Derzeit befindet sich die Welt in einem rasanten Umbruch. Generell ist die reiche Schweiz gut dafür aufgestellt, so gehört sie im internationalen Vergleich bei den Innovationen zur Spitzengruppe der Länder. Auch die wirtschaftlichen Daten sind positiv: So bewegt sich etwa die Inflations- und Arbeitslosenquote auf einem niedrigen Niveau. Die Verschuldungsquote ist, weltweit gesehen, mit nur rund 33 Prozent des BIP extrem niedrig (Deutschland: 66 Prozent, Italien: 132 Prozent), das Wirtschaftswachstum könnte jedoch besser sein. Dieser Bericht wurde im Juni 2018 geschrieben, als sich der Schweizer Franken gegenüber dem Euro gerade wieder aufwertete, was die sehr starke und wichtige Schweizer Exportquote beeinträchtigt.

Entwicklungstrends

Weltweit wie auch in der Schweiz werden immer mehr Lebensbereiche durch Algorithmen gesteuert. Computerprogramme sortieren Bewerber und die Kreditwürdigkeit aus. Sogar unser Gewaltpotenzial und unsere Gesundheit werden vorausschauend bewertet. Der Bürger wundert sich dann, wieso er oder sie plötzlich höhere Beiträge für etwas bezahlen soll, keine neue Hypothek mehr erhält oder eine neue interessantere Stelle nicht bekommt. Die Künstliche Intelligenz (KI) ihrerseits ermöglicht beispielsweise Robotern, aus Fehlern laufend selbst zu lernen. Frühere Systeme konnten ausschließlich gewisse vorab genau definierte Funktionen ausführen. Im rasant wachsenden China sind Bestrebungen im Gange, über jeden (!) Bürger ein ausführliches Bewertungsdossier zu erstellen, um diese dann in gute oder „schlechtere“ Personen einzuteilen. Die Entwicklungsingenieure, welche solche Systeme entwickeln, haben deshalb auch eine ethische Verantwortung. Im Grunde genommen ist ein Algorithmus lediglich eine mögliche Meinung, die in Codes dargestellt wird. Sie ist deshalb nicht wirklich objektiv. Im Gesundheitswesen kann KI jedoch durch die Analyse riesiger weltweiter Datenbestände im Krankheitsfall bessere Befunde liefern als ein einzelner Arzt. Fehldiagnosen etwa lassen sich auf diese Weise markant reduzieren.

Industrie 4.0 bedingt sichere Netzwerke

Wie heißt es doch so schön: „Was nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein!“ Praktisch jedes Bauteil und Gerät soll heutzutage mit anderen Bauteilen und Geräten kommunizieren. Ungezählte Hacker auf der ganzen Welt versuchen laufend, in Kraftwerke, Verkehrssteuerungen oder in Firmen einzudringen und zu spionieren oder auf andere Weise massiven Schaden anzurichten. Das Problematische daran ist, dass Hacker manchmal sehr schnell eindringen und wir alle in solchen Fällen nur reagieren können. Einige Unternehmen beschäftigen Hacker, die im Auftrag der Unternehmensleitung versuchen, in die Netzwerke der Firmen einzugreifen. Der Angriff kann etwa über eine alte Bürolampe erfolgen, die im Netzwerk ebenfalls integriert aber nicht entsprechend geschützt ist. Das bedeutet, dass jedes noch so kleine und anscheinend unwichtige vernetzte Bauteil und Gerät penibel geprüft und in das Netzwerk eingepasst oder ersetzt werden muss.

Digitalisierung allerorten

Was heute nicht entwickelt wird, steht morgen nicht zur Verfügung! Die Produktlebensdauer wird immer kürzer und die Entwickler sind daher sehr gefordert. Die Stellen von Entwicklungsingenieuren sind vor diesem Hintergrund kaum gefährdet. Auf der anderen Seite werden immer mehr Abläufe vollständig automatisiert, sodass wohl viele Arbeitnehmer – darunter auch Akademiker – bald um ihren Job fürchten. Wenn man die Liste der gefährdeten Arbeitsplätze anschaut, gleicht diese einem Gruselkabinett.

Kommt hinzu, dass die computergesteuerte Welt unbedingt auch über entsprechend schnelle Glasfaser-Technologie verfügen muss. Hier liegt es in vielen Staaten sehr im Argen. Die Alterspyramide in Europa sorgt dafür, dass auch Schweizer in Zukunft noch mehr mit „jüngeren Ländern“ als starke Konkurrenten zu tun haben werden.

China kopiert zurzeit das deutsche Erfolgsmodell, kauft laufend leistungsfähige Unternehmen wie den Roboter-Spezialisten Kuka und saugt via 10-%- Beteiligung Daimler Produktions-Know-how für sich ab. Wer beispielsweise die chinesische Shenzhen-Hightech-Industrie besucht, sieht dort die Zukunft in vielen Bereichen. So vergeht dort zwischen Entwicklung und Produktion nur kurze Zeit. Die Chinesen kauften Kobalt und andere Rohstoffminen in Afrika auf, die für die Herstellung von Handys oder Batterien unerlässlich sind. Jede Woche kommen nun auf der neuen Teilstrecke der Seidenstraße binnen fünf und sechs Tagen volle Eisenbahnzüge aus China in Europa an.

Fazit: Innovationen bleiben nicht lange Innovationen und werden umgehend durch noch neuere, innovativere und bessere Produkte ersetzt. Auch Schweizer Entwickler sind also sehr gefordert.

 

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