Am 27. April hat National Instruments (NI) den US-Konkurrenten Measurement Computing Corp. (MCC) zu einem nicht genannten Preis gekauft. Die in Middleboro, Mass. ansässige MCC soll als eigenständiges Tochterunternehmen von NI weitergeführt und die bisherigen Vertriebswege erhalten bleiben.


MCC wurde 1989 als Computer Boards u.a. vom jetzigen CEO Bendrix Bailey gegründet und ist besonders durch kostengünstige Datenerfassungs- und Interfaceboards sowie der Messtechniksoftware SoftWire bekannt geworden. Details des Kaufvertrages bleiben der Öffentlichkeit verschlossen, ebenso wurden keine kartellrechtlichen Bedenken von den Beteiligten geäußert.


Beide Unternehmen beenden damit mehrjährige gerichtliche Auseinandersetzungen, die, anders als bei bisherigen NI-Auseinandersetzungen, hier deutlich vom Kontrahenten, also MMC vorangetrieben wurden. So konnte MMC u.a. von Fluke erworbene uralte, aber wesentliche Software-Patente in die Wagschale werfen. Spekulativ betrachtet, dürfte der Preis für das 90-Mann-Unternehmen also nicht billig gewesen sein, zumal der bisherige MMC-Eigentümer Ben Bailey einen der profiliertesten amerikanischen Rechtsanwälte (Stichwort O.J. Simson) als Vater an seiner Seite wusste.


Zum Jahresbeginn war MMC dem LXI-Konsortium als ordentliches, stimmberechtigtes Mitglied beigetreten. Das Konsortium entwickelt den neuen Messgerätebus-Standard LXI (LAN eXtensions for Instrumentation) und wird ihn wohl noch in diesem Jahr als Version 1.0 veröffentlichen. Ob National Instruments, das diesem Thema bisher eher distanziert gegenüber steht, durch den Kauf insgesamt auch die Mitgliedschaft erlangt hat, konnte bisher noch nicht geklärt werden.


In Deutschland sind MMC-Produkte, wie schon angedeutet, weiterhin über den Distributor Plug In erhältlich und können zum Beispiel im Juni auf dem Meilhaus-Olympiaturm-Event bewundert werden.(jj)


 www.measurementcomputing.com