Als Jakob Preh sein Unternehmen 1919 gründete, produzierte er mit einem kleinen Team noch Installationsteile und Zubehör für die Rundfunkindustrie. Dass Preh im Jahr 2018 rund 7300 Mitarbeiter hat und einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro erzielt, war damals sicher nicht absehbar.

Unternehmensgründer Jakob Preh mit seinem Sohn Walter und dessen Frau Rosemarie.

Unternehmensgründer Jakob Preh mit seinem Sohn Walter und dessen Frau Rosemarie. Preh

Das erste eigene Rundfunkgerät präsentierte das Unternehmen im Jahr 1924; fortan gehörte Preh zu den Pionieren der Unterhaltungselektronik. In den 1930ern gab es durch die zeitweilige Produktion von Autowinkern dann einen erstmaligen Kontakt mit dem Automobilzulieferer-Markt, der ab Ende der 80er zum Kerngeschäft gehören sollte.

Neuausrichtung nach dem zweiten Weltkrieg

Mit der immer noch vorhandenen Fertigungskompetenz fasste Preh durch die Entwicklung von elektrischem Spielzeug zunächst Fuß im Spielwarenmarkt, ehe in den 70er Jahren eine Rückbesinnung auf die eigentlichen Kernkompetenzen für elektromechanische Bauelemente erfolgte. Durch den Einstieg in den Zulieferermarkt für TV-Geräte durchlebte das Unternehmen bis in die frühen 70er eine Boomphase und begann, sich international auszurichten. Das erste Werk außerhalb Deutschlands nahm 1969 im portugiesischen Trofa den Betrieb auf.

Der Weg in den Automobilzulieferer-Markt

Als Konsequenz auf Branchenkrisen und die Rezession der 70er Jahre verabschiedete sich Preh Mitte der 80er Jahre gänzlich aus der Unterhaltungselektronik und entwickelte abermals ein neues Produktportfolio – erneut für den Automobilzulieferer-Markt. Zu den ersten Aufträgen gehörten 1987 ein Heizungsbediengerät für den VW Passat und 1988 ein Bedienfeld für den BMW-Bordcomputer. Die zunehmenden Aufgaben als Entwicklungspartner großer Automobilhersteller machten das Automotive-Geschäft zum Hauptstandbein des Unternehmens, so dass Tätigkeiten auf anderen Märkten, wie Industrieausrüstung oder Kassentastaturen, nach und nach ausgelagert oder veräußert wurden. Seit der Übernahme durch den chinesischen Investor Joyson im Jahr 2011 hat Preh zusätzlichen Rückenwind erhalten und konnte Mitarbeiterzahl und Umsatz nahezu verdreifachen.

Verschiedene Produkte aus dem Portfolio von Preh.

Verschiedene Produkte aus dem Portfolio von Preh in den letzten 100 Jahren. Preh

„Wir haben bewiesen, dass wir uns immer wieder neu erfinden können. Das gilt auch für die Zukunft. Gehen wir sie gemeinsam an. Auf die nächsten 100 Jahre!“, lautet die Zusammenfassung der Preh-Geschäftsführung als Leitmotiv für alle Mitarbeiter weltweit.