Jörg Krautter,Geschäftsführer Marketing und Technologie bei Murrelektronik in Oppenweiler ist sich sicher: „In fünf Jahren wird es nur noch fertig konfektionierte Servoleitungen mit einem umspritzten Stecker geben.“

Jörg Krautter,Geschäftsführer Marketing und Technologie bei Murrelektronik in Oppenweiler ist sich sicher: „In fünf Jahren wird es nur noch fertig konfektionierte Servoleitungen mit einem umspritzten Stecker geben.“ IEE

Servomotoren werden häufig mit M23-Steckverbindern angeschlossen. Da sie kompakt sind, haben sie sich als Standard gegenüber Klemmkästen durchgesetzt. „Sie sind das mit Abstand am weitesten verbreitete Anschlusssystem bei Servoantrieben“, betonte Jörg Krautter, Geschäftsführer Marketing und Technologie bei Murrelektronik, während der Pressekonferenz auf der Hannover Messe. Bisherige Steckverbinder im M23-Format sind aus vielen Einzelteilen selbst zu konfektionieren. Eine unbefriedigende Lösung, erklärt Krautter: „Viele Anwender kritisieren immer wieder deren mangelnde Dichtigkeit, ein schlechtes Verhalten bei Schock und Vibration sowie die umständliche und zeitaufwendige Montage.“ Dem Missstand will Murrelektronik demnächst mit angespritzten Leistungs- und Signalleitungen ein Ende setzen. Dazu wird das vorhandene Know-how bei M8- und M12-Steckverbindern, bei denen solche Probleme nicht auftreten, auf die Steckergröße M23 übertragen. Beispielsweise enthält der Kabelmantel Carbon-Nanotubes, die für die Schirmung und Ableitung der EMV-Störungen sorgen. Produziert werden die Servo-Leitungen am Standort Stollberg, wo derzeit eine Fertigungslinie für M23-Leitungen entsteht. Ziel ist, ab September täglich 1.200 bis 1.500 Leitungen auszuliefern. Zum Start orientiert sich das Unternehmen am Siemens-Katalogprogramm für Servo-Anschlusskabel. Dazu Krautter: „Alles was Siemens umspritzt liefert, wird es auch bei uns geben – in 10-cm-Schritten und ab Stückzahl 1 bestellbar.“ Sogar die Artikelnummern von Siemens fließen 1:1 in die Murr-
elektronik-Bezeichnungen ein. Die M23-Servoleitungen gibt es für die Schnittstellen zwischen den Servoreglern und Servomotoren als Leistungsleitungen in orange sowie und als Signalleitungen in grün. Motorseitig werden die M23-Steckverbinder in unterschiedlichen Kontaktbelegungen zur Verfügung stehen. Reglerseitig werden bei den Leistungsleitungen passgenaue Stecker für Siemens-Servoregler und unterschiedlich konfektionierte oder offene Leitungsenden angeboten; bei den Signalleitungen Sub-D-Stecker. Ein Drive-Cliq-Programm ist  ebenfalls in Vorbereitung. 

Netzteil-Serie: Immer näher am Optimum

Aus dem Bereich Stromversorgung stellte Krautter eine neue Generation Schaltnetzteile vor: Emparro. Die Schaltnetzteile erreichen einen Wirkungsgrad von bis zu 95 % – „nicht nur bei maximaler Auslastung, sondern im weitaus häufigeren Betriebszustand Teillast“, stellt Krautter ein Detail in den Vordergrund. Ein spezielles Schaltungskonzept ermöglicht die im Vergleich zu anderen Schaltnetzteilen geringeren Verluste. Außerdem sorgt die Kombination aus Power-Boost und Power-Limiter für ein sicheres Startverhalten von Lasten mit hohen Anlaufströmen: Für maximal 4 s liefert das Netzteil bis zu 150 % der Nennleistung. Treten Kurzschlüsse oder Überlastungen auf, wird die Ausgangsspannung über einen konstanten Strom auf 100 % des Nennstroms oder im Power-Boost-Modus auf 150 % begrenzt. Mit dieser Funktion (Power-­Limiter) schützt sich das Schaltnetzteil vor Beschädigungen und verhindert Stromspitzen beim Einschalten.

Die Netzteilserie Emparro glänzt mit bis zu 95 % Wirkungsgrad im Teillastbetrieb.

Die Netzteilserie Emparro glänzt mit bis zu 95 % Wirkungsgrad im Teillastbetrieb. Murrelektronik

„Zudem sorgt die geringere Verlustleistung dafür, dass sich das Schaltnetzteil deutlich weniger erwärmt.“ Krautter führt hier Thermografie-Bilder vergleichbarer Konkurrenz-Netzteile an. Die Bauteile werden somit um einiges weniger thermisch beansprucht. Das gleiche gilt auch für die Komponenten, die in unmittelbarer Nähe zum Netzteil montiert sind. „Sie sind weit weniger durch Temperatureinwirkungen beeinträchtigt als bei herkömmlichen Schaltnetzteilen“, erklärt Krautter. Insgesamt stehen sieben Varianten von Emparro zur Verfügung, mit Ausgangsspannungen von 12, 24 und 48 V. Die Schaltnetzteile verfügen über einen breiten Eingangsspannungsbereich von 85 bis 265 V AC (90 bis 250 V DC). Ein Alarmkontakt ermöglicht die Ferndiagnose von Kurzschluss, Überstrom und überhöhte Temperatur.