Wo ist jetzt auf der technischen Seite das Besondere an der ADI-Lösung?

Shalini Palmer: Bei der Zellenüberwachung ermöglichen wir eine sehr hohe Messgenauigkeit: je genauer ich eine Zelle messe, desto kleiner kann ich die Sicherheitsfaktoren beim BMS auslegen und desto mehr präzise aktuelle Informationen liegen dann über die Zellen und das Gesamtsystem vor. Auch das Laden lässt sich damit besonders effizient gestalten. Damit kann der OEM bei derselben Batteriegröße eine größere Reichweite spezifizieren.

Allerdings betrachten wir nicht nur das Messen der eigentlichen Zelle, sondern das gesamte System inklusive Kommunikation und Verkabelung bis zu den darüberliegenden Einheiten. Wir unterstützen die OEMs und Tier-1s aktiv, das Komplettsystem Batterie effizient abzubilden, wobei effizient hier auf Systemseite auch Kosteneffizienz heißt. Dabei bieten wir unseren Kunden aktiven Support im Rahmen der Umsetzung der Safety unter ASIL-Gesichtspunkten. Hierfür haben wir auch selbst schon gemeinsam mit einem Partner BEV-Versuchsträger aufgebaut, um das Gesamtsystem und die Problematiken zu verstehen, damit wir diese Aspekte in zukünftigen Lösungen entsprechend wirkungsvoll adressieren zu können.

Welche Synergieeffekte ergeben sich zwischen den BMS-Lösungen von LTC und den klassischen ADI-Produkten?

Shalini Palmer: Das BMS ist definitiv ein gutes Beispiel, bei dem die Synergieeffekte der beiden Unternehmen eine große Rolle spielen. ADI hätte ohne LTC nicht die hochgenauen Zellenmonitoring-Systeme bauen können. Das hat unter anderem mit dem Zugang zur passenden Prozesstechnologie zu tun, aber auch auf Systemebene kommt hier viel Know-how von der Linear-Technology-Seite.

Shalini Palmer, ADI

„Da wir den Hochfrequenzteil und den Digital auf einem Chip realisieren, können wir diese Chips kosteneffizient skalieren und das gewünschte Interface gleich noch mitintegrieren“, sagt Shalini Palmer, ADI. Matthias Baumgartner

Andererseits kann Analog Devices durch seine Art der Zusammenarbeit mit Kunden, besonders mit globalen Unternehmen, nicht nur rund um die Batterie zur Synergie beitragen, denn wir hatten schon immer das Prinzip im Fokus, das Gesamtsystem zu verstehen und zu verbessern, um den Tier-1s sowie den OEMs einen Mehrwert auf Systemebene bieten zu können. Und mit der iCoupler-Technologie zur galvanischen Trennung, die Analog Devices vom Industrie- in den Automotive-Bereich brachte, kommt wieder ein Mosaikstein in punkto Synergieeffekte hinzu.

Wo geht der Trend in punkto Radar hin?

Shalini Palmer: Radar ist einer unserer Fokus-Bereiche. Der Schwerpunkt liegt heute für alle Anwendungen von Short- bis Long-Range auf den 77- beziehungsweise 79-GHz-Radarsystemen, während aktuell noch viele 24-GHz-Radare verbaut sind. Die Stückzahlen der Short- und Mid- Range-Radarsysteme werden massiv ansteigen – für Fahrerassistenzsysteme (ADAS) und für Anwendungen zum automatisierten Fahren, wie zum Beispiel das automatisierte Parken, wo es gilt, selbst einen 7 cm hohen Randstein sicher zu detektieren. Wir bemustern derzeit sogenannte DigiMMICs, die von der Antenne bis auf die digitale Ebene die gesamte Radarfunktionalität auf einem RF-CMOS-Halbleiterprozess abbilden. Im Prinzip handelt es sich dabei um einen hochintegrierten Radarsensor auf dem Silizium, den wir als übergreifende Plattform sehen. Weil dieser Ansatz skalierbar ist, können wir je nach Anwendungsfall unterschiedlich viele Sende- und Empfangskanäle implementieren. Bei Bedarf können wir auch die entsprechenden Prozessoren für diesen Anwendungsfall mit integrieren.

Was Shalini Palmer zu der Verarbeitung der Radardaten und zum Imaging Radar sagt, steht auf der nächsten Seite.

Seite 2 von 41234