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EMS-Bereichsmanager Willi Keckstein ist selbst seit mehr als 26 Jahren in der Elektronikfertigung tätig.
Das Engineering- und Produktionsportfolio von Gigaset EMS hat eine Bandbreite von Funkfernbedienungen für Maschinen und Anlagen mit integriertem DECT-Funk bis hin zu High-End-Designterminals mit Touchscreen für die Solar-Industrie.
Alles aus einer Hand: Da gehört das Engineering ebenfalls dazu.
Großen Wert legt Gigaset auf eine hochmoderne Fertigung: Gut ausgebildete Fachkräfte ermöglichen erst die enge Verzahnung der gesamten internen Wertschöpfungskette.
Bewährt: Aus der 20-jährigen DECT-Erfahrung leitet sich eine sehr robuste, störungsarme und kostengünstige Technologieform ab. Im Bild ein weltweit zertifiziertes Funkmodul für die industrielle M2M-Kommunikation.

Die durchgängige Wertschöpfungskette an einem Standort – so lässt sich das Erfolgskonzept von Gigaset Communications zusammenfassen. Vom Standort Bocholt aus wandern neben DECT-Telefonen  mit DECT Industrial oder DECT ULE auch kundenspezifische Produkte über das gesamte Erdenrund. Dort findet die Entwicklung, Herstellung und Distribution hochwertiger Elektronik-Designprodukte in Europa statt. „Von der Design-, Hard- und Softwareentwicklung, über die Prototypenfertigung, die globale Materialdisposition bis hin zur Kleinserien- oder High-Volume-Fertigung elektronischer Komponenten und hochwertiger Kunststoffteile – all das ist das Ergebnis einer mehr als 50-jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Elektronikentwicklung und -produktion“, betont Willi Keckstein, EMS Project Manager von Gigaset Communications.

Die Produktion in Deutschland ist hoch automatisiert, die Varianten werden so weit wie möglich ganz am Ende des Fertigungsprozesses programmiert. Ein großer Vorteil des Standortes Bocholt sei die enge Vernetzung zwischen Entwicklung, Produktion und Logistik vor Ort. Mit Bocholt im Westmünsterland verbindet Keckstein noch mehr: „Die Lage bringt die Nähe zum Kunden und ermöglicht so, flexibel auf logistische Anforderungen reagieren zu können.“ Kunden innerhalb von Deutschland beliefert das Unternehmen innerhalb von 24 h, Kunden innerhalb Europas in drei Tagen. Hier lassen sich viele Probleme „auf Zuruf“ lösen. Vor allem können die Mitarbeiter schon beim Erstellen eines neuen Produktkonzeptes gemeinsam erarbeiten, was man weglassen kann, was standardisiert und was automatisiert werden kann. „Die Mitarbeiter betrachten wir nicht als Kostenfaktor, sondern als Wissensträger“, bekräftigt Keckstein. Ziel sei es, möglichst viele Standards zu verwenden, auf Basis von Plattformen zu arbeiten und damit Typenvielfalt und Zahl der Teile über das gesamte Portfolio zu reduzieren. Das Resultat fasst der Experte so zusammen: „Unsere Kunden profitieren insbesondere vom hohen Qualitäts- und Prozessstandard und von der automatisierten und flexiblen Herstellung. Produktlösungen ‚Made in Germany‘ zu wettbewerbsfähigen Preisen also.“

Industrielösungen made in Germany

Nach dem Verkauf der ehemaligen Siemens-Tochter Gigaset an den Investor Arques im Jahr 2008 ist dem Telefonhersteller Gigaset bereits im ersten Halbjahr 2010 der Turn-around gelungen. Zwischenzeitlich kann der Mittelständler auf vier Geschäftsbereiche verweisen. Mit seinem Geschäftsbereich ‚Consumer Products‘ hat es Gigaset nach eigenem Bekunden geschafft, zum Marktführer im Bereich der DECT-Telefonie zu avancieren. Immerhin sind über 1.600 verkaufsfähige Varianten erhältlich. Der Bereich ‚Business Customers‘ beschäftigt rund 100 Mitarbeiter, konzentriert sich auf Kommunikationslösungen für Unternehmen und hat dabei die Plattform Gigaset Pro im Rennen. Ganz anders der Bereich ‚Home Networks‘: Gigaset Elements und Sensoren verbinden den Anwender über eine Cloud mit seinem Zuhause. Ein weiterer Bereich ist die Elektronikfertigungs-Dienstleistung, EMS, was Gigaset Engineering Manufacturing Solutions nennt. Dieser Unternehmensbereich vereint die 50-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Elektronikentwicklung und -produktion in sich, wovon Industriekunden profitieren.

