Infineon erforscht zusammen mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in zwei Projekten Chip-basierte Sicherheitsmechanismen, die der Rechenleistung von Quantencomputern standhalten können. Dabei geht es zum einen um die Sicherheit für Industriesteuerungen und Smartcards und zum anderen um die Sicherheit von Embedded-Elektronik in der Medizintechnik.

Infineon intensiviert die Forschung an Post-Quantum-Kryptographie

Infineon intensiviert die Forschung an der Post-Quantum-Kryptographie. Infineon

In dem Projekt Aquorypt „Anwendbarkeit quantencomputerresistenter kryptographischer Verfahren“ untersuchen die Partner quantensichere kryptographische Verfahren für eingebettete Systeme. Sie evaluieren Verfahren, die ein angemessenes Sicherheitsniveau erfüllen und sich in Hard- und Software umsetzen lassen. Einsatzfelder sind beispielsweise Industriesteuerungen oder Chipkarten-basierte Sicherheitslösungen. Während die Anforderungen an die Sicherheit vergleichbar sind, unterscheiden sich die eingebetteten Systeme hinsichtlich ihrer technischen Einschränkungen: Industriesteuerungen arbeiten innerhalb enger Zeitgrenzen und zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer aus. Chip-basierte Sicherheitsanwendungen wie Debit- und Kreditkarten müssen wiederum mit wenig Speicherplatz und geringer Rechenleistung auskommen.

Das Projekt PQC4MED setzt den Fokus auf eingebettete Systeme in Medizinprodukten. Das Projektteam verfolgt dabei einen systemischen Ansatz: Sowohl die Hardware als auch die zugehörige Software müssen den Austausch von kryptografischen Verfahren ermöglichen, um Bedrohungen, wie sie von Quantencomputern ausgehen, zu begegnen. Die Partner wollen derzeit diskutierte quantencomputerresistente Signatur- und Verschlüsselungsverfahren evaluieren und exemplarisch umsetzen. Beispielhaft planen sie, die Lösung in einem Anwendungsfall aus der Medizintechnik umzusetzen.

Infineon trägt zur Entwicklung und Standardisierung der quantensicheren Kryptographieverfahren New Hope und Sphincs+ bei. Beide Verfahren haben es in die zweite Runde des internationalen Standardisierungsprozesses des National Institute for Standards and Technologies (NIST) geschafft. Derzeit sind noch 26 von ursprünglich 69 eingereichten Vorschlägen im Rennen. Die dritte Runde des Standardisierungsprozesses beginnt im Juni 2020; erste Vorschläge für PQC-Standards werden frühestens 2022 erwartet.