Prof. Leo Lorenz und Lisette Hausser stellen die jüngsten Entwicklungen der Leistungselektronik und die Highlights zur diesjährigen PCIM Europe 2017 vor.

Prof. Leo Lorenz und Lisette Hausser stellen die jüngsten Entwicklungen der Leistungselektronik und die Highlights zur diesjährigen PCIM Europe 2017 vor. Marisa Robles Consee

Lisette Hausser, Bereichsleiterin PCIM von Mesago Messe Frankfurt, kann ihre Freude kaum verhehlen: Die Entwicklungen der Messe PCIM Europe seit dem Jahr 2013 zeigen sowohl bei der Zahl der Aussteller und Besucher als auch bei der Ausstellungsfläche kontinuierlich nach oben. „Wir konnten über die letzten Jahre einen konstanten Wachstum von bis zu 10 Prozent aufweisen“, betont sie und belegt dies mit Zahlen. Waren es 2013 noch 392 Aussteller, so geht der Veranstalter derzeit von mindestens 450 Ausstellern aus. Im Vorjahr 2015 stellten 436 internationale Unternehmen aus. Und diese Steigerung schlägt sich auch in der Ausstellungsfläche nieder: Derzeit wird die Ausstellungsfläche der in den Hallen 6, 7 und 0 stattfindenden Leistungsschau und auf 22.500 m² geschätzt. Noch im Jahr 2015 erstreckte sich die Messe auf 21.500 m² und im Jahr 2013 waren es 18.500 m².

Der Ausstellerandrang reflektiert gewissermaßen auch den regen Zuspruch seitens des Fachpublikums, das Lisette Hausser mit mehr als 10.000 Besuchern für dieses Jahr beziffert – mit steigender Tendenz. Mit einem gewohnt hohen Auslandsanteil von 33 Prozent aus 67 Ländern, demonstriere die Messe ihre breite Anerkennung auf dem internationalen Parkett. Den Vorjahreswert von 10.053 werde sicherlich überschritten werden, ist sie zuversichtlich. Im Jahr 2013 lockte die PCIM Europe 7.883 Besucher aus aller Herren Länder an.

China befeuert die internationale Wissensplattform

Positiv angetan zeigte sich die Bereichsleitern PCIM darüber, dass bei den Ausstellern, die zu gut 50 Prozent aus dem Ausland kommen, sich China mit 21 Prozent an die Spitze der Herkunftsländer gesetzt hat und die etablierten Länder wie die USA (12 Prozent), Italien und Frankreich (je 11 Prozent) weit hinter sich gelassen hat. „Der Anteil chinesischer Aussteller wächst immer mehr. Es ist das zweite Jahr, dass China das Land ist, aus dem die meisten Aussteller kommen“, erläutert sie, die gleichzeitig versichert, dass man „die Messe in China überhaupt nicht bewerbe“.

Novum auf der PCIM Europe 2011: Dem chinesischen Mittelstand eine Chance in Europa geben, wollten Prof. Dr. Leo Lorenz (damals noch von Infineon Technologies) und Udo Weller (damaliger PCIM-Bereichsleiter von Mesago). Gemeinsam stellten sie die sechs Aussteller des ersten Gemeinschaftsstands China vor.

Novum auf der PCIM Europe 2011: Dem chinesischen Mittelstand eine Chance in Europa geben, wollten Prof. Dr. Leo Lorenz (damals noch von Infineon Technologies) und Udo Weller (damaliger PCIM-Bereichsleiter von Mesago). Gemeinsam stellten sie die sechs Aussteller des ersten Gemeinschaftsstands China vor. Marisa Robles Consee

In der Tat ist diese Entwicklung rasant verlaufen: Noch im Jahr 2011 freute sich Mesago Messe Frankfurt sehr darüber, unter der Ägide von Prof. Leo Lorenz den ersten chinesischen Gemeinschaftsstand vorstellen zu können: „Die steigende Nachfrage kleiner und mittlerer chinesischer Firmen resultiert in einem Gemeinschaftsstand“, bekräftigte der damalige PCIM-Bereichsleiter Udo Weller. Für die jetzige PCIM-Bereichsleiterin ist der Andrang chinesischer Aussteller ein Indikator, dass man als Veranstalter mit dem Messeangebot und Konferenzthemen „Technologien am Puls der Zeit“ offeriere und „einen klaren Blick in die Zukunft der Leistungselektronik“ ermögliche.

Prof. Leo Lorenz, Vorsitzender des Board of Directors der PCIM Europe, sieht ebenfalls einen großen Andrang Chinas rundum Halbleiterthemen auf Konferenzen. Als beispielhafte Referenz zieht er die internationale Halbleiterkonferenz ISPSD 2016 (International Symposium on Power Semiconductor Devices and ICs) heran: Zusammen mit Taiwan und Hongkong bestritt China als „Greater China“ mehr als 50 Prozent aller weltweit eingereichten Abstracts. „Wenngleich nicht alle akzeptiert werden konnten, zeigt diese Entwicklung ganz deutlich, dass China massiv in die Halbeiterindustrie investiert und in wenigen Jahren eine erhebliche Dominanz aufbauen wird.“ Noch vor gut 6 Jahren gab es gerademal zwei Abstract-Einreichungen, veranschaulicht er die Geschwindigkeit, mit dem das Reich der Mitte zum Siegeszug in der Halbleiterwelt ansetzt.

 

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