Bernreuter Research erklärt in einem Report über 150 Branchenunternehmen, dass die Polysiliziumindustrie 2011 mit einer größeren Marktbereinigung rechnen muss. Polysilizium, der Rohstoff für die Halbleiter- und Photovoltaikindustrie, war bis 2009 knapp, bevor der Markt in eine Überangebotssituation kippte. Da die Nachfrage in wichtigen Photovoltaikmärkten 2010 Potenzial nach oben hat, wird der Druck auf den Siliziumpreis dieses Jahr voraussichtlich begrenzt sein. 2011 erscheint jedoch eine größere Marktbereinigung in der Polysiliziumindustrie unvermeidlich. Ohne Marktkorrektur könnten chinesische Hersteller 2012 bis zu 80 000 Tonnen produzieren, etwa ein Drittel der weltweiten Menge von 250 000 Tonnen, so das Szenario von Bernreuter Research.

Zudem wurden neun alternative Produktionsverfahren zum konventionellen Siemens-Prozess untersucht, die durch den Siliziummangel in den vergangenen Jahren beflügelt wurden. „Kurzfristig wird kein einziges dem Siemens-Prozess ernsthaft Konkurrenz machen”, sagt Johannes Bernreuter, Chef von Bernreuter Research und Leitautor des Reports. „Insbesondere die Wirbelschichtreaktor-Technologie hat nicht die niedrigeren Produktionskosten gebracht, die sie versprach.”

Eine andere Alternative, aufbereitetes metallurgisches Silizium (UMG-Silizium), wird mit einem Marktanteil von weniger als 1 % bis 2012 nur eine marginale Rolle spielen.