Die Zukunft ist nicht nur für Schleuniger zum Greifen nahe: Künftig sollen selbstfahrende Autos zum Alltag gehören und den Verkehr sicherer machen.

Akquisition mit Win-Win-Situation (v.l.n.r.): Stefan Friedrich (Leiter Competence Teams Adaptronic), Ralf Kintzel (Leiter Competence Team Industrial Wiring Adaptronic), Christoph Schüpbach (CEO Schleuniger-Gruppe), Peter Müller (Geschäftsführer Adaptronic) und Jörg Gutowski (CFO Schleuniger-Gruppe)-

Akquisition mit Win-Win-Situation (v.l.n.r.): Stefan Friedrich (Leiter Competence Teams Adaptronic), Ralf Kintzel (Leiter Competence Team Industrial Wiring Adaptronic), Christoph Schüpbach (CEO Schleuniger-Gruppe), Peter Müller (Geschäftsführer Adaptronic) und Jörg Gutowski (CFO Schleuniger-Gruppe)- Schleuniger

Besiegelt während der Productronica 2017: Christoph Schüpbach von Schleuniger und Peter Müller von Adaptronic freuen sich über die Transaktion.

Besiegelt während der Productronica 2017: Christoph Schüpbach von Schleuniger und Peter Müller von Adaptronic freuen sich über die Transaktion. Schleuniger

Kaum eine Branche befindet sich derzeit so im Umbruch wie die Automobilindustrie. War bis vor wenigen Jahren noch die Elektromobilität das beherrschende Thema, wandelt sich das Auto zusehends zum autonomen Fahrzeug, vollgepackt mit Elektronik, um Sensoren, Laserscanner, Kameras und Radare anzusteuern. Dabei geht es nicht nur um autonomes Fahren, sondern auch um den Wechsel vom Benzin- zum Elektroantrieb und die Interaktion von Fahrzeugen mit der Smart-City. Im Zuge des hochautomatisierten Fahrens wandelt sich die Automobilbranche immer mehr zur Passagierindustrie. Und die will neben einem flotten und sicheren Transport von A nach B einen hohen Komfort und viele Annehmlichkeiten im Wageninneren. An diesem Trend will Schleuniger partizipieren, denn diese ungeheure Menge an Elektronik will miteinander verbunden sein. Einige Kilometer Kabel sind mittlerweile in heutige Premiumfahrzeuge verbaut. Mit der zunehmenden Elektronik und Boardnetzen werden auch die hierfür notwendigen Kabel immer wichtiger. Schleuniger liefert Systeme und Maschinen, die präzise Kontaktverbindungen erst möglich machen.

Verdrahtungs- und Funktionstestsysteme nötig

Und da kommt Adaptronic ins Spiel. Als Hersteller von Verdrahtungs- und Funktionstestsystemen entwickelt und produziert das Unternehmen applikationsspezifische Testsysteme und Adapterlösungen für Kabelbäume und beliefert Kunden aus unterschiedlichen Marktbereichen. Das Produktportfolio umfasst Verdrahtungstester, Adapter, Prüftische und -stationen im Hoch- und Niedervoltbereich sowie die für ein effizientes und effektives Testing erforderlichen Software-Lösungen. Einen wesentlichen Teil des Umsatzes generiert Adaptronic mit kundenspezifischem Applikationsengineering sowie mit der Wartung der gelieferten Testsysteme.

„Mit der Übernahme von Adaptronic erweitert Schleuniger sein Angebot mit maßgeschneiderten Lösungen zum Testen von Kabelbäumen, Steckern und Baugruppen für die Bereiche Luft- und Raumfahrt, Bahntechnik, Automotive, Automationstechnik und Industrie“, betont Christoph Schüpbach. Der CEO der Schleuniger-Gruppe blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Als Teil unserer Strategie 2025 suchen wir aktiv nach Möglichkeiten des externen Wachstums und der Konsolidierung unseres Geschäfts durch gezielte M&A-Transaktionen. Das gilt besonders für unseren Best-in-Test-Ansatz.“ Mit der Übernahme von Adaptronic sei dies gelungen, denn: „damit ergänzen wir das Produktangebot der Schleuniger Test Automation auf ideale Art und Weise. Wir stärken damit unseren Leistungsumfang entlang verschiedener Kundenwertschöpfungsketten und ganz besonders im Hinblick auf den Megatrend e-Mobility.“

Nach Abschluss der Transaktion werden die restlichen 40 Prozent an Adaptronic hauptsächlich durch den Gründer und bisherigen Haupteigentümer Peter Müller und zu einem kleinen Teil durch den bisherigen Minderheitsbeteiligten Stefan Friedrich gehalten. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 140 Mitarbeiter und generierte im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 14 Mio. Euro. Peter Müller, bisheriger und zukünftiger Geschäftsführer von Adaptronic, ist zuversichtlich, dass sein Unternehmen im Verbund mit der Schleuniger-Gruppe von einem „globalen Sales-Footprint profitieren“ und damit die angestrebte Internationalisierung vorantreiben kann: „Dies ist besonders im Zusammenhang mit unserer führenden Stellung im Hochvoltbereich interessant, welchr dank des globalen e-Mobility-Trends deutlich an Bedeutung gewinnen wird.“