Auf die Schnelle

Das Wesentliche in 20 Sek.

• 80 Netzteile versorgen 3 500 m LED Lichtbänder

• Hoher Wirkungsgrad und 24 V Ansteuerung der LED reduzieren Verlustleistung

• Dreiphasiger Anschluss vermeidet Ableitströme

• Boost-Funktionen und integrierte Diagnose verhindern Ausfälle

Lichteffekte in Kinos

Insgesamt 3 500 m
LED-Lichtbänder sorgen in den zehn Sälen des Kinos für außergewöhnliche Lichteffekte. Murrelektronik

Der Traumpalast in Leonberg gilt als echtes Schmuckkästchen und Anziehungspunkt für Cineasten. Denn die Lochmann Filmtheaterbetriebe aus Rudersberg haben beim Bau ihres neuesten Kinos alles so gestaltet, dass ihre Gäste ein Kinoerlebnis ‚par excellence‘ erfahren. Dazu gehören neben komfortablen Sitzen, Beinfreiheit, moderner 3D-Technologie auch die Illumination der insgesamt zehn Kinosäle mit beeindruckenden Lichtinszenierungen. „Unterschiedliche Lichtstimmungen gehören in den Kinos von Lochmann ganz wesentlich mit zum Erlebnis“, sagt Eduard Henke, Geschäftsführer der Firma Freilicht! aus Berlin.

Sein Unternehmen sorgt im Traumpalast für das ausgefallene Licht-Ambiente. Dazu haben Henke und seine Mitarbeiter unzählige LEDs in den Kinosälen montiert – insgesamt 3 500 m laufende Meter. Die Bänder mit RGB-LEDs lässt Eduard Henke eigens nach seinen Anforderungen produzieren. Durch deren additive Farbmischung aus Rot, Grün und Blau lässt sich das ganze Spektrum an Farben erzeugen – angesteuert über Dimmer, die in standardisierten Schaltschränken montiert sind. Die Dimmer geben die drei Spannungen pulsweitenmoduliert an die LEDs (rot, grün, blau) weiter und sorgen somit für die gewünschte Farbe und für die erforderliche Helligkeit.

Sauberer Nullleiter

Trotz der an sich sehr effizienten LED-Technologie hat die Licht-Installation aufgrund ihrer schieren Masse einen hohen Strombedarf. Hinzu kommt die intensive Nutzung mit zahlreichen Betriebsstunden. Daher hat sich Freilicht! für eine leistungsstarke lnstallationslösung entschieden und die LED-Versorgung mit den 24-V-DC-Schaltnetzteilen Emparro 3 von Murrelektronik umgesetzt – in Summe fast 80 Geräte.

Die Entscheidung für ein dreiphasiges Netzgerät ist den speziellen Charakteristika des Kino-Spielbetriebs geschuldet: Durch die gleichmäßige Netzbelastung auf allen drei Phasen wird der Neutralleiter nicht durch Ausgleichsströme der getakteten Netzteile verschmutzt. Somit gibt es keine negativen Einflüsse auf die Soundtechnik.

Ein weiteres Argument für die Emparro-Geräte ist deren Wirkungsgrad von bis zu 95 %. „Das bedeutet, dass wir sehr wenig Abwärme haben und keine Kühlung im Schaltschrank installieren müssen“, erklärt Eduard Henke. Zudem ist die thermische Belastung aller Bauteile im Schaltschrank geringer, deren Lebensdauer entsprechend länger. Weil die Netzgeräte von Murrelektronik auch hinsichtlich Baubreite Maßstäbe im Vergleich zu vielen anderen Geräten setzen ‒ gleiche Leistung bei halber Breite ‒ kann Freilicht! kleinere Schaltschränke nutzen. Dazu Henke: „Das ist ein großer Vorteil, da wir die Lichttechnik in den Vorführräumen der einzelnen Säle montieren wo Platz generell ein rares Gut ist.“

Aufgrund des hohen Wirkungsgrads und der Leistungsdichte der Emparro-Netzteile, konnte Lichtblick! einen kleineren Schaltschrank verwenden.

Aufgrund des hohen Wirkungsgrads und der Leistungsdichte der Emparro-Netzteile, konnte Lichtblick! einen kleineren Schaltschrank verwenden. Murrelektronik

Die Lichtplaner haben den Auslastungsgrad der Geräte bei rund 70 % ihrer Belastungsgrenze projektiert. Davon verspricht sich Henke eine maximale Lebensdauer und eine hohe Betriebssicherheit. Schließlich soll kein Kinobesucher im Dunkeln stehen. Dass es beim Wechsel auf Vollbeleuchtung im Zuge der Lichtshows zu kurzfristigen Belastungsspitzen kommen kann, ist unkritisch: Die Power-Boost-Funktion ‒ 150 % Leistung für bis zu 5 s ‒ und die Hyper-Boost-Funktion, etwa 400 % über 20 ms, stellen sicher, dass sich der Betreiber darüber keine Gedanken machen muss.

Novum bei LED: Betrieb mit 24 V

Interessant ist, dass Freilicht! bei der Stromversorgung der LED-Lichtbänder mit 24 V Betriebsspannung arbeitet. Dazu Eduard Henke: „Das ist in der Tat eine Innovation, wird doch klassisch mit 12 V gearbeitet.“ Als Begründung verweist er auf das Ohmsche Gesetz: Bei gleicher Leistung fließt bei doppelter Spannung nur der halbe Strom. „Dementsprechend haben wir auf den Leitungen einen geringeren Spannungsabfall“, so Henke. Daher leuchten die LEDs am Ende des Kinosaals so hell wie vorne.

Zwei Kino-Liebhaber: Marketingleiter Manuel Senk, Murrelektronik (links) und Eduard Henke, Geschäftsführer Freilicht Freilicht

Zwei Kino-Liebhaber: Marketingleiter Manuel Senk, Murrelektronik (links) und Eduard Henke, Geschäftsführer Freilicht! Murrelektronik

Weil Henkes Firma von Berlin aus mehrere Kinos an unterschiedlichen Standorten betreut, ist die Fernwartung ein essenzielles Thema. Die PWM-Module beispielsweise senden einmal in der Woche einen Statusbericht in die Zentrale. Die Emparro-Netzteile gehen hier mit ihrer Präventivdiagnosefunktion noch einen Schritt weiter. Die Geräte überwachen diverse Parameter, unter anderem:

  • Innentemperatur,
  • Lastsituation während des Betriebs,
  • Anzahl Startvorgänge oder
  • die Lebensdauer der Komponenten.

Ist der optimale Zeitpunkt für den Austausch des Netzteils erreicht, wird diese Information über einen Meldekontakt an die Steuerung weitergegeben. So wird das Netzteil nicht zu früh ausgetauscht, die vorhandenen Ressourcen damit optimal genutzt; aber auch nicht zu spät, um Ausfälle und Ärger zu vermeiden.