Was genau ist Innovation? Die Freude am Entdecken – dieses Privileg haben gemeinhin nur Kinder. Diese als Kreativität bezeichnete Freude versickert, je mehr die zarte Phantasie der Kinder mit der Erwachsenenwelt konfrontiert wird. Plötzlich zählen Noten, die den späteren beruflichen Erfolg und persönlichen Werdegang zementieren sollen.

Der productronica innovation award 2019 will die bislang noch schlummernde Energie der mit Disziplin gepaarten Kreativität in der Elektronikfertigung erneut befeuern.

Der productronica innovation award 2019 will die bislang noch schlummernde Energie der mit Disziplin gepaarten Kreativität in der Elektronikfertigung erneut befeuern. Messe München/Thomas Koy

Und die Kreativität? Meist bleibt sie auf der Strecke, wird verschüttet von den Mühen des Alltags. Allerdings stellen Erfinder, Forscher und Entwickler immer wieder unter Beweis, dass sich Kreativität durchaus bis weit ins Erwachsenenalter transferieren lässt, um in Produkten, Technologien und Dienstleistungen ihren Widerhall zu finden. Der productronica innovation award 2019 will die bislang noch schlummernde Energie der mit Disziplin gepaarten Kreativität in der Elektronikfertigung erneut befeuern.

Innovation lässt sich nicht auf ein einzelnes Produkt allein reduzieren. Vielmehr geht es darum, etwas Neues zu erschaffen, das toll ist und helfen, weitere Entwicklungen anzustoßen. Am plakativsten dürften da Hightech-Gadgets sein, die unser Leben verändern und idealerweise auch verbessern sollen. Wer die Zeit der meist 180 g schweren Vinyl-Platten und den unhandlichen Kassetten erlebt hat, dürfte dankbar auf die Knie gefallen sein, als mit der MP3-Technik Unmengen an Musik tragbar und transportierbar wurden. Spätestens mit dem iPhone wurde der Grundstein des mobilen Internets gelegt, wie wir es heute kennen.

Denn Steve Jobs interessierte sich weniger dafür, mit dem mobilen Gerät lediglich telefonieren zu können. Vielmehr erkannte er, dass sich in kompakter, handlicher und leichter Größe weitere Features unterbringen ließen – wie etwa Musik. Auf das System dahinter, also hinter einem schnöden Lauschknochen mit SMS-Technik, lag sein Hauptaugenmerk. Heute nennen wir das portable Gerät deshalb Smartphone und sind mit diesem via Kopfhörer (egal ob verkabelt oder kabellos mit Bluetooth) fest verwachsen. Diese Idee zog indes einen ganzen Rattenschwanz an Innovationen nach sich: Technikbegeisterte bei Google, die ein Cloud-Computing konzipierten, Entwickler für Netzwerklösungen, die für das notwendige schnelle Datennetz sorgten, unabhängige App-Entwickler und schließlich die Musik- und Filmbranche, die auf den Zug aufsprangen, machen unser heutiges Mobilo zum unentbehrlichen Alltagsgut Nummer 1. Ohne dieses handliche Etwas sind wir zugegebenermaßen kaum noch lebensfähig.

Erfolgreich auf der Suche nach Neuem

Zweifelsohne treibt der Wunsch nach Innovation die Wirtschaft und Wissenschaft an. Welche Innovationen brauchen wir – und welche nicht? Und was ist die treibende Kraft, immer wieder neue Ideen zu entwickeln? Geht es nach Wikipedia, dann bedeutet Innovation wörtlich aus dem lateinischen „innovatio“ übersetzt, so viel wie „Neuerung“ oder „Veränderung“. Man könnte auch sagen: Innovation ist Ausdruck von Kreativität. Die Kunst besteht jedoch darin, die richtige Art und Dosis von Disziplin zu finden, damit die Kreativität in die richtigen Bahnen gelenkt wird. In der Praxis ließe sich demnach Innovation als ein Vorgang beschreiben, der durch die Anwendung neuer Verfahren, der Einführung weiterer Techniken oder der Etablierung erfolgreicher Ideen ein Produkt, eine Technologie oder eine Dienstleistung erheblich verbessert und auf den neuesten Stand bringt.

