Der Vorstand und mehrheitlich auch der Aufsichtsrat von Osram empfehlen den Aktionären, das öffentliche Übernahmeangebot von AMS über 38,50 Euro je Aktie anzunehmen.

Gebäude von Osram

Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen, das Übernahmeangebot von AMS anzunehmen. Osram

Die Gremien sehen die verfolgte Strategie des Sensorherstellers AMS aus Premstetten „in vielen Teilen als erfolgversprechend“ an, insbesondere mit Blick auf die Weiterentwicklung der Geschäftseinheit Opto Semiconductors: Durch einen Zusammenschluss könne diese unter anderem bei der „Entwicklung innovativer Sensorik- und Photonik-Lösungen und durch die Nutzung der etablierten Kundenzugänge profitieren“.

Wie Osram Opto Semiconductors gerade neu ausgerichtet wird, können Sie hier lesen.

Ungeachtet der finanziellen Attraktivität des Angebots gibt es im Vorstand und Aufsichtsrat weiterhin Bedenken in Bezug auf eine Übernahme durch AMS. So würden beide Gremien für die Transformation von Osram von einem vertikal integrierten Lichtexperten zu einem High-Tech-Photonik-Player eine private Eigentümerstruktur bevorzugen. Einige Fragen mit Blick auf die Ausrichtung des Geschäfts, die globale Standortstrategie, das Synergiepotenzial und das Integrationskonzept müssten noch weiter abgestimmt werden. Nach Ansicht vor Vorstand und Aufsichtsrat ist es entscheidend, dass ein qualifiziertes und motiviertes Integrationsteam von Mitarbeitern von AMS und Osram ein professionelles Konzept erstellt und in einem stringent gemanagten Projekt umsetzt.

Bildergalerie:„Was Dieter May mit Osram Opto Semiconductors vorhat”
„In den Matrix-LEDs für Frontscheinwerfer sehen wir großes Potenzial, und hier sind wir gut unterwegs“   , sagt der CEO von Osram Opto Semiconductors, Dieter May, im Gespräch mit der Redaktion.  Osram OS „investiert zusehends in Vorwärts-Integration“, wobei das Matrix-Licht für Scheinwerfer ein gutes Beispiel hierfür sei, mehr als nur die reine Lichtquelle zu liefern, sondern eine hochintegrierte Gesamtkomponente, die er als „Komponente Plus“  bezeichnet.
„Derzeit sind wir ein Komponentenhersteller, der in Subsysteme hineinmöchte“ , erläutert Dieter May. In diesem Rahmen halte Osram OS auch nach attraktiven Start-ups Ausschau  –  „vor allem im Bereich Komponente Plus und Mikro-LED“.
Dieter May verpasst Osram Opto Semiconductors zum 1.10.2019 eine neue Organisationsstruktur  
 – und zwar „mit personifizierter Verantwortung – ich weiß aus der Automobilindustrie, dass das funktioniert.“    Dabei will er mehr Operational Excellence und damit vor allem geringere Fertigungskosten.
Die Aufträge gingen konjunkturbedingt zurück, aber die hohen Grundkosten der Fabs von Osram OS in Regensburg und Kulim/Malaysia laufen weiter. Dass die Auslastung der Fabs derzeit suboptimal ist, drückt Dieter May so aus: „Wir haben Kapazitäten frei, um den Aufschwung mitzunehmen.“
Der aktuelle Auftragseingang bereitet dem Unternehmen Sorgen. „Wir fahren auf Sicht, aber unsere Maßnahmen greifen langsam – auch auf der Profitabilitätsseite", räumt May ein. Dabei betont er, dass Osram OS keine Marktanteile verliere und kommt zu folgendem Fazit:  „Ich kann mit der Situation umgehen, dass die Lage stabil ist, aber wir sind noch im Nebel.“