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Auf die Sektoren aufgeteilt profitiert der Sektor Infrastructure & Cities am meisten.
Neue Hackordnung: Der Sektor Energy hat im ersten Quartal den größten Anteil am Ergebnis und stößt den Sektor Industry vom Thron.
Eingebrochen: Das satte Minus der Division Drive Technologies beim der Ergebnis (-21 % auf 133 Millionen Euro) kann die Division Industry Automation nur teilweise kompensieren. Immerhin: Auftragseingang sind positiv und die Umsätze quasi stabil.
Mit knapp 500 Millionen Euro Ergebnis verliert der Sektor Industry die Pole-Position an den Sektor Energy.
Strahlend blauer Himmel: Ein gutes Omen für den Quartalsbericht von Siemens?

Strahlend blauer Himmel: Ein gutes Omen für den Quartalsbericht von Siemens?Siemens

In absoluten Zahlen betrug der Auftragseingang im ersten Quartal des Siemens-Geschäftsjahres 2014 (Oktober 2013 bis September 2014) 20,8 Milliarden Euro. Damit steigt der Auftragspuffer auf über 100 Milliarden Euro – ein Allzeithoch. Beim Umsatz konnte Siemens allerdings keine Bestmarke setzen: Mit 17,3 Milliarden Euro liegt die Kennzahl 1 % unter Vorjahresniveau. Auf die einzelnen Regionen heruntergebrochen, stechen zwei heraus: USA und China. In den USA ging der Umsatz um 9 % auf 3,22 Milliarden Euro zurück, während China um 11 % auf 1,48 Milliarden Euro zulegen konnte. Das Ergebnis der Sektoren stieg insgesamt um 15 % auf 1,8 Milliarden Euro, die Ergebnismarge auf 10,2 nach 8,6 % im Vorjahreszeitraum. „Wir sind mit einem soliden Quartal in das neue Geschäftsjahr gestartet“, bilanzierte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens, auf der Bilanzpressekonferenz am 28. Januar.

Sektor Industry: Höheres Volumen und Großaufträge, aber gleicher Umsatz

Beim Sektor Industry legte der Auftragseingang um 10 % auf 4,6 Milliarden Euro zu. Als Ursache identifiziert Kaeser ein erheblich höheres Volumen aus langzyklischen Großaufträgen. Der Umsatz blieb dagegen mit 4,3 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Dennoch sank das Ergebnis insgesamt um 5 % auf 482 Millionen Euro. Verantwortlich dafür ist ein Gewinnrückgang bei der Division Drive Technologies, den die Division Industry Automation nur teilweise ausgleichen konnte. Die Marge des Sektors betrug 11,2 nach 11,5 % im Vorjahreszeitraum.

Industry Automation und Drive Technologies halten sich

Aufgrund einer günstigeren Zusammensetzung der Geschäfte stieg das Ergebnis der Division Industry Automation im ersten Quartal auf 338 Millionen Euro (+ 8%). Die Umsatzerlöse lagen aber nur geringfügig (2 %) über dem Vorjahreswert, mit Wachstum in Asien, Australien sowie Europa/GANO (GUS, Afrika, Naher und Mittlerer Osten), das durch Rückgänge in Amerika aufgezehrt wurde. Der Auftragseingang stieg im Vorjahresvergleich um 7 %. Die Bestellungen kamen dabei hauptsächlich aus Asien, Australien und Amerika. Das Ergebnis von Drive Technologies lag im ersten Quartal bei 133 Millionen Euro und damit deutlich unter Vorjahreswert (169 Millionen Euro), mit Rückgängen in allen Geschäften. Der Auftragseingang der Division legte wiederum moderat zu, in erster Linie aber aufgrund interner Großaufträge.

Das Siemens-Quartal

  • Der Auftragseingang des ersten Quartals 2014 stieg im Vorjahresvergleich um 9 % auf 20,836 Milliarden Euro.
  • Die Umsatzerlöse lagen mit 17,325 Milliarden Euro um 3 % unter dem Vorjahreswert.
  • Auf organischer Basis, ohne Währungs- und Portfolioeffekte, legte der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 % zu und die Umsatzerlöse gingen lediglich um 1% zurück.
  • Das Ergebnis aller Sektoren stieg um 15 % auf 1,789 Milliarden Euro.

Wind rettet den Energy-Sektor

Der Auftragseingang des Sektors Energy stieg um 3 % auf 7,2 Milliarden Euro. Rückgängen bei den Divisionen Power Generation und Power Transmission stand hier eine Verdoppelung des Auftragseingangs bei der Division Wind Power gegenüber. Der Umsatz des Sektors sank um 4 % auf 5,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis des Sektors verbesserte sich auch aufgrund geringerer Sonderbelastungen von 410 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 506 Millionen Euro. Die Ergebnisentwicklung wurde von Netzanschlussprojekten von 67 Millionen Euro beeinträchtigt. Im Vorjahreszeitraum waren bereits ähnliche Belastungen in Verbindung mit Netzanschlüssen von 28 Millionen Euro, ein Verlust von 157 Millionen Euro im Solargeschäft und Belastungen aufgrund der Einhaltung von Sanktionen gegenüber dem Iran von 46 Millionen Euro angefallen. Power Generation und Wind Power steigerten ihr Ergebnis im Vorjahresvergleich, während Power Transmission aufgrund einiger Projekte ein deutliches Minus beim Ergebnis hinlegte – Kaeser spricht hier von „anhaltenden Herausforderungen bei der Projektabwicklung“. In Summe lagen die Umsatzerlöse des Sektors im ersten Quartal 2014 um 8 % unter Vorjahreswert, der Auftragseingang um 2 %. Wind Power kompensierte die Umsatzrückgänge der anderen Divisionen mit einem beträchtlichen Wachstum und nahezu einer Verdopplung des Auftragseingangs.

Infrastructure & Cities: 4 % mehr Umsatz

Der Sektor Infrastructure & Cities steigerte seinen Auftragseingang um 45 % und profitierte von einem Großauftrag über 1,6 Milliarden Euro für zwei fahrerlose U-Bahn-Linien in Saudi Arabien. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 4 % auf 4,4 Milliarden Euro, das Ergebnis auf 330 Millionen Euro von 141 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung war eine verbessere Abwicklung von Projekten im Bereich Transportation & Logistics.

Healthcare: Umsatz steigt leicht um 1 %

Healthcare lieferte im ersten Quartal einen Ergebnisbeitrag von 471 Millionen Euro. Im Q1/2013 waren es noch 503 Millionen. Die Marge betrug 15,2 %, nach 15,5 % im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang des Sektors kletterte um 4 % auf 3,2 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um 1 % auf 3,1 Milliarden Euro.

Ausblick: tendenziell positiv

Für das Geschäftsjahr 2014 erwartet Siemens weiterhin herausfordernde Märkte. Konkret geht der Konzern von einem über den Umsatzerlösen liegenden Auftragseingang aus. Vorausgesetzt die Umsätze bleiben auf Vorjahresniveau, erwartet Siemens, einen Zuwachs beim Gewinn nach Steuern von mindestens 15 %, der im Geschäftsjahr 2013 rund 5,1 Milliarden Euro betrug.