Die heutige Seho Systems begann als Seho Seitz & Hohnerlein und entwickelt und fertigt am Standort in Kreuzwertheim Anlagen für alle Bereiche des automatisierten Lötens. Bereits 1985 wurde die Produktpalette um die Reflowtechnik erweitert. Mit der Markteinführung der ersten Stickstoff-Wellenlötanlage im Jahr 1986 revolutionierte das Unternehmen die Fertigung elektronischer Produkte. Die fortschreitende Miniaturisierung der Komponenten führte schließlich zur Entwicklung einer weiteren Löttechnologie: 1998 stellte man die erste Selektiv-Lötanlage mit Roboterhandling vor. Mit der Integrierung eines AOI-Systems direkt in die Selektiv-Lötmaschine, um nach dem Lötprozess die Lötstellen automatisch zu kontrollieren, setzte man 2012 einen weiteren Meilenstein. Seit einigen Jahren bietet man mit intelligenten und kreativen Konzepten für das Baugruppenhandling und Materialmanagement den Kunden komplette Lösungen für eine Vielzahl an Fertigungsaufgaben.

Im Technologiecenter werden Vorführungen an sämtlichen Lötanlagen durchgeführt.

Im Technologiecenter werden Vorführungen an sämtlichen Lötanlagen durchgeführt. SEHO

Um Interessenten und Besuchern diese Konzepte zu veranschaulichen, wurde im Jahr 2014 ein neues Democenter eingeweiht. Das Technologiecenter bringt Kunden und Technik in einer angenehmen Atmosphäre zusammen. Auf rund 960 m² bietet dieses Technologiecenter Flächen für Demoanlagen, Besprechungszimmer und einen großen Veranstaltungsraum, in dem Seminare und Technologietage stattfinden können. Dort ist auch das vollständige Produktportfolio an Lötmaschinen aufgebaut. Natürlich sind alle Anlagen betriebsbereit und führen all jene Lötaufgaben aus, die bei Produzenten elektronischer Baugruppen anfallen. Dabei werden alle möglichen Versionen von Baugruppen unterschiedlicher Größe, Gewicht oder Art der Bestückung (einseitig, doppelseitig, Multilayer) bedient.

Geruchlose und saubere Räumlichkeiten

Auffallend ist, dass Besucher des Technologiecenters keine Gerüche wahrnehmen. Dabei kennt doch jeder Hobby-Löter den typischen Geruch geschmolzenen Lötmittels. „Seitens der Berufsgenossenschaft gibt es Vorgaben zur Luftreinhaltung beim Betrieb der Lötanlagen“, erläutert Hermann Liebler, Vertriebsbereichsleiter. „Keine Lötanlage darf ohne Absaug- und Filtertechnik betrieben werden.“

Je nach Einsatzgebiet der fertigen Baugruppe und Anforderungen der verwendeten Bauteile, werden beim Löten unterschiedliche Lotlegierungen und Flussmittel benutzt. Während des Lötprozesses werden große Teile des Flussmittels und ein geringer Anteil des Lotes verdampft, und die hierbei entstehenden Aerosole und Partikel gelangen in die Prozessluft. Diese verbreiten nicht nur unangenehme Gerüche, sondern können schwere Erkrankungen beim Personal hervorrufen. Ein besonders gefährliches Produkt sind hierbei die Aldehyde, die aus kolophoniumhaltigen Stoffen entstehen, wovon einige krebserregend sein können. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind Gase, die bei der Erwärmung aus Teilen des Schutzlackes, Klebstoffes oder Trägermaterialen der Leiterplatte und Bauteile entstehen.

Absauganlagen vom Typ LRA 200 mit flexibler Verrohrung an den Lötanlagen.

Absauganlagen vom Typ LRA 200 mit flexibler Verrohrung an den Lötanlagen. SEHO

„Auch der Schutz der Maschinen und der gefertigten Produkte darf nicht unterschätzt werden“, sagt Udo Kempf, Leiter der Applikation bei Seho. Die beim Löten entstehenden Rauche beinhalten auch klebrige Aerosole, die sich in den Lötmaschinen – und im schlimmsten Falle auf den Produkten – absetzen und diese verschmutzen. Dies führt dann zu einem erhöhten Wartungsaufwand, weil die Funktionsfähigkeit der Anlage vermindert werden kann.

Um die entsprechende Luftreinhaltung zu gewährleisten, werden Absaug- und Filteranlagen betrieben. Doch Verrohrungen und Absaughauben an der Decke des Technologiecenters sucht man vergeblich. Die Architektur des Gebäudekomplexes mit ihrer Holzbalkenoptik sollte durch solche Installationen nicht zerstört werden. Eine zentrale Absaugung kam also nicht in Frage. Daher entschloss man sich bei Seho, an jeder Lötanlage jeweils ein Absaug- und Filtergerät zu installieren.

Auf der nächsten Seite geht es um flexible Absauglösungen für wechselnde Anforderungen.

Seite 1 von 212