Pflichttermin für alle Innovationstreiber: Auch dieses Jahr wird die wichtigste Auszeichnung in der Elektronikfertigung – der productronica innovation award – ausgelobt.

Pflichttermin für alle Innovationstreiber: Auch dieses Jahr wird die wichtigste Auszeichnung in der Elektronikfertigung – der productronica innovation award – ausgelobt. Messe München/Thomas Koy

Kein Wunder, dass Marktbeobachter immer wieder versuchen, Innovation messbar zu machen. Am besten durch Studien, wie etwa die des Weltwirtschaftsforums (WEF). Die Auguren der WEF-Denkfabrik hatten im vergangenen Jahr die Wettbewerbsfähigkeit von 140 Ländern verglichen und Deutschland den Spitzenplatz in puncto Innovationsfähigkeit zugewiesen.

Deutschland bietet ihrer Ansicht nach, die besten Voraussetzungen, um innovative Prozesse von der Idee bis zur Vermarktung zu bewältigen, lautet die Begründung, die die Stiftung WEF an zehn verschiedenen Kriterien festmacht. So werden beispielsweise die starken Forschungsinstitute und die erfolgreichen, auf bestimmte Technologien spezialisierte Netzwerke von Firmen und Forschungseinrichtungen – sogenannte Cluster – gleichermaßen gelobt, wie die gute Zusammenarbeit verschiedener „stakeholder“, also beispielsweise die betriebliche Mitbestimmung. Ebenfalls führend sind die Deutschen hinsichtlich der Zufriedenheit von Kunden, der Zahl der angemeldeten Patente, wissenschaftlichen Veröffentlichungen oder der Flexibilität der Unternehmen im Umgang mit neuen Technologien.

Interessant dabei ist, dass das Weltwirtschaftsforum für seine Studie 2018 eine neue Methodik angewandt hat, um die vollen Auswirkungen der vierten industriellen Revolution zu verstehen und in der Auswertung einzubeziehen. Dabei haben die Marktbeobachter festgestellt, dass Faktoren wie Humankapital, Agilität, Widerstandsfähigkeit, Offenheit und Innovation immer wichtiger werden. In der Studie flossen demnach auch die Performance der Unternehmen und nicht nur gesamtwirtschaftliche und wirtschaftspolitische Faktoren mit ein.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die deutsche Industrie auf ihren Lorbeeren ausruhen kann. Im Gegenteil: die verbreitete Kritik, die Deutschen seien zwar große Erfinder, verstünden es aber nicht, ihre Ideen in erfolgreiche Produkte und Firmen umzusetzen, kommt nicht von ungefähr. Auch der Mangel an Risikokapital und der langsame Ausbau mit schnellen Datenleitungen (5G) wird oft beklagt.

Die WEF-Ökonomen haben in ihrem Global Competitiveness Index 2018 insgesamt 140 Industriestaaten, Schwellen- und Entwicklungsländer anhand von 98 Indikatoren untersucht, die sie zu 12 für die Wettbewerbsfähigkeit ausschlaggebenden Faktoren bündelten. Insgesamt liegt Deutschland mit 82,8 Punkten im Wettbewerbsranking auf Platz 3, hinter den USA (85,6) und Singapur (83,5). Das Weltwirtschaftsforum sieht die USA trotz der protektionistischen Handelspolitik und Mängeln im Sozialsystem ganz vorne. Kein anderes Land sei unternehmerisch so dynamisch und verfüge über so ein leistungsfähiges Finanzsystem. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt China liegt mit 72,6 Punkten weit abgeschlagen auf Platz 28. Ganz hinten finden sich vor allem afrikanische Staaten.

Innovationstreiber gesucht

Der productronica innovation award 2019 will die bislang noch schlummernde Energie der mit Disziplin gepaarten Kreativität in der Elektronikfertigung erneut befeuern.

