Eckdaten

Weil der Verdrahtungsaufwand durch die Direkt­stecktechnik massiv reduziert wird, setzt sich die Push-in-Technik in Bahninfrastruktur-Anwendungen immer stärker durch. Zudem wird der Anschluss wartungsfreier und langlebiger. Das Reihenklemmen-Produkt­programm von Phoenix Contact wird auch für den Einsatz in Bahnanwendungen sukzessive ausgebaut. Jüngster Zugang ist die Trennklemme PT 6-T P/P HV, die sich besonders für große Querschnitte bis 6 mm² für flexible sowie bis 10 mm² für starre Leiter eignet.

Eine spezifische Sicherungstechnik ist im Schienenverkehr erforderlich, weil dieser einen großen Vorteil aufweist, der aber auch gleich­zeitig ein großer Nachteil ist. Durch das System „Stahl auf Stahl“ wird ein im Vergleich zum Straßenverkehr viel geringerer Reibungs­koeffizient erreicht: µ = 0,1 bis 0,2 im Schienenverkehr gegenüber µ = 0,6 bis 0,8 im Straßenverkehr.

Der geringe Reibungskoeffizient bewirkt einen geringen Energieverbrauch, hat aber andererseits hohe Bremswege zur Folge, sodass die Schienenfahrzeuge nicht auf Sicht fahren können. Um nun sicherzustellen, dass im Bremskorridor – im sogenannten Durchrutschbereich der Züge – der Gleisabschnitt nicht belegt ist, ist ein hohes Maß an Sicherungstechnik erforderlich.

Bild 1: Sicherheit durch Block-Prinzip: Bei der Durchfahrt des Zuges wird der Gleisabschnitt belegt, das Haltesignal zeigt rot  – erst nach Verlassen des Zuges dieses Gleisabschnitts wird das Gleis für die nachfolgenden Züge freigegeben.

Bild 1: Sicherheit durch Block-Prinzip: Bei der Durchfahrt des Zuges wird der Gleisabschnitt belegt, das Haltesignal zeigt rot – erst nach Verlassen des Zuges dieses Gleisabschnitts wird das Gleis für die nachfolgenden Züge freigegeben. Phoenix Contact

Bild 2: Für starre und flexible Litzen: Die Push-in-Technik ist im Bahnbereich für Innen- und Außenanlagen einsetzbar – sie ist wartungsfrei sowie schock- und vibrationsgeprüft, und die hochwertigen Werkstoffe halten den langen Lebenszyklen stand.

Bild 2: Für starre und flexible Litzen: Die Push-in-Technik ist im Bahnbereich für Innen- und Außenanlagen einsetzbar – sie ist wartungsfrei sowie schock- und vibrationsgeprüft, und die hochwertigen Werkstoffe halten den langen Lebenszyklen stand. Phoenix Contact

Überprüfungen am Gleis

Technisch umgesetzt wird dies mit Achszählern, Gleisfreimeldeeinrichtungen und Zugbeeinflus­sungssystemen, die am Gleis installiert sind. So sorgt beispielsweise eine klassische Detektion via Achszähler am Gleis dafür, dass die an einem Bahnübergang einfahrende Anzahl an Achsen eines Zuges mit der ausfahrenden übereinstimmt. Ver­schaltet werden die Achszähler mittels starrer Bahnkabel, die dann meist auf Verteilerkästen und weiter über mehradrige Signalkabel in die Stell­werksumgebung geführt werden.

Speziell für diese Anwendungen sind Push-in-Reihenklemmen prädestiniert – ob der Einsatz nun im wetterfesten Verteilerkasten oder im Kabelabschlussgestell in der Stellwerkseinheit erfolgt. Insbesondere der massive Litzenaufbau der Signalkabel bietet ein hohes Einsparpotenzial bei der Verdrahtung, weil der Verdrahtungsprozess deutlich schlanker wird. Bei dieser Druckfeder-Technologie lassen sich die Litzen durch ein einfaches Stecken werkzeuglos verdrahten, was lediglich zwei Arbeitsschritte erfordert: Litzen abisolieren und in die Klemme einführen (Bild 2).

Messertrennklemmen mit Push-in-Technik

Im Programm der Push-in-Reihenklemmen finden sich zahlreiche Produkte, die sich für Bahninfra­struktur-Anwendungen eignen – sei es nun in Außenanlagen bei der Zugsicherung und Detektion sowie bei Weichenantrieben und Lichtsignalen, aber auch bei Innenanlagen wie zum Beispiel am Kabelabschlussgestell. Zu den hier eingesetzten Push-in-Reihenklemmen gehören beispielsweise Messertrennklemmen, die einen entscheidenden Vorteil bieten: die Verbindungen zwischen den einzelnen Außen-Betriebsmitteln – etwa die Sensorik/Aktorik in den Außenanlagen oder in den entsprechenden Verteilerkästen – können zu Mess- und Prüfzwecken aufgetrennt werden, ohne dass der Signaldraht abgeklemmt werden muss. Die Trenn­stelle ist konstruktiv besonders robust und hochwertig ausgelegt, um dauerhaft eine langlebige niederohmige Kontaktqualität zu ermöglichen. Minderwertige Kontaktstellen könnten zu unnötigen Fehlerquellen im System und zu endloser Fehlersuche führen. Auf diese Weise erübrigt sich ein Eingriff in die elektrische Installation, auf eine erneute Bewertung im Rahmen des Sicherheitsnachweises kann ebenfalls verzichtet werden. Sollten Signalkabelabschnitte dann beispielsweise in Betrieb genommen werden, oder müssen Fehler in der Anlage – wie etwa Erdschlüsse – schnell gefunden und behoben werden, lassen sich Teilabschnitte bequem auftrennen und mittels Messgeräten überprüfen.

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