Von Abu Dhabi bis Zagreb – per Fernwartung können Unternehmen ihre Kunden weltweit unterstützen.

Von Abu Dhabi bis Zagreb – per Fernwartung können Unternehmen ihre Kunden weltweit unterstützen. ©sdecoret –stock.adobe.com

„Viele unserer Anlagen gehen inzwischen ins Ausland und verrichten etwa in Nepal oder Korea ihren Dienst“, erklärt Jürgen Finkeldei vom Maschinenbauer WMU – Wärmebehandlungsanlagen für Industrie und Umwelttechnik. Allerdings stellt dies eine große Herausforderung dar, denn die Bediener sprechen oft kein Englisch und eine telefonische Beratung ist daher schwierig bis unmöglich. Darum hat inzwischen jede ins Ausland verkaufte Anlage einen Fernwartungsrouter.

Die durch SPSen und Sensorik geregelten Industrieöfen des Unternehmens sorgen dafür, dass die Temperaturkurven bei der Wärmebehandlung von Metallen genau so verlaufen, wie es für den jeweiligen Prozess nötig ist.

Lösung ohne Folgekosten

Die Verantwortlichen bei WMU entschieden sich dabei für die VPN-Fernwartungsrouter eWON von Wachendorff. „Wir wollten eine Lösung, die keine Folgekosten nach sich zieht“, erinnert sich Jürgen Finkeldei. „Mit eWON haben wir genau das: Wir kaufen einfach nur den Router – Lizenzgebühren oder Ähnliches fallen hier nicht an“, berichtet der Ingenieur, der bei WMU für Softwarelösungen verantwortlich ist.

Auf die Idee brachte ihn Jürgen Haas, sein Fachberater beim Elektrogroßhändler Sonepar. „Je komplexer die Produkte und Systeme werden, desto eher verstehen wir uns als Ratgeber unserer Kunden“, erklärt Haas, der schon seit Jahren Jürgen Finkeldei und seine Kollegen berät. „Wir kennen natürlich den Markt sehr gut, sind immer auf dem Stand der Technik und können herstellerübergreifend beraten“, ergänzt Haas, der damals im Auftrag von WMU nach einer passenden Fernwartungsmöglichkeit suchte.

router für die Fernwartung

Die Breitband-VPN-Router decken mehrere Kommunikationswege ab: Internetzugang per WAN, WLAN oder Mobilfunk sowie Maschinen-LAN über einen integrierten 4-fach Switch.

Die Breitband-VPN-Router decken mehrere Kommunikationswege ab: Internetzugang per WAN, WLAN oder Mobilfunk sowie Maschinen-LAN über einen integrierten 4-fach Switch. Wachendorff

Der Fernwartungsrouter eWON Cosy 141 verfügt über einen 4-Port-Ethernet-Switch für den Anschluss des Maschinen-LAN, einen WAN-Ethernet-Port für die Verbindung zum Internet über das lokale Firmennetzwerk und eine MPI- oder serielle Schnittstelle zum Anschluss der Steuerung. Ein integriertes Gateway kann außerdem das Protokoll von Ethernet auf Seriell/MPI umsetzen.

Im Zusammenspiel mit dem Talk2M Service Portal verfügt das Gerät über einen sofortigen Internet-Fernzugriff, ohne die Komplexität von IT-Equipment die tiefgehende IT-Kenntnisse zur Inbetriebnahme erfordern.

Ausgelegt ist der Fernwartungsrouter für die Wartung vieler SPS-Marken, wobei die VPN-Technologie den Zugriff mit Programmier- und Setup-Tools auf sämtliche seriellen oder Ethernet basierenden Steuerungen ermöglicht. Die eWON-Geräteserie verfügt über ein kostenfreies Tool-Set, dass eine schnelle und einfache Inbetriebnahme ermöglicht.

Sicherheitsanforderungen des BSI erfüllt

Der Fernwartungsrouter (links oben) stellt die Verbindung der Maschine zur Außenwelt her. Auch im Bild: eine 1500er CPU von Siemens – für diese Kombination aus Router und SPS gibt es eine App über die Anwender mit dem Smartphone auf die Maschinendaten zugreifen können.

