Kostengünstige Einweg-Diagnosesysteme für die tiefe Venenthrombose scheinen nicht mehr allzu ferne Zukunftsmusik zu sein. Polymerelektronik, eine Technologie aus Kunststoff und Elektronik, soll es möglich machen. An der Entwicklung des Diagnosesystems für tiefe Venenthrombose arbeiten acht Forschungsinstitute und High-Tech-Firmen. Herzstück des Analysegeräts ist ein Lab-on-Chip, der am jetzigen Fraunhofer EMFT gebaut und getestet wurde. Das ist eine kleine, präzise gefertigte Einweg-Kartusche, mit deren Hilfe ein Blutstropfen biochemisch untersucht wird. Sie besteht aus einer 3 mm dicken, 22 mm breiten und 70 mm langen Polykarbonatplatte und vereinigt zwei Komponenten des Gerätes: eine 150 µm dünne Folie, auf der ein Netzwerk aus Leiterbahnen und Sensoren aus Gold zur Blutanalyse aufgebracht ist, sowie 120 Mikrometer tiefe Fluidkanäle, die das Blut zu den Analyseelementen leiten. In den Sensoren sind die Antikörper auf Nanoelektroden integriert, mit denen sich die Konzentration von Blutgerinnungsmarkern bestimmen lässt.