Die Automobilkarossen befinden sich auf einer Transportvorrichtung, die von vernetzbaren Hybrid-Motorstartern angesteuert wird.

Die Automobilkarossen befinden sich auf einer Transportvorrichtung, die von vernetzbaren Hybrid-Motorstartern angesteuert wird. Phoenix Contact

Dürr Systems verwendet die Hybrid-Motorstarter beispielsweise für seine Anlagen zum Transport von Automobilkarossen während der Lackierung. Zu den Kunden der Dürr-Gruppe zählen neben den Automobilherstellern und –zulieferern auch der Maschinenbau sowie die Chemie-, Pharma- und holzverarbeitende Industrie. Die rund 15 000 Mitarbeiter an 92 Standorten in 28 Ländern haben 2015 etwa 3,8 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Eine der Produktions- und Montagestätten des Unternehmens befindet sich im polnischen Radom rund 100 km südlich von Warschau. Dort werden unter anderem Lösungen zum Transport von Automobilkarosserien während der Lackierung und der Endmontage gefertigt. Zudem stellen die Mitarbeiter technische, mechanische und elektronische Dokumentationen sowie Software und Visualisierungslösungen für Fördersysteme her, beaufsichtigen deren Montage und betreuen sowie schulen die Angestellten des jeweiligen Kunden.

Bis zu vier Funktionen in einem Gerät

Die Hybrid-Motorstarter Contactron von Phoenix Contact vereinen bis zu vier Funktionen in einem Gerät: Motorstart- und Wendefunktion bis 3 kW, Motorschutz gegen Überlast und einen Not-Halt bis Performance Level PL e. Neben Standardgeräten für die Parallelverdrahtung sind vernetzbare Varianten erhältlich, die sich in Feldbusumgebungen integrieren lassen. Dabei erfolgt die Vernetzung zum Gateway über das so genannte Interface-System (IFS), welches aus Teilnehmern besteht, die sich über den Tragschienen-Busverbinder (T-Bus) verbinden lassen.

Die Hybrid-Motorstarter Contactron vereinen Motorsteuerung (Mitte) und Motorstrommessung (rechts) und lassen sich per Gateway (links) und T-Bus (Tragschiene) untereinander und mit Feldbussen verbinden.

Die Hybrid-Motorstarter Contactron vereinen Motorsteuerung (Mitte) und Motorstrommessung (rechts) und lassen sich per Gateway (links) und T-Bus (Tragschiene) untereinander und mit Feldbussen verbinden.

Neue Lösungen für Fördersysteme

In der Dürr-Niederlassung in Polen beschäftigen sich die Mitarbeiter neben neuen Transportsystemen für die Lackier- und Montagetechnik auch mit entsprechenden Schaltschränken.

In der Dürr-Niederlassung in Polen beschäftigen sich die Mitarbeiter neben neuen Transportsystemen für die Lackier- und Montagetechnik auch mit entsprechenden Schaltschränken. Phoenix Contact

Um die Fortschritte im Bereich der Steuerungstechnologien sowie die wachsende Bedeutung der IT für die Automatisierung und Visualisierung moderner Anlagen in eigene Konzepte einfließen zu lassen, arbeiten die polnischen Kollegen gemeinsam mit den Fachleuten am Hauptsitz in Bietigheim an neuen Steuerungssystem-Lösungen im Umfeld der Fördertechnik. Dazu eruiert das Unternehmen stetig den Komponentenmarkt. Sind passende Geräte gefunden, werden sie geprüft und – sofern sie einen deutlichen Mehrwert für den Kunden schaffen – in den weltweiten Dürr-Standard überführt.

Für einfache Fördertechnik-Aufgaben verbaute der Konzern bereits in der Vergangenheit Schütze sowie die kompakten, digital ansteuerbaren Hybrid-Motorstarter Contactron von Phoenix Contact. Eine vernetzbare Gerätevariante eröffnet nun weitergehende Möglichkeiten: Über ein Gateway sind die Hybrid-Geräte an eine Steuerung angebunden, beispielsweise per Profinet, Profibus, Modbus TCP, Ethernet/IP oder CANopen. Dabei lassen sich mehrere Motorstarter über einen Tragschienen-Busverbinder (T-Bus) an das jeweilige Gateway ankoppeln. Das Ansteuern erfolgt direkt über die Busleitung, sodass digitale Ausgänge sowie eine aufwändige Parallelverdrahtung der Motorstarter entfallen. Darüber hinaus verfügen die Gateways über acht frei parametrierbare digitale Eingänge und vier digitale 24-V-Ausgänge, weshalb bei dezentralen Anwendungen keine zusätzlichen Remote-I/Os notwendig sind.

Zusätzliche Messtechnik entfällt

Anwender erhalten über die Gateways eindeutige Zustandsmeldungen der Motorstarter, beispielsweise Informationen über den Ausfall einer oder mehrerer Phasen, eine Überlastwarnung und -meldung, Unterlastmeldung, die Anzahl der Schaltspiele sowie den aktuellen Motorstrom. Dadurch vereint die Komponente Motorstarter sowie –strommessung; eine zusätzliche Messtechnik entfällt. Im Rahmen von Digital@Dürr – der Industrie 4.0-Strategie des Anlagenbauers – ist das ein Schritt im Hinblick auf die sofortige Bereitstellung von relevanten Daten, denn die Informationen über die vernetzten Motoren sind weltweit zugänglich, was die Wartung der Antriebe vereinfacht.

Dezentraler Aufbau

Bis zu 32 vernetzbare Hybrid-Motorstarter lassen sich über ein IFS-Gateway an die gängigen Bussysteme anbinden.

Bis zu 32 vernetzbare Hybrid-Motorstarter lassen sich über ein IFS-Gateway an die gängigen Bussysteme anbinden. Phoenix Contact

Durch den Einsatz von Profinet sowie Ethernet/IP und entsprechender Gateways konnten die elektrischen Schaltanlagen dezentral und in direkter Umgebung der Motoren aufgebaut werden. Installiert sind die Motorstarter in kleinen Schaltschränken unterhalb der Rollenbahnen, wobei die Schränke neben Reihenklemmen und Sicherungsautomaten ein Profinet-Gateway und vier Hybrid-Motorstarter beinhalten. Das Gateway dient dabei als Buskoppler und digitales Eingangsmodul, das mit seinen acht frei nutzbaren digitalen Eingängen die Signale der in der Anlage befindlichen Näherungsschalter sammelt.

Um zukünftig noch kompakter zu bauen, will Dürr acht Hybrid-Motorstarter an einen Profinet-Buskoppler anschließen, wobei die Variante ein weiteres I/O-Modul in dieser Bauform erfordert. Phoenix Contact liefert dafür ein digitales Erweiterungsmodul in den passenden Gehäuseabmessungen mit acht digitalen 24-V-Eingängen und vier digitalen 24-V-Ausgängen.