Die Überkapazitäten im Innenlagenbereich hatte Ruwel seinerzeit als „Masslam-Service“ für Wettbewerber mit nur mäßigem Erfolg angeboten.

Die Überkapazitäten im Innenlagenbereich hatte Ruwel seinerzeit als „Masslam-Service“ für Wettbewerber mit nur mäßigem Erfolg angeboten. Productronic-Archiv

Was bleibt am Ende von Ruwel?

Kritisch könnte für den Leiterplattenhersteller jetzt auch eine einsetzende Personalflucht werden: Schon damals in der Insolvenz 2009 wechselte sogar Führungspersonal rasch zum Wettbewerb. Für die Dauer wohl eines Jahres sind die Löhne über die Versicherung gedeckt. Doch dann wird sich zeigen, wie viele Kunden, wie viele Aufträge noch vorhanden sind, und wie viele Mitarbeiter man aus eigener Tasche dann noch bezahlen will.

Schon zu Zeiten der Insolvenz gab es auch öffentlich geäußerte Gedankenspiele von Verantwortlichen in der Stadt Geldern, dass sich die Ruwel-Halle auch sehr gut alternativ für ein Einkaufszentrum an der Peripherie zur Stadt mit reichlich Parkplätzen eigenen würde. Und neue Maschinen könnten auch in Asien ans Netz gehen. Die Sorge der Belegschaft ist also verständlich.

Ungewisse Zukunft

Wird der Großbrand des Leiterplattenwerkes in Geldern die seit Jahren bestehende Konsolidierung des deutschen und europäischen Leiterplattenmarktes weiter vorantreiben? Zumindest aus eigener Kraft wird sich Ruwel/Unimicron Germany kaum wieder etablieren können. Denn konnte in den ersten Tagen des neuen Jahres noch fertiges Masslam zu Leiterplatten endverarbeitet werden, so fehlte im unbeschädigten Außenlagen-Werk I zum Monatsende hin der Nachschub.

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