Was Michael Kasper, Eigentümer und Geschäftsführer von Vliesstoff Kasper, hinsichtlich seiner Reinigungsrollen unter Industrie 4.0 versteht, fasst er so zusammen: „Stabile Qualität für einen Schablonendrucker und konstante Lieferfähigkeit.“ Um dies zu realisieren, wird auf der Innenseite der Rolle ein RFID-Chip sicher angebracht. Im Chip sind sämtliche druckspezifischen Informationen hinterlegt – also ob die Reinigungsrolle die richtige Qualität und auch Breite für den entsprechenden Prozess im Schablonendrucker aufweist. „Dadurch wird die Rolle intelligent, weil sie die notwendigen Informationen für den Schablonendruck bereits mitbringt“, erläutert Michael Kasper. Für ihn stellt der in der Innenseite implementierte RFID-Tagg ein Alleinstellungsmerkmal dar: „Wir sind derzeit die einzigsten, denen es gelungen ist, einen RFID-Chip in die Reinigungsrolle zu integrieren. Neben Artikel-Nummer und Produktbezeichnung sind auch die Druckparameter enthalten und jederzeit abrufbar.“ Dadurch hat es Vliesstoff Kasper erstmals geschafft, auch Verbrauchsmaterialien Industrie4.0-konform zu gestalten. Das hat zudem den Nebeneffekt, dass die getaggten Rollen zuverlässig auch vor Plagiaten geschützt sind. Überdies haben sie eine besondere Kennzeichnung: Sie sind unverkennbar mit dem Logo des Unternehmens versehen.

Michael Kasper stellte während der Lotpastenapplikationstage des Fraunhofer ISIT die smarte Reinigungsrolle vor. Mit dem integrierten RFID-Chip wird die Rolle intelligent, weil sie die notwendigen Informationen für den Schablonendruck bereits mitbringt.

Michael Kasper stellte während der Lotpastenapplikationstage des Fraunhofer ISIT die smarte Reinigungsrolle vor. Mit dem integrierten RFID-Chip wird die Rolle intelligent, weil sie die notwendigen Informationen für den Schablonendruck bereits mitbringt. Marisa Robles

Der Datenfluss wird möglich, weil der Schablonendrucker einen RFID-Reader aufweist. Wird die Reinigungsrolle im Drucker eingelegt, aktiviert die RFID-Antenne den in der Rolle befindlichen RFID-Chip und fragt die hinterlegten Daten ab. Passen die Daten zwischen Rolle und Drucker zueinander, startet der Schablonendrucker automatisch den Druckprozss. „Nur so können wir anfangen, unsere Industrie zu verriegeln und die Fehlerquote erheblich zu reduzieren oder gar zu eliminieren. Denn mit der Antenne im Schablonendrucker ist es möglich, nicht nur die Reingungsrolle abzufragen, sondern auch die Druckschablone und Lotpaste“, bekräftigt er.

 

Ziel des RFID-Konsortiums ist es, RFID nicht nur zur reinen Identifikation der zu produzierenden Baugruppen zu verwenden, sondern auch zur aktiven Kommunikation mit den einzelnen Fertigungseinrichtungen, wie dem Pastendrucker, dem SPI-System, dem Bestücker oder der Reflowlötanlage. Die jeweiligen SMT-Anlagen wie der Schablonendrucker sind leicht nachrüstbar. Noch ist die Speicherkapazität mit maximal 2 kbit nicht unerschöpflich groß; dennoch ermöglicht sie den Austausch von wertvollen Fertigungsdaten auf Grundlage eines einheitlichen Protokolls, wie z.B. der Baugruppen-ID und den Statusinformationen über den erfolgten Prozessschritt (i.O./n.i.O.). Das Zwischenspeichern von Fertigungsdaten kann den Datentransfer mit dem bestehenden Intranet (Line-Monitoring-System, MES) deutlich entlasten – ein Vorteil für die stetig wachsenden Zugriffszeiten eines taktilen Intranets/Internets. Die im Chip gespeicherten Daten bleiben von Beginn der Fertigung bis hin zum End-of-Life des Produktes erhalten.

SMT Hybrid Packaging 2018: Halle 4, Stand 220