Welche Rolle spielt dabei A2B?

Shalini Palmer: A2B spielt natürlich generell eine Rolle in Audio- und Sprach-Systemen. A2B ist aber auch ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wir in den Markt gehen. Wir haben in der Diskussion mit Automobilherstellern verstanden, dass die OEMs mehrere Audioquellen, wie zum Beispiel Mikrofone im Fahrzeug verbauen wollen, was aber auch diverse Probleme generiert – von der großen Anzahl der Kabel bis zum benötigten Platz für die Steckverbinder an der Headunit – von den Kosten- und Gewichtsaspekten einmal ganz abgesehen. Der von uns entwickelte Ringbus A2B löst das Problem, sodass sich auch acht Mikrofone auf diesem 50-Mbit/s-Bus gut anbinden lassen und dabei sogar für die Slaves die Spannungsversorgung erfolgt. Ford sowie viele europäische OEMs setzen mittlerweile auf A2B in Serienfahrzeugen und in Neuentwicklungen. Für die Übertragung von Videosignalen, wie zum Beispiel in einfachen Rückfahrkameras in Asien oder Amerika, haben wir analog zu A2B auch einen C2B genannten Car Camera Bus entwickelt. In Europa spielt dieser weniger eine Rolle, da dort das Video-Interface meist schon digital ist.

Was tut sich im Bereich Powermanagement?

Shalini Palmer: Powermanagement ist eines unserer Schwerpunktthemen im Fahrzeug. Mit unseren Buck-Reglern, die aus kalifornischer Entwicklung stammen, haben wir einen echten Differenzierungsfaktor auf dem Markt, sodass wir in Kombination mit dem Business-Modell von ADI sehr zuversichtlich sind, in Zukunft große Marktanteile zu gewinnen. Seit der Übernahme von LTC haben wir bereits sehr viele Powermanagement-Designs gewonnen, die sich in Zukunft auch positiv auf den Umsatz auswirken werden. Mit innovativen Lösungen wie dem Silent Switcher sind wir sehr gut auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet.

Welchen generellen Trend sehen Sie aus Ihrer Perspektive?

Shalini Palmer: Unter anderem getrieben durch die Megatrends übernehmen die Fahrzeughersteller jetzt viel mehr Systemverantwortung. Wir kommen dem entgegen, indem wir schon in der Konzeptionierungsphase sehr spezifisch mit den OEMs über den Aufbau der gewünschten Systeme sprechen. Mit unserem Systemverständnis können wir da wertvolle Inputs liefern, und da wir bereits in einer sehr frühen Phase mit involviert sind, können wir unsere Technologien und Produkte dann so entwickeln, dass wir sie rechtzeitig vor dem SOP auch zur Verfügung stellen können. Das Beispiel A2B hat sehr deutlich gezeigt, wie sich gute Zusammenarbeit in Form von effizienteren Systemlösungen auszahlt. Auch bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs und beim automatisierten Fahren gibt es solche Beispiele, es ist aber noch zu früh, darüber so offen zu sprechen wie über A2B.
Das Schlüsselwort heißt Partnerschaften. BMW und Daimler machen es beim automatisierten Fahren vor, BMW und JLR beim elektrischen Fahren. In ähnlicher Art und Weise gibt es Partnerschaften von OEMs mit Tier-2-Herstellern oder gar über die gesamte Entwicklungskette hinweg vom OEM über den Tier-1 bis zum Tier-2; wir sind da sehr aktiv mit dabei.

Seite 4 von 41234