Qimonda, der ehemalige Speicherbereich von Infineon, baut die erste 300-mm-Fertigung auf dem asiatischen Kontinent, die zu 100 Prozent dem Unternehmen gehört. In Abhängigkeit von Wachstum und Entwicklung des weltweiten Halbleitermarktes beabsichtigt Qimonda in den nächsten fünf Jahren rund zwei Milliarden Euro in die Produktionsstätte zu investieren. Das neue Werk soll in Singapur gebaut werden. Es ist vorgesehen, dass es mit einer Reinraumfläche von 20.000 Quadratmetern nach vollständigem Ausbau die unternehmensweiten Frontend-Kapazitäten um 60.000 Waferstarts pro Monat erweitern wird.

Der Beginn der Bautätigkeiten ist für Ende 2007 vorgesehen, während die Fertigung voraussichtlich 2009 aufgenommen wird. Bei voller Auslastung wird die neue Fertigungsanlage mehr als 1.500 Mitarbeiter beschäftigen. “Unsere Investitionen in Singapur sind ein entscheidender Schritt, um unsere regionale Präsenz im asiatischen Markt auszubauen. Dabei unterstützen wir mehrere strategische Ziele auf einmal”, sagt Kin Wah Loh, Vorstandsvorsitzender von Qimonda. „Wir reagieren auf den schnell wachsenden DRAM-Markt und rücken näher an unsere Kunden in Asien heran. Außerdem können wir von den dortigen wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und dem Know-how in der Fertigung profitieren. Schließlich reduzieren wir weiter unsere Abhängigkeit von Wechselkursschwankungen zum US-Dollar. Mit diesem Investment nutzen wir unsere finanzielle Stärke und unternehmerische Flexibilität, um Chancen in dem sich rasant entwickelnden Halbleitermarkt wahrzunehmen, wann immer diese sich ergeben.“

Die geplanten Investitionen von rund zwei Milliarden Euro in die neue Fertigungsanlage in Singapur werden sich voraussichtlich über die nächsten fünf Jahre erstrecken. Qimonda beabsichtigt, die anfänglichen Investitionsaufwendungen für die Errichtung des Gebäudes aus dem Cash Flow zu finanzieren und wird danach eine projektbezogene Finanzierung nutzen. Mit dem neuen Werk in Singapur baut Qimonda seine starke Position als eines der führenden Unternehmen in der 300-mm-Fertigung aus und ergänzt das Netzwerk der unternehmenseigenen 300-mm-Fertigungsstätten in Dresden und Richmond/Virginia (USA). „Durch den neuen Produktionsstandort können wir unsere technologischen Fähigkeiten voll zu unseren Gunsten umsetzen, die Markteinführung unserer Produkte schneller vorantreiben und Skaleneffekte in Asien nutzen“, sagt Kin Wah Loh. „In Singapur haben wir ausgezeichnete Bedingungen vorgefunden. Das Gesamtpaket aus niedrigen Steuern, Fördergeldern und Faktoren, wie sehr gut ausgebildeten Arbeitskräften und einer guten Infrastruktur, macht Singapur zu unserem bevorzugten Standort, um die unternehmenseigene Volumenproduktion im asiatischen Markt einzuführen.“

Umsatzsteigerung

 Außerdem hat Qimonda die Ergebnisse für das am 31. März 2007 abgelaufene zweite Quartal und die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2007 bekannt gegeben. Demnach hat das Unternehmen seinen Umsatz von 928 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf 984 Millionen Euro im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2007 gesteigert. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2007 lag der Umsatz bei 1,17 Milliarden Euro. Das EBIT im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2007 stieg auf 85 Millionen Euro gegenüber dem EBIT von 21 Millionen Euro im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2006 und lag unter dem EBIT von 250 Millionen Euro vom ersten Quartal des Geschäftsjahres 2007. Der Konzernüberschuss stieg auf 57 Millionen Euro bzw. einen Gewinn von 0,17 Euro pro Aktie (unverwässert und verwässert) gegenüber einem Konzernfehlbetrag von 9 Millionen Euro bzw. einem Verlust von 0,03 Euro pro Aktie im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2006. Im vorausgegangenen Quartal lag der Konzernüberschuss bei 177 Millionen Euro bzw. der Gewinn pro Aktie bei 0,52 Euro.

In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2007 hat Qimonda einen Umsatz von 2,16 Milliarden Euro erzielt; das entspricht einer Steigerung von 34 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. (av)