Laut einer Studie der Rand Corporation müssten die Prototypen autonomer Fahrzeuge über mehrere Jahrzehnte hunderte Millionen Kilometer zurücklegen, um ihre Zuverlässigkeit in Bezug auf tödliche Unfälle und Verletzungen unter Beweis zu stellen. Dieses Ergebnis sehen die Autoren der Studie als unvereinbar mit der baldigen Marktreife selbstfahrender Autos. Als mögliche Lösung für diese Herausforderungen verweisen die Forscher auf Testmethoden wie moderne Simulationstechnologien.

Modellbasierte Validierung und Verifikation eines autonomen Fahrzeuges mit Siemens-Technologie

Modellbasierte Validierung und Verifikation eines autonomen Fahrzeuges mit Siemens-Technologie Siemens

Um die Entwicklung der selbstfahrenden Fahrzeuge voranzutreiben, will auch Siemens mit seinem Tochterunternehmen Mentor Graphics eine neue Simulationslösung auf dem Markt bringen. Diese soll in die bereits bestehende Simcenter-Plattform integriert werden. Außerdem soll diese Lösung Entwickler und Automobilhersteller bei der Verarbeitung von Sensordaten unterstützen. Die Folge sollen eine verkürzte Entwicklung, Verifikation und Validierung von selbstfahrenden Fahrzeugen sein.

Die neue Lösung integriert verschiedene Technologien zum autonomen Fahren von Siemens jüngsten Akquisitionen Mentor Graphics und TASS International. Die Pre-Scan-Umgebung von TASS simuliert von einer unbegrenzten Anzahl möglicher Fahrszenarien, Verkehrssituationen und anderen Parametern hochrealistische, physikalische Rohdaten von Lidar-, Radar- und Kamerasensoren. Diese Daten werden in die DRS360-Plattform von Mentor eingespeist, wo sie das System in Echtzeit zu einem hochauflösenden Modell der Fahrzeugumgebung und Fahrbedingungen fusioniert. Die Anwender können mit Hilfe der hohen Perzeptionsfähigkeit und Verarbeitungsleistung der DRS360-Plattform proprietäre Algorithmen für kritische Aufgaben wie Objekterkennung oder Fahrrichtlinien testen und verfeinern.

„Die Automobilhersteller erkennen schnell, dass physikalische Prototypen und Fahrversuche allein die Vielzahl der komplexen Fahrsituationen von selbst fahrenden Autos nicht abbilden können.“, erklärt Dr. Jan Leuridan, Senior-Vice-President, Simulation und Test Solutions, Siemens PLM Software. „Tatsächlich lassen sich viele der tödlichen Szenarien unmöglich reproduzieren, andere sind hingegen so gefährlich, dass ethische Aspekte eine Vorprüfung ausschließen. Es ist klar, dass die baldige Marktreife von vollständig autonomen Fahrzeugen in hohem Maße von fortschrittlichen physikalischen Simulationstechnologien abhängt, bei denen Siemens das Tempo für die weltweite Automobilindustrie vorgibt.“