Oszilloskope gab‘s bei Rohde & Schwarz (R&S) schon einige Jahrzehnte: Es waren damals allerdings Tektronix-Oszilloskope gewesen und in der jüngeren Vergangenheit, seit 2005, sind es die Hameg-Oszilloskope. Das ambitionierte Ziel der R&S-Geschäftsleitung ist es, im Oszilloskopmarkt in den nächsten 3 bis 5 Jahren weltweit einen zweistelligen Marktanteil zu erreichen sowie sich unter die Top-3-Anbieter einzureihen. Übersetzt heißt das,   LeCroy und Yokogawa hinter sich zu lassen.


Für die jetzt auf den Markt gebrachten Midrange-Oszilloskope hat R&S nicht etwa eine bereits existierende Oszilloskop-Lösung verbessert, sondern von Grund auf nochmal neu entwickelt. Analog- und Digital-Integration, Software- und Geräte-Entwicklung sowie Produktion sind im eigenen Unternehmen angesiedelt. Und das Resultat kann sich sehen lassen: Geräte mit der höchsten aktiven Signalerfassungszeit am Markt, ein erstmals rein digitales Triggersystem und eine übersichtliche Bedienung via Touchscreen. Dazu wurden eigene ASICs entwickelt, der größte fasste immerhin 15 Mio. Gatter und wurde in 90-nm-SiGe-Technik gefertigt. Allein er verbraucht 60 W. Auch wenn ein vollausgestattetes Oszilloskop etwa die Leistung eines Haushalts-Mikrowellengerätes benötigt, ist die Geräuschentwicklung der Lüfter dabei doch erstaunlich gering.


Die Oszilloskop-Familie RTO kann 1 Mio. Messkurven pro Sekunde analysieren. Der Bildschirmaufbau mit semitransparenten Dialogfenstern, verschiebbaren Messfenstern, Vorschau-Icons mit Live-Messkurven und einer konfigurierbaren Werkzeugleiste hilft, auch komplexe Messaufgaben in kurzer Zeit auf einem 10,4″-Touchscreen zu lösen. Zunächst stehen 2- und 4-Kanal-Modelle mit 1- und 2-GHz-Bandbreite und einer maximalen Abtastrate von 10 GSample/s zur Verfügung.


Die „kleinere“ Oszilloskopfamilie trägt den Namen RTM, hat 500 MHz Bandbreite, eine maximale Abtastrate von 5 GSample/s, bis zu 8 MSample Speichertiefe und ist auch mit 2 und 4 Kanälen erhältlich. Farbcodierte Bedienelemente, flache Menüstrukturen und ein 8,4’’-XGA-TFT-Farbdisplay erhöhen den Bedienungkomfort. Die Preise der in Memmingen und Vimperk/Tschechien gefertigten Oszilloskope starten bei etwa 5000 Euro (für die RTMs), die Preise der leistungsfähigeren RTO-Familie beginnen bei 12000 Euro.


Anzumerken ist, dass der untere Bandbreitenbereich bis 350 MHz auch weiterhin von der R&S-Tochter Hameg Instruments abgedeckt wird. (Hans Jaschinski)