Etwa 50 Produktionssysteme umfasst die Gigaset-Fertigung am Standort Bochholt: Das Werk verfügt über 50 Produktionssysteme, von der SMT- und THT-Bestückung, einer eigenen Kunststoffspritzerei und einem mehrfach prämierten Werkzeugbau vor Ort, bis hin zu vollautomatischen Spezialsystemen für die Display- und die Endmontage. Dass das Werk wirtschaftlich genug ist, um sich gegen eine Produktion in Asien durchzusetzen, verdankt der Standort den kontinuierlichen Optimierungsbestrebungen des Managements, das sich von Anfang an für die Automatisierung in der Produktion entschloss. Heute verlassen rund 800.000 bis hin zu 1,7 Mio. Telefone das Werk pro Monat für den weltweiten Export.

Kundenprodukte können je nach Anforderungsprofil und Einsatzort mit unterschiedlichen Kommunikationstechnologien verbunden werden. Sei es im Bereich der Wartung und Fernabfragen, der Überwachung und Alarmierung oder in der Betreuung hilfsbedürftiger Personen, ein erfahrenes Team von Hard- und Softwareentwicklern steht den Kunden zur Verfügung. Von der Bestückung der Leiterplatte bis zur Verpackung von Fertigprodukten und der Übergabe an den Spediteur arbeitet das Werk am Standort Bocholt mit automatisierten Prozessen. Gleichzeitig bestünde aber auch die Möglichkeit, kleinste Losgrößen bis hin zur Stückzahl 1 für den Musterbau zu fertigen, erläutert Keckstein. Der EMS verbaut am Standort mit XXX SMT-Linien jährlich 4,2 Milliarden SMD-Bauteile.

Die langjährige Erfahrung und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Zulieferern, Dienstleistern und Spediteuren bringt dem Kunden weitere Vorteile in der Beschaffung von Rohmaterialien. Basierend auf dem Supplier-Managed-Inventory-Konzept, ist es möglich, Fertigungsmaterialien flexibel zu beschaffen. Ein eigenes Büro in Shanghai arbeitet mit vielen Lieferanten entlang der Wertschöpfungskette, sodass sich kurzfristige Bedarfserhöhungen auf diese Weise schnell und flexibel decken lassen. Industriekunden können ebenfalls auf das Vertriebsnetz der Gigaset zurückgreifen, das in 70 Ländern präsent ist, eine lückenlose Abdeckung des europäischen Marktes bietet und Flagge auf dem internationalen Parkett zeigt.

DECT als EMS-/ODM-Kompetenz

Mit einem Alter von 20 Jahren ist die DECT-Technik (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) für die meisten Menschen sicherlich der Großvater der Funkstandards. In punkto Qualität, Effizienz und Kosten gilt DECT gelegentlich als „Hidden Champion“ mit großem Potenzial für die Zukunft. Wenngleich den meisten die 1993 eingeführte und weltweit millionenfach verbreitete DECT-Technologie bekannt ist, vermuten viele darin weder eine innovative noch eine zukunftsträchtige Technik. Doch genau das ist der Fall: „In der Reife liegt die Kraft“, beschwört Keckstein die Langlebigkeit von DECT. Aus der 20-jährigen Erfahrung leitet sich eine sehr robuste, störungsarme und kostengünstige Kommunikationsform ab. Die Vorteile ergeben sich durch die Verbreitung. Und diese ist im Fall von DECT gewaltig. Des Weiteren fallen für das für DECT reservierte Frequenzband keine zusätzlichen Lizenzgebühren an.

Die Highlights liegen in den Bereichen Qualität und Effizienz. DECT wurde ursprünglich für die schnurlose Übertragung von Sprache und Daten entwickelt. Seit den Anfangszeiten wurden Qualität und Leistung des Standards kontinuierlich weiterentwickelt. Die Übertragung von Sprache benötigt zwar nicht mehr als 32 kBit/s bis 64 kBit/s, doch über eine Kanalbündelung ist es heute prinzipiell möglich, Musik- und Mediendaten mit bis zu 550 kBit/s zu senden. Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 6 MBit/s werden bald möglich sein; eventuell kann sich der Kommunikationsstandard dann über die Sprachübertragung hinausgehende Anwendungsgebiete erschließen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des DECT-Standards hat zu den energiesparenden Erweiterungen Eco DECT, Eco DECT Plus und DECT ULE geführt. Die ersten beiden Technologien sind für eine Reduzierung der Sendeleistung verantwortlich. Der Standard DECT ULE (Ultra Low Energy) ermöglicht es zusätzlich, besonders energiearm zu operieren, sodass zum Beispiel in mobilen, kabellosen Anwendungen die Energie einer Knopfzelle ausreicht, um das Gerät über große Zeiträume mit Energie zu versorgen.

Mit dem DECT-Standard auf Erfolgskurs

Der EMS bietet am Standort Bocholt seine DECT-HF-Engineering- und Fertigungskompetenz aus einer Hand an. Die Verbindung von Know-how, Produktionstechnik und einem ausgereiften Supply-Chain-Netzwerk sollen Gigaset für Industriekunden attraktiv machen. Alle Schlüsselfunktionen befinden sich am Standort Bocholt, aufkommende Fragen oder weitere Aufgaben können schnell und unkompliziert beantwortet und erledigt werden. Von der ersten Idee bis zur Lieferung zum Endkunden befinden sich alle Schlüsselfunktionen in einer Hand.