Einen Kompromiss aus zwei Standards eingehen

C-V2X basiert auf der 4G-LTE-Mobilfunktechnologie. Es ist Teil des D2D-Kommunikationsprotokolls (Device-to-Device) des Sidelink-Modus (Proximity-Server), definiert durch den LTE-Advanced-Standard. So ist es jedem Gerät möglich, jedes andere Gerät in seiner Nähe direkt zu erkennen. Anders als DSRC unterstützt C-V2X die Anwendungsfälle V2N und V2P der Fahrzeugkommunikation und das bei höheren Geschwindigkeiten (bis zu 250 km/h) und höheren Fahrzeugdichten (Tausende).

Die  Fürsprecher der C-V2X-Technologie sind ein Consortium von Automobil- und Funkgeräte-Herstellern, bekannt als die 5G Automotive Association (5GAA). Hierzu gehören Intel, Ericsson, Nokia, Audi, BMW, Qualcomm und Denso. Laut der 5GAA sind die Kosten für die Entwicklung einer DSRC-basierten Lösung weit höher als die für Lösungen, die auf C-V2X basieren. Außerdem wird die Lücke der Technologievorteile zwischen C-V2X und DRSC nach der Einführung von 5G-Mobilfunknetzen größer.

Bisher hat sich kein Land für eine dieser Technologien als vorgeschriebene V2X-Technologie entschieden. Es ist wahrscheinlich, dass beide zur Einführung kommen und dass Fahrzeuge mit einem intelligenten System ausgerüstet die Daten beider Technologien verarbeiten und übertragen können.

Herausforderungen bei der Entwicklung bewältigen

Zu den Anwendern der V2X-Technologie gehören Software- und Hardwareentwickler, -integratoren und -serviceanbieter sowie Tester und Leistungsprüfer. Bei der Entwicklung dieser Kommunikationstechnik müssen sie insbesondere Herausforderungen im Bereich Visualisierung, Prototypenentwicklung und Weiterentwicklung von Modellen bewältigen.

Zunächst geht es um das Visualisieren, Aktualisieren und Überwachen von Fahrzeugdynamik und Drahtlos-Sensornetzwerken (Position, Geschwindigkeit und Beschleunigung von Fahrzeugen im Netzwerk; Fahrzeuge, die das Netzwerk betreten und verlassen; Stärke des HF-Signals an jedem Fahrzeug; Status der Verbindungen zwischen den einzelnen Fahrzeugen; sonstige Systemelemente).

Für unterschiedliche Kollisionsvermeidungs- und Verkehrsproblemlösungs-Algorithmen auf V2X-Chips müssen die Anwender Prototypen entwickeln. Dies umfasst Funkmodem-Operationen für Übertragung und Empfang grundlegender Sicherheitsnachrichten sowie Kollisionsvermeidungs-Algorithmen und Verkehrssteuerungsnachrichten, die das Fahrzeug in Echtzeit verarbeitet.

Zuletzt gilt es, die Effekte der V2X-Techniken auf den Verkehr insgesamt zu überwachen und entsprechende Modelle weiter zu entwickeln (Status von Kollisionsvermeidungsmaßnahmen, allgemeine Kommunikationsmetriken wie Verzögerungen und Durchsatz, Algorithmen zur Verkehrsumleitung und Dynamik von V2X-Knoten für die Optimierung eines gegebenen Satzes von Kriterien) und kontinuierliche Suche nach stärker optimierten Techniken anhand riesiger Mengen tatsächlicher Felddaten.

Simulation und Tools unterstützen bei Analyse und Test

Es ist unerlässlich, dafür zu sorgen, dass sicherheitskritische Anwendungen und Geräte wie V2X genau so funktionieren wie beabsichtigt. Mithilfe von Computersimulationen lässt sich ein Modell des Systems, seiner Komponenten und seiner Umgebung erstellen und umfassend testen. Tools für das Model-Based-Design ermöglichen dabei die Visualisierung, die Analyse und das Testen von unterschiedlichen Verkehrsszenarien und Fahrzeugdynamiken sowie eine Überprüfung, ob das V2X-System die erwartete Kollisionsvermeidung bietet.

Fahrzeugnutzung und städtische Sicherheit verändert sich dank der Automatisierung radikal. Intelligente Transportsysteme wie autonome Fahrzeuge sind so entworfen, dass sie die Ereignisse in ihrer Umgebung berücksichtigen können. Diese situationsbezogenen Systeme können auf die Bewegungen anderer Fahrzeuge und Fußgänger in Echtzeit reagieren. Indem immer mehr Fahrzeuge auf den Straßen diese Arten automatisierter Fahrfunktionen nutzen, einschließlich V2X, kann die Sicherheit des Fahrens insgesamt deutlich zunehmen. Diese Schritte führen hinsichtlich der Verringerung von Fahrzeugkollisionen in die richtige Richtung. Die aktuellen Entwicklungen in der Fahrzeugelektronik sind hochinteressant.

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