Mit seinem amerikanischen Tochterunternehmen Hella North America (HNA) arbeitet der Licht- und Elektronikspezialist Hella zusammen mit General Motors (GM) und anderen Elektronikzulieferern daran, die Schnittstellen zu kontaktlosen Positionssensoren zu optimieren.


Neben Bosch und Hitachi ist Hella Teil einer von GM gegründeten Arbeitsgruppe, die sich das Ziel gesetzt hat, ein optimiertes digitales Übertragungsprotokoll zwischen Sensoren und Steuergeräten zu definieren. Bei dem neuen Interface handelt es sich um ein unidirektionales Kommunikationsverfahren vom Sensor zum Steuergerät, das kein Synchronisationssignal vom Steuergerät benötigt. Es ist als Ersatz für die geringer auflösenden 10 bit A/Ds- und PWM-Verfahren gedacht und stellt eine einfachere und kostengünstige Alternative zu CAN oder LIN dar.


Darüber hinaus spart das neue Protokoll Kosten bei den Hardwaresystemen der Steuergeräte ein, da mehrere Signale über nur eine einzelne Leitung übertragen werden können. Als erste Anwendungsgebiete des neuen Datenübertragungsprotokolls sind Luftmengenmesser und die kontaktlosen Positionssensoren von Hella vorgesehen. Hella ist Marktführer bei elektronischen Fahrpedalgebern und Zulieferer für induktive kontaktlose Sensoren, wie sie beispielsweise bei Drosselklappen, als Lenksensoren, als Sensoren für die Scheinwerfer-Leuchtweiteregelung und in Fahrwerksregelsystemen zur Anwendung kommen.


Der Bedarf an robusten und zuverlässigen elektronisch geregelten Systemen wird auch in einer Reihe von weiteren Anwendungsgebieten zu einem vermehrten Einsatz führen. Als Folge daraus suchen Hersteller von Sensoren, Steuergeräten und Fahrzeugen nach Möglichkeiten, die Vorteile dieser elektronischen Sensortechnologie durch die Implementierung eines geeigneten Interfaces zu optimieren.


„Eine neue Sensorgeneration wird die Datenübertragung von den Sensoren zu den Steuergeräten bei automobilen Anwendungen deutlich verbessern“, sagt Joseph V. Borruso, Präsident und CEO von HNA. Er führt aus, dass eine solche Veränderung aufgrund der Anfälligkeit der bestehenden analogen Übertragung gegenüber Änderungen der Kontaktwiderstände und anderer Störungen notwendig sei. Darüber hinaus könne sie die Anforderungen an eine zuverlässige und schnellere Datenübertragung mit einer Auflösung von mehr als 10 Bit nicht erfüllen.


Im Rahmen des Protokolls werden Daten als Periodenlängen-änderungen versendet und es ist vorgesehen, zwei 12 Bit-Sensordaten plus Checksumme, Sicherheits- und Statusinformationen zu übertragen. Die Daten werden in Form einer Sequenz gesendet, die aus einem Kalibrierimpuls, gefolgt von 8 Halbbytes aus 4 Bit-Informationen, besteht. Diese Daten können in weniger als 1 ms übertragen werden. Das Protokoll ist für redundante Hochgeschwindigkeitssensoren geeignet, wie sie beispielsweise bei Drosselklappe, Gaspedal und anderen Komponenten des Antriebssystems zum Einsatz kommen. Hersteller von Mikrocontrollern haben bestätigt, dass die künftige Hardware von Steuergeräten in der Lage sein wird, ein solches Protokoll zu unterstützen.


Es ist als ein für alle Benutzer kostenloses und offenes Protokoll vorgesehen. Dies ermöglicht eine gemeinsame Vorgehensweise in der gesamten Industrie, was zu kostengünstigeren Sensoren und Steuergeräten führen wird. Darüber hinaus kann das Protokoll auch für Sensoren in anderen Fahrzeugsystemen eingesetzt werden. Die Arbeitsgruppe wird die Spezifikation in Standardisierungs-organisationen der Automobilindustrie, wie etwa die Society of Automotive Engineers (SAE), einbringen und in weiteren Publikationsmedien veröffentlichen.


Hella Kennziffer 452