Lampen und Beleuchtungen müssen den aktuellen Richtlinien entsprechen, die einen energieeffizienten Betrieb fordern. Das betrifft auch die Stromversorgung der Beleuchtung.

Lampen und Beleuchtungen müssen den aktuellen Richtlinien entsprechen, die einen energieeffizienten Betrieb fordern. Das betrifft auch die Stromversorgung der Beleuchtung.Vladimir Melnik – Fotolia.com

Auch Maschinenbauer müssen sich an die Öko-Richtlinien halten, wenn sie Beleuchtungen in ihre Maschinen integrieren wollen. Denn die Verordnung 1194/2012 gilt für Lampen mit gebündeltem Licht, für LED-Lampen und für Geräte, die für die Installation zwischen dem Netz und den Lampen ausgelegt sind. Der Knackpunkt für Maschinenbauer liegt aber darin, dass die Verordnung auch Betriebsgeräte für Lampen, Steuergeräte und Leuchten einschließt, auch wenn diese in andere Produkte integriert sind. Ausgenommen sind nur Vorschaltgeräte und Leuchten für Leuchtstofflampen und Hochdruckentladungslampen. Viele Geräte mit Lichtquellen lassen sich zu den von der Verordnung 1194/2012 ausgenommenen Spezialprodukten einordnen. Dennoch ist hier trotz der Ausnahmeregelung die Einhaltung der Informationsanforderung zu prüfen. Die erste Stufe der Ökodesign-Verordnung ist am 1. September 2013 in Kraft getreten, die Stufe 2 wird ab dem 1. September 2014 wirksam, und die Stufe 3 am 1. September 2016.

Gemäß der Verordnung darf ab der Stufe 2 die Leerlaufleistung eines Betriebsgeräts für Lampen, das zwischen dem Netz und dem Ein/Aus-Schalter zum Einsatz kommt, nicht mehr als 1 W betragen. Ab der Stufe 3 liegt der Grenzwert bei 0,5 W. Für Betriebsgeräte für Lampen mit einer Ausgangsleistung von größer als 250 W gilt die Regel: maximale Leerlaufleistung = Ausgangsleistung/250. Als neue Anforderung an die Betriebseigenschaften darf die Zündzeit von LED-Lampen mit ungebündeltem und gebündeltem Licht 0,5 s nicht überschreiten. Die Zündzeit bezeichnet die Zeit, die eine Lampe nach Anlegen der Versorgungsspannung benötigt, um stabil zu leuchten.

Getrieben von der Verordnung 1194/2012 konzentrieren sich die Hersteller auf die Entwicklung neuer Netzteile, um die Forderungen in Bezug auf die Leerlaufleistungsaufnahme und Zündzeit möglichst frühzeitig zu erfüllen und sich Marktanteile zu sichern. So soll die NPF-Serie von Meanwell als erste Baureihe beide Kriterien der Verordnung (Leerlaufleistung und Startzeit von 0,5 s) erfüllen und bereits ab Mitte dieses Jahres verfügbar sein. Zusätzlich überprüft der taiwanesische Hersteller, ob ein Upgrade der bestehenden LED-Schaltnetzteil-Serien durch Modifikationen in puncto Startzeit und Leerlaufleistung möglich ist. Weil die aktuellen Serien HLG und LCM nur die Startzeit erfüllen, sind sie für die Anwendung mit einem Primärschalter geeignet. In Verbindung mit diesem erreichen sie die Zündzeit von 0,5s und halten die 1194/2012 ein.

Durch Designverbesserungen bei der HLG-Serie stehen heute Typen mit Wirkungsgraden von knapp unter 90 % (HLG-40) bis zu Versionen mit Wirkungsgraden von 95 % (HLG-320H) zur Auswahl. Dafür nutzen die Entwickler auf der Primärseite sanft schaltende Technologien wie Quasi-Resonante-Wandler oder LLC-Converter (L = Magnetisierungsinduktivität des Transformators; zweites L = Streuinduktivität des Transformators; C = Kapazität des zusätzlichen Kondensators). Auf der Sekundärseite verringern Komponenten wie Synchronous Rectifier MOSFET-Driver die Verluste. Die geringere Erwärmung führt zu einer längeren Lebensdauer und Betribeszuverlässigkeit der LED-Treiber. Es ist auch möglich die Kühlkörper kleiner auszulegen und damit ein geringeres Volumen und niedrigeres Gewicht zu erreichen. Zugleich spart die geringere Verlustleistung Energie.

Trend: Lampen drahtlos dimmen

Dimmen, insbesondere drahtloses Dimmen mithilfe eines Steuergeräts –, ist ein Trend bei LED-Leuchten. Hier lassen sich nicht nur das Gebäudemanagement, sondern auch beliebige mobile Geräte  mit Wireless-Schnittstelle zur LED-Beleuchtungssteuerung einbinden. Als Übertragungstechnik kommt Bluetooth oder Zigbee in Frage. Zur Dimmung der Netzteile mit der Drei-in-Eins-Dimming-Funktion, Dimmen über einen Eingang mit Widerstand/Potenziometer, externer Spannung 1 bis 10 V DC oder mit Pulsweitenmodulation, erweitert Meanwell sein Programm mit dem DAP-04, einen Adapter für das Digital Adressable Lighting Interface (Dali). An das Modul lassen sich bis zu vier Schaltnetzteilen mit analogem Dimming-Eingang ansteuern. Der Adapter übersetzt Dali in analoge Signale und ermöglicht, dass LED-Netzteile mit analogem Dimming-Eingang mit Dali verwendet werden können. Erste Modelle der Netzteile LCM-40 und LCM-60 bieten entweder eine Dali-Schnittstelle und Push-Dimm-Funktion oder einen Analog-Eingang für die Helligkeitsregelung. Bei der Push-Dimm-Funktion geht die Lampe bei kurzer Betätigung des Lichttasters an, hält man die Taste länger gedrückt, fährt die Lampe ihre Lichtstärke nach oben. Lässt man die Taste los und drückt sie wieder, fährt die Lampe die Leuchtstärke runter und beim kurzen Antasten geht das Licht aus.  ie Netzteile eignen sich dadurch für den Einsatz bei Umgebungstemperaturen von -30 bis 60 °C. Ein Anschluss für einen optionalen externen Temperatursensor (Heißleiter) ermöglicht es den Ausgangsstrom abhängig von der Temperatur so zu regeln, dass die LED möglichst leuchtet.