Das Nutzerinterface für die Kontrolle eines Multicore-Systems und das Debugging hat PLS in der Universal Debug Engine 4.2 verbessert und vereinheitlicht. Der Anwender kann die Farben festlegen und Ansichtsgruppen für einzelne Funktionseinheiten definieren, um die Übersicht auch in komplexen SoCs zu behalten und besser zu navigieren. Für die Kontrolle durch den Debugger kann der Anwender die einzelnen Cores gezielt selektieren und synchronisieren. Dazu nutzt UDE auch die vorhandenen On-Chip-Trigger- und Synchronisationsmöglichkeiten unterschiedlicher Bausteine-Hersteller, ohne dass der Anwender die On-Chip-Logik im Detail kennen müssten.

Die Universal Debug Engine (UDE) 4.2 mit stark erweiterte Kontroll- und Testverfahren für Multi-Core-Targets.

Die Universal Debug Engine (UDE) 4.2 mit stark erweiterte Kontroll- und Testverfahren für Multi-Core-Targets.PLS

Auch das Trace-Framework hat neue Eigenschaften erhalten. PLS verlagerte die Datenverarbeitung in einen separaten Prozess, um die Geschwindigkeit der Auswertung zu erhöhen. Damit ist es auch möglich, Trace-Sessions persistent zu speichern und später zu analysieren, auch ohne direkten Zugriff auf das Target. Zudem gibt es jetzt umfangreiche Filter und die Möglichkeit, aufgezeichnete Ereignisse verschiedener Trace-Quellen unterschiedlich einzufärben.

Für die  Aufnahme der Trace-Daten steht mit dem Universal Access Device (UAD) 3+ ein leistungsfähiges Hardware-Tool mit 4 GByte externem Trace-Speicher zur Verfügung. Der Aurora-Trace-Pod unterstützt vier serielle High-Speed-Lanes mit jeweils bis zu 3,25 GBit/s und der parallele Trace-Pod zeichnet Signale bis 500 MHz auf. Eine schnelle und sichere Auswertung der immensen Trace-Datenmengen wird durch ein neues, die ISO-26262-Anforderungen berücksichtigendes Modul unterstützt, das auch die Coverage-Analyse von optimiertem Code ermöglicht. Dazu hat PLS das DWARF-Format so erweitert, dass der Debugger auch Kontrollflussänderungen erkennt, die der Compiler zur Optimierung ausgelöst hat. Eine erste Implementierung durch den Compilerhersteller Hightec hat bereits seine durchgängige Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt.

Zu den von der UDE 4.2 neu unterstützten Mikrocontrollern zählen die aktuellsten Steps der Aurix-Familie von Infineon, der Qorivva-Bausteine MPC57xx von Freescale sowie der SPC57x-Familie von ST. Bei diesen drei Modellreihen können auch die Programme für die integrierten Generic Timer Module (GTM) und Hardware Security Module (HSM) debuggt werden. Auch die speziell für sicherheitskritische Applikationen nach IEC 61508 SIL-3 oder ISO 26262 ASIL D entwickelte Cortex-R4-basierte Hercules-Mikrocontroller-Plattform von Texas Instruments mit den Baureihen TMS570LS und RM4x und die Cortex-M0-basierten XMC1000-Bausteine von Infineon werden von der UDE 4.2 uneingeschränkt unterstützt.