Auch wenn sie sich ein besseres Ergebnis gewünscht haben, zeigten sich die Pilz Geschäftsführer, Susanne Kunscher und Thomas Pilz, zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2018.

Auch wenn sie sich ein besseres Ergebnis gewünscht haben, zeigten sich die Pilz Geschäftsführer, Susanne Kunscher und Thomas Pilz, zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2018.

„Die wirtschaftliche Abschwächung sowie die unsichere Weltwirtschaft waren wesentliche Faktoren, dass wir beim Umsatz 2018 unter Plan geblieben sind. Dennoch sind wir insgesamt mit der Entwicklung unseres Unternehmens zufrieden“, erklärte eine gute gelaunte Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin von Pilz. „Wir investieren kontinuierlich in Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau unserer Produktionskapazitäten.“ Allein am Stammsitz Ostfildern investierte Pilz in den letzten vier Jahren 67,5 Mio. Euro, davon rund 30 Mio. Euro in Gebäude und den Rest in technische Anlagen und Betriebsausstattung. Hinzu kommen weitere 39,5 Mio. Euro an Investitionen in Entwicklungs- und Produktionsstandorte weltweit.

Wachstum, aber

Das Automatisierungsunternehmen Pilz investiert auch am Stammsitz Ostfildern in Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau seiner Produktionskapazitäten.

Das Automatisierungsunternehmen Pilz investiert auch am Stammsitz Ostfildern in Forschung und Entwicklung sowie den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Pilz

Erstmals beschäftigt das Familienunternehmen mehr als 2500 Mitarbeiter: Zum Stichtag 31.12.2018 waren es 2515 Mitarbeiter in weltweit 42 Tochtergesellschaften. Das entspricht bei den Mitarbeiterzahlen einem Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahr. Am Stammsitz in Ostfildern waren zum Ende des letzten Jahres 1122 Menschen beschäftigt. Das sind 55 Mitarbeiter mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Allerdings steht der Aufbau neuer Stellen aufgrund der angespannten Situation auf dem Prüfstand. Azubis und Studierende würden jedoch grundsätzlich übernommen.

Pilz treibt seine Ausrichtung als internationaler Lösungsanbieter für die sichere Automation weiter voran: Die Betreuung der aufstrebende Märkte in Süd-Ost-Asien hat Pilz 2018 beispielsweise durch das Gründen eigener Tochtergesellschaften in Thailand und Malaysia gestärkt. Ausdruck der Internationalität ist der gegenüber 2017 weiter gestiegene Exportanteil auf 73 % (+ 1,1 Prozentpunkte).

Zukunftsmarkt Bahntechik

Der Maschinenbau und die produzierenden Unternehmen sind nach wie vor die wichtigsten Absatzmärkte für das Automatisierungsunternehmen. Lösungen des Unternehmens kommen darüber hinaus zunehmend in weiteren Bereichen wie zum Beispiel der Bahntechnik zum Einsatz. Den dortigen Trend zur Digitalisierung – Stichwort Schiene 4.0 – will Pilz mitgestalten und schneidet daher industrieerprobte Automatisierungstechnik auf den Bahnverkehr zu. Dort kommen noch klassische Relaistechnik mit zwangsgeführten Kontakten zum Einsatz. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger aus dem Jahre 2017 sieht die Bahnbranche neben der Leit- und Sicherungstechnik für den Zugverkehr insbesondere im Bereich Wartung und Instandhaltung ein hohes Digitalisierungspotenzial.

Ein erstes Projekte realisiert Pilz bereits mit der SBB Cargo (Schweizer Bundesbahn), der Rail Cargo Group (Österreich), Mercitalia Rail (Italien) und PJ Messtechnik (Österreich), die gemeinsam an der Entwicklung eines intelligenten Güterzugs arbeiten. Dabei steuert Pilz einen automatisierte Bremsentest bei, den das Personal bisher manuell und mit hohem Zeitaufwand erledigte. Auch in den Niederlanden ist das Unternehmen an einem Projekt für die automatisierte Überwachung von etwa 600 Bahnübergängen beteiligt.

Competence Center für Branchelösungen

Für die besonderen Anforderungen von Branchen wie der Bahntechnik bündelt Pilz seine Expertise weltweit künftig in sogenannten Competence Centern. Dort entwickeln Experten branchenbezogene Lösungspakete, die dann vor Ort von den Pilz Tochtergesellschaften implementiert werden.

Im Video: Pilz-Manipulator auf einem FTS

Zum Interview: Robotik made in Germany