Bild 4: Mit einer 360°-Metallumspritzung verbessert die Advanced Shielding Technology auch die Wärmeableitung im Kurzschlussfall.

Bild 4: Mit einer 360°-Metallumspritzung verbessert die Advanced Shielding Technology auch die Wärmeableitung im Kurzschlussfall. Phoenix Contact

Zahlreiche Anwender setzen in industriellen Applikationen nicht nur auf konfektionierte geschirmte M8- und M12-Datenleitungen, sondern nutzen geschirmte Lösungen auch für die Leistungs- und Signalverkabelung. Auch hier zeigt die neue Technik im Vergleich zu anderen Schirmungskonzepten durch das speziell entwickelte Zinn in Verbindung mit der Vorumspritzung eine deutlich höhere Wärme­ableitung im Kurzschlussfall (Bild 4). Die besonders für Datenleitungen relevante elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) verbessert sich im Vergleich zu konventionellen Crimphülsen um bis zu 60 Prozent.

Diese signifikante Verbesserung wird durch die stoffschlüssige Verbindung des Leitungsschirmes mit dem Steckverbinder-Kopf – in diesem Fall M8 und M12 – erreicht. So sind bei der Daten­übertragung künftig auch Applikationen mit bis zu 40 GBit/s denkbar. Damit ist die Zukunftssicher­heit dieser Technik auch für hoch performante Systeme im Highspeed-Datenbereich oder für die Echtzeitkommunikation gegeben. Zudem wirkt sich der niederohmige Widerstand der Verbindung zwischen Metallumspritzung und Leitungsschirm positiv auf die elektrischen Eigenschaften aus. Auch damit empfiehlt sich die neue Technik im Hinblick auf Industrie-4.0-Projekte.

Fertigung ist ausschlaggebend für den Anwender

Einige Schwierigkeiten bei der Verwendung von Crimphülsen resultieren nicht aus dem Material oder aus der Crimphülse selbst – die Herausforde­rungen liegen eher im Fertigungsprozess. Falsche Hülsen-Durchmesser, zu feste Verbindungen zur Leitung mit dem Risiko der Beschädigung, Nicht-Kontaktierung des Schirms – hier müssen einige Prozessparameter beachtet werden. Daher sind bei geschirmten Produkten manuelle oder teilautomati­sierte Prozesse heute noch die Regel. Die Konse­quenz ist eine aufwendige Qualitätssicherung und -kontrolle. Zudem gibt es auf Anwenderseite immer wieder Probleme mit brechenden Schirmanbin­dungen im Bereich der verpressten Zone am Kabelmantel – ein Fehlerbild, das besonders in bewegten Appli­kationen durch die mechanische Belastung der Leitung an der Verbindung mit der Crimphülse begünstigt wird. Außerdem erfordert die hohe Varianz an Einzelteilen einen höheren logis­tischen Aufwand, was dann aber wieder die Verfügbarkeit beim Anwender erschwert. Die Advanced Shielding Technology ist angetreten, um diese Probleme vollständig zu lösen, denn das Schirmgeflecht wird während der Fertigung über­haupt nicht mehr mechanisch belastet. Dieses hochautomatisierte Herstellungsverfahren erhöht die Prozesssicherheit erheblich, und Abhängig­keiten von Materialien und Lieferanten gehören der Vergangenheit an.

Advanced Shielding Technology die Vorteile auf einen Blick

Advanced Shielding Technology von Phoenix Contact ist das innovative Schirmkonzept für die Sensor-/Aktor-Verkabelung. Die großflächige, stoff­schlüssige 360°-Schirmanbindung optimiert den Herstellungsprozess von M8- und M12-Steckverbindern. Damit wird die Verkabelung zukunftssicher:

  • zuverlässig bei hohen mechanischen Belastungen wie Schock und Vibration
  • widerstandsfähig gegen transiente Überspannungen durch Schaltvorgänge induktiver Lasten
  • geringe Erwärmung und sicherer Stromfluss im Kurzschlussfall
  • zukunftsfähige Übertragung von hohen Daten­mengen und stetig wachsenden Übertragungsraten in einer elektromagnetisch stark belasteten Umgebung
  • robust und sicher – auch unter extremen Umwelteinflüssen wie einem Blitzeinschlag
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