Die Komponentendatenbank des Tools kann bis zu 400.000 Produkte aus dem erweiterten und Kernsortiment von RS zugänglich machen.

Die Komponentendatenbank des Tools kann bis zu 400.000 Produkte aus dem erweiterten und Kernsortiment von RS zugänglich machen. RS Components

Alle elektronischen und Automatisierungskomponenten erreichen irgendwann das Ende ihres Produktlebenszyklus und werden obsolet. Mitteilungen über das End of Life (EOL) können erhebliche Kosten nach sich ziehen, denn oft müssen in der Folge Produkte einem Redesign oder einem Reengineering unterzogen werden. Verzögerungen bei der Herstellung, erhöhte Beschaffungskosten oder zusätzliche Bearbeitungsaufwendungen sind nicht selten die Konsequenz. Wann genau Komponenten und Einzelteile den EOL-Status erlangen und wie schnell sie veralten, kann erheblich variieren.

Unsicherheitsfaktor Produktobsoleszenz

Produktobsoleszenz stellt ein wesentliches Risiko für die Hersteller dar, egal ob es sich um neue oder bestehende Designs handelt. Vor allem angesichts der aktuellen Umwälzungen im Halbleitermarkt mit vielen Fusionen und Akquisitionen ergeben sich neue Herausforderungen.

Einige Unternehmen haben sich auf diese Ungewissheiten vorbereitet. Sie planen beispielsweise eine gewisse Flexibilität in ihre Entwürfe ein, um auf das Veränderungstempo in der Komponentenversorgung reagieren zu können. Für andere Firmen stellen die Konsequenzen der Obsoleszenz durchaus eine Gefährdung dar. Zudem kann die Suche nach einer passenden Ersatzkomponente zeitaufwendig sein. In den meisten Fällen muss ein Ersatzteil mindestens dieselben Anforderungen erfüllen wie das Original, was Spezifikationen wie Sockelabmessungen, Pin-out, Stromverbrauch oder auch Wärmeableitung betrifft. Das schränkt die Auswahl ein.

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Das Online-Tool „Obsolescence Manager“ des Distributors RS Components soll Entwicklern helfen, die Obsoleszenz verwendeter Bauteile im Blick zu behalten. Unter anderem lassen sich über eine Datenbank komplette Produktlisten im Hinblick auf das End-of-Life abgleichen.

Risiken überwachen und steuern

Vor diesem Hintergrund hat der Distributor RS Components den Obsolescence Manager entwickelt, ein kostenloses Online-Tool für die Komponenten-Lifecycle-Risikobewertung. Es soll Ingenieuren, Technikern und Einkäufern die Überwachung und Steuerung der durch Obsoleszenz hervorgerufenen Risiken ermöglichen. Zunächst wird das Tool nach Unternehmensangaben darauf ausgerichtet sein, Ingenieure und Techniker, die neue elektronische Designs entwickeln, zu unterstützen. Ein denkbarer zweiter Schritt kann darin bestehen, das Anwendungsfeld auf den industriellen Sektor einschließlich neuer Schaltschrankentwürfe und bestehender Produktionsanlagen auszuweiten.

Das Lifecycle-Management-Tool weist unterschiedliche Funktionen auf. So lassen sich komplette Stücklisten oder Teile davon mit dem bei RS verfügbaren Sortiment vergleichen und entsprechende Übersichten generieren. Die Nutzer sollen auch auf Basis der Projektzeitpläne Prognosen über Komponenten abgeben können, für die sich Probleme durch das Ende des Produktlebenszyklus ergeben. Das soll ihnen ermöglichen, rechtzeitig Lösungen für schwer zugängliche Teile zu finden.  Im Optimalfall senkt das Produkt- und Herstellungskosten und sorgt durch eine höhere Effizienz beim Design für eine schnellere Time-to-Market.

Listenabgleich per Knopfdruck

Das Tool  informiert auch über den Status im Produktlebenszyklus: So erfahren die Nutzer beispielsweise, ob die Komponenten „active“, NRFND (nicht empfohlen für neue Designs), LTB (last Time to Buy) oder „obsolete“ sind. Die „Jahre bis zum Ende des Lebenszyklus“ (YTEOL) werden jeweils geschätzt. Darüber hinaus empfiehlt das Werkzeug Teile, die Alternativen in Form, Abmessungen und Funktion darstellen.

Die Komponentendatenbank des Tools ist in der Lage, bis zu 400.000 Produkte aus dem erweiterten und Kernsortiment von RS zugänglich zu machen. Das umfasst Halbleiter, passive Bauelemente, Steckverbinder, Relais, Stromversorgungen, Schalter und andere elektronische sowie elektrische Produkte. Weitere 160.000 Produkte sollen bis Mitte 2017 hinzugefügt werden. Es wird auch ein Datenabgleich mit drei Millionen direkten Alternativprodukten sowie mit 70 Millionen ähnlichen Produkten stattfinden. Die Datenbank wird monatlich aktualisiert, die Änderungen weist jeweils das System aus.

Der Obsolescence Manager ist über die Designspark-Website unter www.rs-online.com/designspark/home verfügbar.