Um das Gerät auch über Smartphone und App bedienen zu können, wurde ein Bluetooth-Modul für eine zusätzliche Schnittstelle integriert.

Um das Gerät auch über Smartphone und App bedienen zu können, wurde ein Bluetooth-Modul für eine zusätzliche Schnittstelle integriert. Dräger

Verschiedenste Herausforderungen

Entwicklung und Fertigung komplexer Produkte

Plexus arbeitet seit 1979 mit Unternehmen weltweit zusammen, um Ideen in Markenprodukte umzusetzen und auf den Markt zu bringen. Das Team aus 16.000 Experten weltweit findet kreative Wege um anspruchsvollste Produktherausforderungen zu lösen. Plexus setzt alles daran, eine reibungslose Produktrealisierung in der Elektronikfertigung sicherzustellen.

Beim Re-Design des Geräts konnte man auf vorhandene Zeichnungen, mechanische Daten (3DD-Daten), elektrische Daten von der PCB sowie Softwaredaten von Dräger zurückgreifen. Um die Produktreife zu erreichen, galt es jedoch, den Dokumentationstand zu aktualisieren und anzupassen. Dabei wurden einzelne Datensätze verifiziert sowie das Sourcing von Teilen überprüft. In der Zusammenarbeit konnten zunächst die Funktionalitäten des Geräts definiert und neue Features hinzugefügt werden. Um das Gerät auch über Smartphone und App bedienen zu können, wurde ein Bluetooth-Modul für eine zusätzliche Schnittstelle integriert. Zudem setzte man einen neuen Prozessor ein und passte das PCB-Layout entsprechend an. Andere Funktionen wie ein SD-Kartenspeicher wurden hinfällig. Zudem wurde das interne Verbauen der Remote-Pumpe revidiert, um die Komplexität des Geräts zu reduzieren.

Eine Herausforderung stellte zum Beispiel die Optik des Geräts dar. „Im Prototypenbau Linsen zu fertigen, ist eine zeitaufwendige und kostenintensive Aufgabe“, so Fischer. „Die Wahl des Linsenmaterials und der unterschiedlichen Beschichtungsmöglichkeiten sowie das Sourcing der Optik-Teile war daher nicht einfach. Kürzeste Lieferzeiten waren entscheidend. Hier haben wir unsere globale Kompetenz in Sachen komplexer Supply Chain sowie das Partnernetzwerk des Kunden genutzt, um in kürzester Zeit die benötigten Teile zu bekommen.“

Kopfzerbrechen bereitete zunächst auch der Explosionsschutz nach ATEX, um das Gerät auch in einer hoch explosiven Atmosphäre nutzen zu können. Natürlich verfügt Dräger hier über eigene Experten im Unternehmen. Das Zulassungsverfahren intern durchzuführen hätte jedoch den Zeitrahmen des Projekts deutlich gesprengt, da bei Dräger zu diesem Zeitpunkt keine freien Kapazitäten zur Verfügung standen. Plexus übernahm daraufhin die komplette Abwicklung inklusive Vorbereitung, Beantragung und Durchführung und konnte so das Team enorm entlasten.

In sechs Monaten zehn Prototypen

Der schnelle Austausch über kurze Kommunikationswege sowie die agile Herangehensweise bei Herausforderungen waren ausschlaggebend, um das hohe Tempo bei der Entwicklung zu halten. Diese Geschwindigkeit war nach Boeckmann projektentscheidend: „Es waren die schnellen Entscheidungen und kurzen Wege, die uns weitergeholfen haben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Lösung für das Batteriepack. Statt dem im Design vorgesehenen fünffachen Halter für die Batterien, hat Plexus fünf einzelne Halter auf eine Platine gelötet. Das war günstiger und auch schneller umsetzbar.“ Die Strategie, durch schlankes und agiles Projektmanagement in kurzer Zeit erste Ergebnisse in Form von Prototypen zu präsentieren, ging auf. Nach sechs Monaten konnte das Team gemeinsam mit Plexus zehn Prototypen des Messgeräts Dräger One vorlegen. Auch in den nächsten Phasen des Projekts wird Dräger auf die Unterstützung von Plexus setzen – von der Geräteendentwicklung bis zur Serienreife, über die Zulassung, die Fertigung und das Life-Cycle-Management. Sönke Klose, Global Innovation Manager der Drägerwerke: „Als Unternehmen können wir schon allein aus Gründen der Kapazitäten und Ressourcen nicht alle Bereiche wie Mechanik, Leiterplatten oder Elektronik abdecken. Vor allem die Elektronik entwickelt sich unglaublich schnell. Mithalten können hier nur die Experten draußen am Markt – jemand, der sich tagtäglich mit den neuen Technologien auseinandersetzt, mit Kunden spricht, sich dem Wettbewerb stellt, in Kostenstrukturen denkt und der auf Effizienz in den Prozessen setzt. Partnerschaften sind daher die Zukunft.“

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