Dr. Martin Stark, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems

Dr. Martin Stark, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems

Nach Einschätzung des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems wird der deutsche Markt für elektronische Komponenten im laufenden Jahr um gut 24% auf knapp 15 Mrd. Euro wachsen. Für das kommende Jahr wird – bei einer anhaltenden Erholung der Weltwirtschaft – mit 6% Wachstum auf einen Umsatz von knapp 16 Mrd. Euro gerechnet. „Damit hätten wir die Krise endgültig hinter uns gelassen“, so Dr. Martin Stark, Vorsitzender des Fachverbands.

Weltweit werden die Märkte für elektronische Komponenten im Jahr 2010 auf US-Dollar Basis mit einem Umsatz-Plus von knapp 30% auf 453 Mrd. US-Dollar stärker steigen als der europäische Markt. Dieser wächst um 25% auf einen Umsatz von knapp 63 Mrd. US-Dollar. Mit einem Wachstum von gut 6% auf US-Dollar-Basis wird der europäische Markt bei einem Umsatz von knapp 67 Mrd. US-Dollar im kommenden Jahr nahezu das Niveau von 2007 erreichen.

Ursache für die Erholung der Märkte ist unter anderem der rasant gestiegene Bedarf nach Komponenten in den Segmenten Industrie- und Kfz-Elektronik sowie das Ende der generellen Investitions­zurückhaltung in den Industrieländern. Die gestiegene Nachfrage nach Komponenten für die Nutzung regenerativer Energien – wie Wind- und Solarenergie – trägt im Bereich der Industrie-Elektronik zum satten Umsatzplus bei. Auch der deutliche Nachfrageanstieg in der Region Asien/Pazifik hat zur Markterholung beigetragen. Mit einem Umsatzplus von rund 33% auf 239 Mrd. US-Dollar im Jahr 2010 dürfte die Region das stärkste Wachstum aufweisen.   

Als Folge der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr wurden weltweit Produktionskapazitäten abgebaut. Die in der Zwischenzeit unerwartet stark gestiegene Nachfrage nach elektronischen Bauelementen führte an manchen Stellen zu Lieferengpässen. Die Verknappung an Basismaterialien – wie z.B. von Edelmetallen – und steigende Preise für die Energieversorgung belasten die Branche zusätzlich. Für 2011 rechnet der ZVEI mit einem Marktwachstum im einstelligen Prozentbereich. Die im Vergleich zu 2010 geringere Wachstumsrate ist im Wesentlichen auf die verlangsamte Entwicklung der Weltwirtschaft und die Tatsache zurückzuführen, dass dann der Wiederaufbau der Vorratsbestände abgeschlossen sein dürfte.(jj)