bis hin zu einer Fehlfunktion oder Beschädigung führen können“, erklärt Ilari Dammert, Product Manager bei Mammut. Um dies zu verhindern, ist ein entsprechender Druckausgleich notwendig.

Druckausgleichselemente: Luft ja, Nässe nein

Damit die Lawinensuchgeräte verlässlich funktionieren, muss die Be- und Entlüftung gesichert sein, allerdings dürfen weder Nässe noch Schmutz eindringen. Zum Luftaustausch und Druckabbau im Barryvox-Gehäuse dienen die Druckausgleichselemente von Schreiner ProTech. „Die Druckausgleichselemente verhindern den Überdruck im elektronischen Gehäuse und sind gleichzeitig durch ihre spezielle Membrane vollkommen wasserundurchlässig“, sagt Daniel Reichen, Vertriebsverantwortlicher für die Schweiz bei Schreiner ProTech. Für den Einsatz im Lawinensuchgerät fixierten die Entwickler auf Basis der Kundenangaben die Membranauslegung mithilfe eines Berechnungsmodells. Materialart und Oberflächengüte des Gehäuses waren entscheidend für die passende Klebstoffauswahl. „Wir bieten unseren Kunden individuelle Serviceleistungen in allen Entwicklungsstufen an – vom Bauteildesign bis hin zur Validierung und Applikation – und sind während der Integration in den Serienprozess vor Ort. Das heißt, wir kümmern uns auch um Schulung, Wartung und Reparatur der Verarbeitungsanlagen“, so Reichen.

Druckausgleichs-elemente

Druckausgleichselemente verschließen Gehäuseöffnungen wasser- und staubdicht; Öle und Treibstoffe perlen an der Oberfläche ab. Die selbstklebend ausgerüstete Membran ist luftdurchlässig aber wasserundurchlässig und gleicht dabei Druckunterschiede aus. Sie erfüllen die IP-Schutzart IP66 und IP 67 (DIN 40050 Teil 9) und durch ihre Konfektionierung auf Rolle eignen sie sich für manuelle oder automatische Applikationen.

Zur Validierung der Druckausgleichselemente führten die Entwickler Belastungstests durch. Bei einem definierten Eintauchtest lag das Gerät 15 cm unter Wasser, um einen Tauchgang in einem Gebirgsbach zu simulieren. Einige Tage wurde das Barryvox bei 95 Prozent Luftfeuchte aufbewahrt. Im Anschluss an diese Tests erfolgte das Prüfen der mechanischen Stabilität der Membrane. „Membrane und Kleber hielten dem mechanischem Druckaufbau rundum stand“, bestätigt Ilari Dammert. Auch bei Manipulationsversuchen mit einem scharfen Messer und einer Flachzange erwies sich die Haftung als sehr gut. Appliziert werden die Druckausgleichselemente bei Mammut mittels eines Hilfswerkzeugs. Nachdem das Barryvox-Oberteil für die Endmontage vorbereitet ist, erfolgt das Anpressen das Druckausgleichselements. „Für uns bieten die Druckausgleichselemente eine kostengünstige Möglichkeit, die zuverlässige Funktion der Barryvox-Lawinensuchgeräte zu unterstützen“, so Dammert. Damit können Anwender sicher sein, dass die Verschütteten-Suchgeräte auch bei starkem Schneefall, Regen und Nässe funktionieren.