Mathias Bachmann, Produktmanager bei Bihl+Wiedemann: "Die Parametrierung erfolgt komfortabel über den IO-Link Konfigurator von ASIMON360"

Mathias Bachmann, Produktmanager bei Bihl+Wiedemann: „Die Parametrierung erfolgt komfortabel über den IO-Link Konfigurator von ASIMON360“ Redaktion IEE

Herr Bachmann, was war für Bihl+Wiedemann der Ausgangspunkt, AS-Interface und IO-Link zu kombinieren?

Mathias Bachmann: Als Spezialisten für einfache intelligente Verdrahtung haben wir schon früh den Nutzen einer Kombination beider Systeme gesehen. Die IO-Link Master Module für AS-Interface bieten den Vorteil, dass Kunden ganz flexibel ihre Sensoren auswählen können und bei AS-Interface neben Standardsensoren jetzt auch IO-Link Sensoren einfach integrieren können.

Seit wann gibt es Ihre Master Module für IO-Link und welche Varianten stehen zur Verfügung?

Mathias Bachmann: Unser erstes AS-i / IO-Link Modul mit vier IO-Link Master Ports Class A für Sensoren haben wir Ende 2013 vorgestellt. 2014 folgte die Variante mit vier IO-Link Master Ports Class B mit externer Spannungsversorgung für Aktuatoren.

Welche IO-Link Spezifikation unterstützen Ihre IO-Link Master?

Ein Sensortausch geht ohne langwierigen Parameter-Download.

Ein Sensortausch geht ohne langwierigen Parameter-Download. Redaktion IEE

Mathias Bachmann: Unsere IO-Link Master erfüllen die aktuelle IO-Link Spezifikation 1.1 und unterstützen damit auch alle darin spezifizierten Übertragungsraten von IO-Link. Als AS-i Slaves setzen die Module das IO-Link Protokoll auf das AS-i Netzwerk um.

Wie groß ist der Anteil klassischer AS-i Slaves für Sensoren und Aktoren im Vergleich zu den Modulen mit IO-Link Masterfunktion?

Mathias Bachmann: Momentan werden in den meisten Maschinen immer noch vor allem Standardsensoren eingesetzt. Maschinenbauer verwenden intelligente Sensoren häufig nur an neuralgischen Stellen. AS-Interface und unsere Slaves verschaffen ihnen die Option, genau dort ein IO-Link Modul zu montieren, wo es benötigt wird, und damit auch die Daten von intelligenten Sensoren effizient einzusammeln. Die Daten aller anderen Sensoren können wie bisher über Standard AS-i Slaves und AS-i Safety Slaves eingesammelt werden. Somit hat der Anwender alle Daten – von Standardsensoren, intelligenten Sensoren und Safety Teilnehmern – auf einer Leitung: dem AS-i Kabel.

In wieweit wirken sich die vielen Industrie 4.0 Initiativen und Projekte auf die Nachfrage nach Ihren AS-i / IO-Link Modulen aus?

Mathias Bachmann: Wir sehen in Zusammenhang mit Industrie 4.0, dass der Bedarf, in AS-Interface Applikationen zunehmend auch intelligente Sensoren einzubinden, wächst. Mit AS-Interface lassen sich Sensordaten in der Maschine einfach und effizient einsammeln und Aktoren kostengünstig ansteuern. Intelligente IO-Link Sensoren kommen im Zuge von Industrie 4.0 insbesondere an Stellen mit erhöhtem Informationsbedarf zum Einsatz. Die Möglichkeit, beides miteinander zu kombinieren, sorgt so dafür, dass ein optimaler Datenpool aus der Maschine zur Verfügung steht, auf den sich alle höheren Automatisierungsebenen und Industrie 4.0 Anwendungen stützen können.

Es wurde und wird immer wieder eine Konkurrenzsituation zwischen AS-Interface und IO-Link kolportiert, gerade was die Verdrahtung auf der Sensor-Aktor-Ebene betrifft. Bihl+Wiedemann kombiniert jetzt beides. Wo ist der Benefit?

Unsere AS-i Master stellen über OPC UA alle Daten bereit- Redaktion IEE

Unsere AS-i Master stellen über OPC UA alle Daten bereit. Redaktion IEE

Mathias Bachmann: Wir sehen keine Konkurrenzsituation zwischen AS-Interface und IO-Link. Beide Systeme ergänzen sich aus unserer Sicht optimal: IO-Link mit seiner Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung und AS-i als Bussystem. Anwender haben nun einmal die Anforderung, an manchen Stellen in der Maschine intelligente Sensoren zu installieren, wollen deswegen aber nicht auf die Vorteile eines tollen Verdrahtungssystems wie AS-i verzichten. Mit unseren AS-i / IO-Link Modulen lässt sich beides flexibel kombinieren.

Bislang wird IO-Link vor allem als Kombination mit den klassischen Feldbussystemen oder Steuerungen gesehen. Wie passen AS-i und IO-Link zusammen, auch zum Beispiel im Hinblick auf die Bandbreite?

Mathias Bachmann: Dass IO-Link bisher vorwiegend in Kombination mit klassischen Feldbussystemen gesehen wird, liegt aus meiner Sicht tatsächlich daran, dass die meisten IO-Link Master Module heute über eine klassische Feldbusanbindung verfügen.

Bei der Datenübertragung muss man zwischen den Prozessdaten sowie den Diagnose- und Parameterdaten der IO-Link Teilnehmer unterscheiden. Die Prozessdaten eines IO-Link Sensors stehen über die zyklische AS-i Kommunikation schnell zur Verfügung. Damit werden zum Beispiel binäre Signale wie die Überschreitung einer Schaltschwelle eines Sensors mit jedem Zyklus übertragen. Bei Daten, die man nicht für die Prozesssteuerung, sondern zum Beispiel für Auswertungen in den höheren Automatisierungsebenen benötigt, kann die Übertragung dagegen über mehrere Zyklen erfolgen.

Und die zusätzlichen Diagnoseinformationen, die IO-Link bietet?

Mathias Bachmann: Diese werden, falls notwendig, zusätzlich azyklisch übertragen.

Was bei einem Sensorwechsel passiert

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