Der steigende Automatisierungsgrad in Asien und die Rückkehr der Produtkion in den USA beflügeln die Umsätze mit industrielle Bildverarbeitung.

Der steigende Automatisierungsgrad in Asien und die Rückkehr der Produtkion in den USA beflügeln die Umsätze mit industrielle Bildverarbeitung.Messe Stuttgart

Die europäischen Hersteller von Bildverarbeitung haben von der starken Nachfrage sowohl im industriellen als auch im nicht-industriellen Umfeld profitiert. Nicht-industrielle Anwendungen verzeichneten mit 19 % den größten Wachstumssprung und setzten damit auch 2013 den Trend der vergangenen Jahre fort. Dabei ging der größte Impuls von den intelligenten Verkehrssystemen und der Medizintechnik aus. „Die Vielseitigkeit der Industriellen Bildverarbeitung bei Problemlösungen in allen Lebensbereichen wirkt als Wachstumstreiber. Ständig werden neue Anwendungen entwickelt und bringen eine starke Nachfrage mit sich“, sagte Montari. „Der Löwenanteil unserer Branche wird jedoch immer noch in der Industrieproduktion generiert. Mit einem Anstieg von 6 % hat sich dieser Bereich 2013 ebenfalls dynamisch entwickelt.“ Die Automobilindustrie war 2013 mit einem Anteil von 22 % am Gesamtumsatz der größte Kunde für Industrielle Bildverarbeitung gefolgt von der Elektronikbranche und die Elektroindustrie einschließlich Halbleiter (14 %) und der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie (6 %).

Dynamische Märkte Asien und USA

Die in der Marktbefragung erfassten europäischen Firmen erzielten 2013 mit einem Plus von 28 % im Vergleich zum Vorjahr ihre stärkste Wachstumsrate in Asien. China machte dabei 9 % des europäischen Gesamtumsatzes aus. „Über ein Fünftel des europäischen Bildverabeitungsgeschäfts findet in Asien statt. Wir gehen von einem weiteren schnellem Wachstum dieser Marktanteile aus“, so Montanari.

Während die inländische Nachfrage nach europäischer Bildverarbeitung 2013 um vergleichsweise bescheidene 4 % stieg, kauften nordamerikanische Kunden fast 13 % mehr Bildverarbeitungstechnologie von europäischen Anbietern. Die Erholung in Europa ist spürbar, aber langsamer als in den USA, wo zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit hohe Summen in die Modernisierung von Produktionsanlagen investiert werden.

Zweistellige Wachstumsraten bei Systemen, einstelliges Wachstum bei Komponenten

2013 wuchs der Bereich Industrieller Bildverarbeitungssysteme schneller als der Komponentenbereich. Die europäischen Hersteller applikationsspezifischer und konfigurierbarer Systeme steigerten ihren Umsatz um 12 % und erzielten ein Umsatzvolumen von 436 Millionen Euro. Hersteller von Kompaktsystemen, wie intelligente Kameras und Vision-Sensoren steigerten ihr Umsatzvolumen um 20 %; die verzeichneten Umsätze lagen leicht über 100 Millionen Euro. Andererseits wuchs der Bereich der europäischen Bildverarbeitungskomponenten nur um 6 %. Kameras, die größte Produktkategorie in dieser Gruppe, steigerten ihren Umsatz um 8 %. Den höchsten Umsatz innerhalb der Komponenten verzeichnete die Kategorie Framegrabber: Die europäischen Anbieter steigerten ihr Geschäft um fast 9 % und unterstrichen damit die bestehende Nachfrage nach Framegrabbern für schnelle Anwendungen.

Bildverarbeitung in Deutschland

Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie steigerte 2013 ihren Umsatz um 8 % auf eine Summe von 1,6 Milliarden Euro. Die Wachstumsimpulse kamen hauptsächlich aus dem Export: Während Inlandsumsätze stagnierten, wuchsen die Exporte aus Deutschland 2013 um 15 %. Der Exportanteil stieg von 55 % auf ein Allzeithoch von 58 %. Aufgrund der guten Auftragseingänge in den ersten fünf Monaten des Jahres wird für die deutschen Bildverarbeitungsanbieter im Jahr 2014 ein Umsatzanstieg von 10 % erwartet, der den Branchenumsatz auf nahezu 1,8 Milliarden Euro ansteigen lassen wird.

Trends: Qualitätssicherung und 3D-Anwendungen

Die Marktbefragung von VDMA Industrielle Bildverarbeitung zeichnet regelmäßig die neuesten Trends der Branche auf. In Asien, vor allem in China, wächst die Nachfrage nach Bildverarbeitung zur Qualitätssicherung für immer höher entwickelte Produkte, besonders im Elektronikbereich. Die Nachfrage nach nicht-industriellen Anwendungen, allen voran im Bereich Intelligente Verkehrssysteme, Logistik, Medizintechnik und Sicherheit, wird stärker wachsen als die im Fertigungssektor. Der Landwirtschaftsbereich, zum Beispiel der Präzisionsackerbau, birgt ebenfalls hohes Potenzial. Die Automobilindustrie bleibt in absehbarer Zukunft der wichtigste Kunde für Bildverarbeitung. 3D-Anwendungen und die damit verknüpfte Weiterentwicklung neuer Technologien mit vereinfachter Anwendbarkeit gewinnen weiterhin an Bedeutung. Durch die zunehmende Verfügbarkeit von Standards und intuitiven Nutzerschnittstellen gewinnt auch der Bedienkomfort der Bildverarbeitung.