Der productronica innovation award 2019 will die bislang noch schlummernde Energie der mit Disziplin gepaarten Kreativität in der Elektronikfertigung erneut befeuern. Messe München/Marc Winkel-Blackmore

„Die vierte industrielle Revolution verändert die Wettbewerbslandschaft dramatisch“, ist sich WEF-Gründer Klaus Schwab sicher. „Wer im internationalen Wettbewerb die Nase vorn behalten will, muss ein kreatives Umfeld für neue Ideen schaffen, den Unternehmergeist fördern, seine Grenzen offenhalten und sich schnell an den technologischen Fortschritt anpassen“, erläutert er mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung. Viele Faktoren, die in diesem neuen Umfeld entscheidend seien, hätten in der Vergangenheit keine Rolle für politische Entscheidungen gespielt, etwa Ideenfindung, unternehmerische Kultur, gesellschaftliche Offenheit und Beweglichkeit.

Für Unternehmen ist Innovation also wichtig, um mit den sich stetig verändernden Kundenbedürfnissen Schritt halten zu können. Es gilt also, den Spagat zwischen dem operativen Geschäft und der Entwicklung von Innovationen zu schaffen und auch voranzutreiben, um weiterhin erfolgreich im mitunter internationalem Markt bestehen zu können.

Mit dem productronica innovation award 2019 wird nun zum dritten Mal die Innovationskraft der Elektronikfertigungsbranche herausgefordert! Verliehen wird die prestigeträchtige Auszeichnung am ersten Messetag der productronica 2019 in Kooperation mit Messeveranstalter Messe München und der Fachzeitschrift Productronic. Mit ihm werden in sechs Kategorien die innovativsten Produktneuheiten und Fertigungsverfahren prämiert. Schließlich steht die Elektronikfertigung am Anfang der Wertschöpfungskette für die Elektronik von morgen – neue Technologien werden hier entwickelt und maßgeblich vorangetrieben.

Teilnahmebedingungen für den productronica innovation award 2019

Anhand der Einreichungen lässt sich ablesen, wohin die Reise in der Elektronikfertigung künftig gehen wird. Zuverlässigkeit und Effizienz stehen dabei im Vordergrund der Entwicklungen. Neben etablierten Größen der Elektronikfertigung wollen sich – und das ist sehr anerkennenswert – auch kleinere Unternehmen mit ihrer Produktinnovation um den Award verdient machen. Egal ob groß oder klein, national oder international – für alle Bewerber gelten die gleichen Regeln:

  • Für den productronica innovation award können sich ausschließlich Aussteller der productronica 2019 bewerben. Alle ausstellenden Unternehmen werden zur Bewerbung eingeladen.
  • Es können nur Innovationen/Produktneuheiten beziehungsweise innovative Fertigungsverfahren prämiert werden, die auf den Messeständen der productronica 2019 präsentiert werden und zu diesem Zeitpunkt nicht älter als 12 Monate sind.
  • Entwicklungsprojekte werden ausschließlich im Cluster „Future Markets“ berücksichtigt.
  • Die Innovationen/Produktneuheiten müssen zum Zeitpunkt der Präsentation bereits zu kaufen sein. (Ausnahme: Cluster Future Markets).
  • Die Innovationen/Produktneuheiten müssen auf der Messe productronica 2019 ausgestellt sein.
  • Jeder Aussteller kann grundsätzlich mehrere Innovationen/Produktneuheiten zum Wettbewerb einreichen.

Welche Kriterien für die Bewertung wichtig sind, lässt sich an diesen drei Punkten festmachen:

  • Der Grad der technischen Innovation
  • Die Wirtschaftlichkeit
  • Das Design oder die systemintegrativen Merkmale

Die zahlreichen Einreichungen der Jahre 2015 und 2017 zeigen anschaulich, wieviel Innovationskraft in dieser Branche steckt. Wenn Sie Aussteller der diesjährigen Messe productronica 2019 sein werden, zögern Sie nicht, Ihre kreativen Köpfe mit wohldosierter Disziplin zur Höchstform zu animieren und die Ideenküche anzuwerfen, um Ihre Innovation vorzustellen! Teilnahmeschluss ist am 09. September 2019 – viel Glück!

Auf zum 3. productronica innovation award 2019!

Prämiert werden die innovativsten Produktneuheiten und Fertigungsverfahren, die in den Segmenten PCB & EMS Cluster, SMT Cluster, Inspection & Quality Cluster, Semiconductor Cluster, Cables, Coils & Hybrids Cluster und Future Markets Cluster gebündelt sind. Die Anmeldeformulare finden Sie auf unserer Online-Plattform.