Der Fernwartungsrouter (links oben) stellt die Verbindung der Maschine zur Außenwelt her. Auch im Bild: eine 1500er CPU von Siemens – für diese Kombination aus Router und SPS gibt es eine App über die Anwender mit dem Smartphone auf die Maschinendaten zugreifen können. Wachendorff

Bedenken seitens der Kunden, einer solchen Fernwartungsmöglichkeit zuzustimmen, gibt es kaum noch. Kombiniert mit dem Online-Serviceportal Talk2M erfüllen die Router die hohen Sicherheitsanforderungen und Vorgaben des Bundesamtes für Datensicherheit in der Informationstechnik (BSI). „Und wenn doch mal jemand zögert, dann installieren wir einen Schlüsselschalter, mit dem er den Router manuell freischalten kann“, erklärt Finkeldei.

Eine besondere Rolle bei der Sicherheit spielt das zwischengeschaltete Online-Serviceportal Talk2M: Der Router ist nicht permanent online, sondern baut erst bei Bedarf eine sichere VPN-Verbindung zum Serviceportal auf und passiert so Firewall und Proxyserver. Am anderen Ende stellt der authentifizierte Benutzer ebenfalls eine sichere VPN-Verbindung zum Portal her, das damit zwischen den zwei Endpunkten vermittelt.

Die Vorteile des Portals liegen in der Integration von IT-Sicherheitsstandards und Verschlüsselungstechniken in Form von VPN- und HTTPS-Technologie (SSL, TLS), sowie den Möglichkeiten für ein zentrales Benutzer- und Gerätemanagement. Hierbei müssen Anwender die Sicherheitseinstellungen ihres IT-Netzwerks nicht ändern, denn die Kommunikation erfolgt bei ausgehenden Verbindungen über freigegebene Standard-Ports. Über ihren Laptop und den Webbrowser verschaffen sich die Servicetechniker so schnell einen Überblick und stehen mit Rat und Tat zur Seite – selbst, wenn sie gerade ganz woanders sind. Mit der Software eCatcher verbindet sich der Servicetechniker zudem direkt mit der Steuerung und passt das Programm bei Bedarf an.

Servicemodelle: Von einfach bis Industrie 4.0

Die Industrieöfen von WMU kommen weltweit zum Einsatz, was zum Teil den Service durch Sprachbarrieren erschwert.

Die Industrieöfen von WMU kommen weltweit zum Einsatz, was zum Teil den Service durch Sprachbarrieren erschwert. Wachendorff

Wachendorff hat ein Portfolio von Routern mit unterschiedlichen Features: WMU nutzt vor allem die Variante eWON Cosy, die sich für den einfachen Fernzugriff auf Anlagen und Maschinen eignet. Sie ist der kostengünstige Weg, für den Zugriff auf die Maschine oder Anlage zur Diagnose oder Programmänderung, was für Servicezwecke oftmals völlig ausreicht.

Die Router der Serie eWON Flexy bieten zusätzlich noch Datenerfassung, Alarmierung und Visualisierung, etwa für erweiterte und neue Servicemodelle im Kontext von IIoT und Industrie 4.0.

Die eWON-Router kommunizieren mit Steuerungen verschiedener Hersteller. Viele Hersteller bieten zu ihren Steuerungen auch entsprechende Apps zur Diagnose und Visualisierung für mobile Endgeräte an, mittels der neuen eWON eCatcher Mobile App kann man diese Apps nun auch aus der Ferne über die VPN-Verbindung der eWON Router nutzen. Gerade international tätige Unternehmen legen Wert darauf, dass sie ihre Anlagen aus der Ferne zuverlässig erreichen können – dafür bedarf es einer weltweitweiten Infrastruktur an Servern die sowohl Verfügbarkeit als auch Performance sicherstellen. Darüber hinaus leistet das Talk2M Online Serviceportal zusätzlich Dienste wie eine zentrale Datenerfassung oder einen Web-basierten Zugriff auf Maschinen und Anlagen.

Hannover Messe 2018: Halle 8, Stand D31 (Partner von eWON / HMS)