Nano-Computer rückt näher

Forscher haben einen Weg gefunden, Informationen auf einen „Nanoprozessor“ – bestehend aus wenigen Atomen – zu übertragen. Dabei bedarf es keiner physikalischen Verbindung. Superkleine und sehr schnelle Computer sind damit in den Bereich des Möglichen gerückt. Die Wissenschaftler in den IBM-Labors in San Jose bedienten sich dabei eines Effektes, den sie als „Quantum-Mirage“ bezeichneten. Dadurch wird die Übertragung von Information von einem Punkt des „Nanoprozessors“ zu einem anderen ohne physikalische Verbindung möglich.
Die Quantum-Mirage-Technik verwendet kleine Ellipsen aus Kobaltatomen, 20 Nonometer lang und zehn breit oder 100 mal 50 Atome. Wenn ein einzelnes Atom innerhalb dieser Ellipse mit Energie versorgt wurde, dann wurde die entstehende Quantumwelle von den am Rand der Ellipse verteilten Kobaltatomen aufgefangen und als elektrischer Strom auf einen anderen Punkt innerhalb der Ellipse übertragen.
„Wir haben damit eine neue Art der Informationsübermittlung von Punkt zu Punkt gefunden“, sagte Donald Eigler, der zusammen mit zwei weiteren Kollegen den Effekt zufällig entdeckt hat. Im Moment ist diese Quantum-Mirage-Technik nur ein interessantes Laborexperiment, aber zusammen mit anderen Entwicklungen dürfte daraus in den nächsten zehn Jahren ein kommerziell brauchbarer „Nanochip“ entstehen.