Traditioneller Auftakt zur NI Week: Die Keynote mit Firmengründer Dr. James Truchard und den technologischen Highlights.

Traditioneller Auftakt zur NI Week: Die Keynote mit Firmengründer Dr. James Truchard und den technologischen Highlights.Stefan Kuppinger, Redaktion IEE

Traditionell beginnt die NI Week Anfang August mit einem Paukenschlag: Kurz nach 8:30 betritt Firmengründer Dr. James Truchard die Bühne des Convention Centers in Austin, Texas. Er lässt es sich nicht nehmen, in die mit rund 120 Mitausstellern und einem breiten Programm an Vorträgen und Workshops wichtigste Veranstaltung von National Instruments einzuführen.

Ein wichtige Rolle spielt dabei die neue Version der Engineering- und Programmiersoftware Labview 2014, in die wie schon im Vorjahr wieder einige Anregungen von Anwendern als Neuerungen eingeflossen sind. Die aktuelle Version bietet zusätzliche Funktionen zur Erfassung, Analyse und Darstellung beliebiger Datensätze unabhängig von Ort und Zeit.

Labview-Suiten

Zudem stehen erstmals verschiedene Labview-Suiten zur Verfügung, für die Bereiche automatisiertes Testen, Embedded-Steuerung, -Regelung und -Überwachung sowie Hardware-in-the-Loop und Echtzeit-Tests, mit denen National Instruments für das jeweilige Anwendungsgebiet essentielle Zusatzpakete und benötigten Treiber kombiniert. Dies vereinfacht einerseits die Installation auf dem Entwicklungsrechner. Andererseits stellen die Suiten sicher, dass ein Entwickler auch alle notwendigen Softwaretools zur Verfügung hat und mit der Lösung seines Problems sofort beginnen kann.

Weiterer Bestandteil der neuen Version ist die NI-Data-Finder-Federation-Technologie: Anwender können darüber verteilt erfasste und gespeicherte Messdaten über mehrere Arbeitsgruppen oder standortübergreifend suchen und indizieren lassen.

Kamalina Srikant, Product Marketing Manager Embedded Systems stellte im Rahmen der Keynote Insight CM Enterprise Suite vor, ein Tool, das das Alarmmanagement und detailliertes Datenmonitoring von verteilten Systemen ermöglicht.

Kamalina Srikant, Product Marketing Manager Embedded Systems stellte im Rahmen der Keynote Insight CM Enterprise Suite vor, ein Tool, das das Alarmmanagement und detailliertes Datenmonitoring von verteilten Systemen ermöglicht.Stefan Kuppinger, Redaktion IEE

Zudem hat NI die Einsatzmöglichkeiten für Algorithmen erweitert: *.m-Files können nun direkt auf Linux Real-Time-Systemen und Bildverarbeitungsfunktionen auf FPGAs eingesetzt werden. Über Data Dashboard for Labview können Anwender sichere mobile Benutzeroberflächen zur Visualisierung der erfassten Daten erstellen und unabhängig von Zeit und Ort fundierte Entscheidungen treffen, ohne dass für Aufteilung und Verteilung der Daten die Fachkenntnisse eines Webentwicklers erforderlich sind.

Zentrales Datenmonitoring

In die gleiche Kerbe schlägt die Software Insight CM Enterprise Suite. Dieses Tool erfasst und konzentriert die Daten verteilter Steuerungs- und Überwachungssysteme wie Compact-RIO und Compact-DAQ. Da die Software offene Datenstandards unterstützt, können ebenso Fremdsysteme in die Alarm- und Diagnosetools integriert werden. Einer der ersten Anwender des Tools ist der Energieversorger Duke Energy, der damit ein Diagnose-Center für die dezentralen Stationen realisiert hat.

Chad Chesney, Director Product Marketing Data Acquisition: „Die neue Generation DAQ-Controller, erweitert mit Features wie dem integrierten CAN/LIN-Interface die Einsatzmöglichkeiten der Serie deutlich.“

Chad Chesney, Director Product Marketing Data Acquisition: „Die neue Generation DAQ-Controller, erweitert mit Features wie dem integrierten CAN/LIN-Interface die Einsatzmöglichkeiten der Serie deutlich.“Stefan Kuppinger, Redaktion IEE

Bestandteil der Implementierung von Duke Energy ist die nächste Generation an Compact-DAQ-Datenloggern, die mit ihren vier Steckplätzen präzise Messungen in einem kleinen, kostengünstigen Formfaktor ermöglichen. Die Integration von Prozessor, Signalkonditionierung und I/O in einem System reduziert dessen Gesamtkosten und Komplexität. Integrierte Messsysteme verringern die Anzahl der benötigten Komponenten, Anschlüsse und Verkabelung – welche die häufigsten Ursachen für Rauschen und zusätzliche Fehlerquellen darstellen. In den Controllern ist ein Intel Atom Dualcore-Prozessor (E3800) implementiert, der Windows Embedded Standard 7 sowie NI Linux Realtime ausführen kann. Über Labview können bestehende Applikationen oder auch nur Bestandteile daraus aus bestehenden Messsystemen auf diese CompactDAQ-Controller übertragen.

Der Bereich Test- und Prüfstände sorgt mit einer skalierbaren PXI-Plattform für Aufmerksamkeit. In drei Größen verfügbar, können Testsysteme nicht nur dem Bedarf angepasst werden, sie bauen auch deutlich kompakter.

Der Bereich Test- und Prüfstände sorgt mit einer skalierbaren PXI-Plattform für Aufmerksamkeit. In drei Größen verfügbar, können Testsysteme nicht nur dem Bedarf angepasst werden, sie bauen auch deutlich kompakter.Stefan Kuppinger, Redaktion IEE

Atom und FPGA

Parallel wurden auch die Compact-RIO-Controller für Steuer- und Regelanwendungen überarbeitet und mit neuem Atom-Prozessor und Kintex-7-FPGA leistungsmäßig aufgerüstet. Zudem unterstützen sie vollständig Labview 2014 und NI Linux Realtime. Diese Kombination erlaubt es Anwendern, mit einer durchgängigen Entwicklungsumgebung ihre Systeme weiterzuentwickeln und gleichzeitig von der erhöhten Leistung der Hardware zu profitieren. Mit den Prozessoren kann die Hardware nun mehr Aufgaben bewältigen beziehungsweise mehr Kanäle sowie komplexere Filter und Steueralgorithmen implementieren (FPGA). Über das integrierte Web-UI lassen sich beispielsweise auch ein lokales HMI implementieren und das Steuer- und Regelsystem zur Handhabung von HMI-Aufgaben einsetzen. Zum Start auf der NI-Week mit vier Steckplätzen verfügbar ist bis Jahresende eine Controller-Version mit acht Steckplätzen geplant.